Ein ayurvedischer Start in den Morgen

Ein ayurvedischer Start in den Morgen

Ein ayurvedischer Start in den Morgen fürs Glücksgefühl und mehr

Vor einiger Zeit habe ich auf einem Seminar zum ersten Mal etwas mehr über Ayurveda gehört und war gleich ganz fasziniert. Schnell waren ein paar Bücher (meine Lieblinge siehe hier) gekauft und zum großen Teil auch gelesen. Seit dem begleitet mich, vor allem am Morgen, ein neues Programm: Mein ayurvedischer Start in den Morgen sozusagen. Was dafür sorgt, dass ich (sehr lange bekannt als der Morgenmuffel) nun gerne und gut in den Tag starte. Und das um 5:30 h morgens (früher eine undenkbare Zeit)!

Früh aufstehen, weil Gutes wartet

Was also passiert so früh am Tag, dass ich mich trotz der frühen Stunde so gut und glücklich fühle? Tja dafür müssen wir ins Detail gehen und ihr müsst ausprobieren. Hier also mein morgendliches Ayurveda-Ritual, mein ayurvedischer Start in den Morgen, wohlfühlen garantiert:

Ab ins Bad! Vor dem Zähneputzen die Zunge sauber schaben.

Ich nehme dazu die Seite eines Teelöffels. Es gibt aber auch schicke Zungenschaber zu kaufen. Damit werden Belege entfernt, was gut ist um Krankheiten vorzubeugen, leckerer aus dem Mund zu riechen und wieder besser und mehr zu schmecken. Im Ayurveda gilt übrigens ein weißer Belag als Zeichen für eine Ansammlung von Schlacken und Giftstoffen, die sich in der Nacht abgelagert haben. Also nichts, was wir den ganzen Tag in unserem Mund spazieren tragen wollen (bäh!).

Ein großes Glas warmes Wasser mit etwas Zitrone in Ruhe trinken.

Direkt nach dem Aufstehen. Wunderbar! Jetzt werden die Organe sanft geweckt, die Verdauung angeregt.

Danach 1 EL ungeröstetes Bio-Sesamöl in den Mund nehmen und damit spülen.

Das Öl muss im Mund hin und her bewegt werden und so ca. 3-5 Minuten im Mund bleiben (mindestens), dann kurz mit dem Öl gurgeln und ausspucken (in den Restmüll, die Rohre können sonst nach einiger Zeit verstopfen). So werden Bakterien und Ablagerungen gelöst und das beugt Krankheiten vor. Das Öl-gurgeln hilft spitzenmäßig gegen Halsschmerzen und außerdem habe ich als Teeliebhaberin keine Ablagerungen und Verfärbungen an den Zähnen mehr. Ich putze mittlerweile die Zähne danach mit ayurvedischem Zahnputzöl. Toll!

Waschen und mit etwas Wasser die Nase ausspülen.

Hierzu gibt es Nasenduschen- noch besser sind die Neti-Kännschen. Einfach warmes Wasser rein, ein TL Salz und los geht es. Früher habe ich einfach nur etwas Wasser mit der Nase hochgezogen und wieder ausgeschnuft. Ging auch. Wie auch immer: Die Nase wird gereinigt und befeuchtet. Das hilft im Winter sehr gut gegen die trockene Heizungsluft (da mache ich das mehrmals täglich), im Sommer gegen Allergien und generell ist es gut für Gesundheit und Wohlbefinden.

Bürstenmassage:

Mit einer trockenen Körperbürste die Haut abbürsten. Kreisende Bewegungen zum Herzen hin. Das macht wach und regt den Kreislauf an. Außerdem bekommt man irre weiche Haut.

Ölmassage:

Mit etwas Öl einreiben. Ich nehme gerne Alverde Rosmarin&Zitrone – das riecht klasse und zieht schön schnell ein. Mir fällt oft auf, wie wenig wir unseren Körper wertschätzen. Die Bürstenmassage und das liebevolle Einreiben sind für mich ein guter Start meinen Körper gleich am Morgen angemessen zu wecken.

Die Nase mit einem Tropfen Öl innen einreiben.

So bleibt die Nasenschleimhaut geschmeidig und ist besser gegen Bakterien geschützt. Ich habe seit dem viel seltener Schnupfen.

Das passiert im Bad – und tut sehr gut. Zeitaufwand: 15 Minuten, mit Dusche 30. Es ist also zu schaffen auch für etwas spätere Aufsteher. Das ist aber nur die halbe Miete, wenn auch schon ein toller Start.

Eine glücklich machende Yoga- und Meditationspraxis

Für die zweite Hälfte ziehe ich vom Bad ins Wohnzimmer. Hier geht es auf die (Yoga-) Matte (wer hier frisch startet liest vielleicht meinen Post zur eigenen Yogapraxis) :

Raum herrichten:

Eventuell etwas aufräumen, damit die Atmosphäre schön ist. Dann: Matte ausrollen, Kerze anzünden

Schöne Einstimmung:

Kurzes Dankesgebet und bequem und gerade sitzen (ich brauche hierzu ein kleines Kissen unter meinem Allerwertesten)

Drei mal tief (immer durch die Nase) atmen, drei mal laut ein langes „OM“ singen (ja, am Anfang kam ich mir auch komisch vor, aber es ist ein tolles Ritual)

Atmen:

Eine Atemübung machen. Momentan mache ich gerne den sogenannten „Feueratem“. Hierzu drei mal tief atmen und entspannen. Dann einatmen und zu 3/4 ausatmen. Danach den Atem durch die Nase kurz und stark (in dem der Bauch mitarbeitet) ausstoßen. Ab jetzt hintereinander ca. 30 mal kurz hintereinander den Atem ausstoßen – das Einatmen erfolgt automatisch. Gerade sitzen bleiben, das Ausatmen wird über die Bauchmuskulatur gesteuert. Das weckt den Körper auf und hat eine entschlackende Wirkung.

Danach wieder tief atmen, die Augen schließen und sich auf die Innenseite des Oberkopfes konzentrieren. Da ist so ein Prickeln zu fühlen (bilde ich mir jedenfalls ein). Toll!

Das Ganze insgesamt drei Mal wiederholen

Ruhig werden:

Sitzen bleiben und 10- 20 Minuten meditieren (Anleitung ist hier zu finden)

Sich strecken und recken:

30-50 Minuten Yoga. Momentan liebe ich die Yogaübungen aus Tara Stiles „Yoga heilt“, oder die Klassen von YogaGlo

So sieht er aus – mein Start in den Morgen und das nun schon seit über einem Jahr. Hört sich viel an? Bei mir kam irgendwie immer mehr dazu. Am schwersten waren für mich die ersten 100 Tage früher aufstehen als ich gewohnt war. Jetzt bin ich süchtig. Am Yoga kann ich schon mal sparen und auf 15 Minuten kürzen – wenn es leider doch mal schnell gehen muss. Aber der Rest? Auf keinen Fall!

 

Hallo, ich bin Silja. Gründerin von Glücksplanet und Trainerin, Coach, Yogalehrerin, fröhliche Mama von drei Söhnen, glückliche Ehefrau, begeisterte Pflanzenesserin, beseelte Yogaübende. Mein Herz schlägt für Psychologie und Coaching, Yoga und gutes, gesundes Essen. Ich schreibe mit Leidenschaft über alles, was helfen kann ein glückliches, entspanntes und begeistertes Leben zu leben. Mehr findest du auf meiner "Über mich" Seite. Für tägliche Inspiration folge mir auf Facebook oder Instagram.

26 Kommentare

  1. miss viwi 4 Jahren vor

    Danke für die tolle Inspiration. Ich möchte so gerne Meditieren lernen und Yoga. Aktuell liegen 2 Yogabücher auf meinen Nachtkästchen.

    einen schönen kleinen Meditationsbuddha aus HOlz habe ich auch schon. Er strahlt Ruhe aus und ich sehe ihn gerne an.

    Das Morgenritual ist der Hammer. Ich stehe zum Glück gerne Früh auf, weil ich die Stimmung am Morgen so mag, wenn die Natur langsam aufwacht.

    Über einen Zungenscharber denke ich auch schon einige Zeit nach. Und Nasenspülungen finde ich auch sehr interessant.

    Hui…dein Artikel hat meine aktuellen Gedanken genau getroffen.

    Würde gerne mehr über deine Rituale erfahren, finde das total spannend…

    liebe vegane Grüße, miss viwi

  2. Frau Momo 4 Jahren vor

    Das ist eine sehr schöne Morgenpraxis und ein sehr inspirierender Beitrag. Ich wusste z.B. nicht, dass man die Zunge auch mit einem Teelöffel abschaben kann. Macht man das auch unter der Zunge und wie weit nach hinten gehst du denn da? Nicht dass ich den Löffel noch verschlucke bei meinem Talent!^^

    LG und dir nen schönen Feiertag,
    Frau Momo

  3. Silja 4 Jahren vor

    Hallo Viwi,

    Wie schön von dir zu hören. Dann mal los und die Yogabücher anschauen und vielleicht auch schon mal was ausprobieren – achte nur gut darauf, dass du nicht zu stark dehnst oder dich in Haltungen zwingst. Wenn du gut auf deinen Körper horchst, dann kann kaum was schief gehen. Bin gespannt, ob dich der Virus dann auch so packt wie mich 🙂

    Liebe Grüße zurück!
    Bis bald
    Silja

  4. Silja 4 Jahren vor

    Hallo Frau Momo,

    ich war unterwegs in Berlin – und Rechner-los, darum gibt es erst heute eine Antwort. Der Teelöffel klappt super (mit der Seite halt) und ich habe mich langsam an den hinteren Teil "rangerobbt" :-). Würgereiz am Morgen geht nämlich gar nicht – pfui. Also anfangen mit etwa 2/3 deiner Zunge und dann langsam ausbauen, das klappte bei mir sehr gut.

    Und gut festhalten hilft auch 😉

    Liebe Grüße und bis bald!

    Silja

  5. Frau Momo 4 Jahren vor

    Oh, wie schön! Hoffentlich hattest du eine schöne Zeit! 🙂
    Der Tipp mit dem Festhalten ist gut!^^

    LG, Frau Momo

  6. Silja 4 Jahren vor

    Schön war es! Und ich war in diesem tollen Veganz-Supermarkt- seufz! Habe mein erstes STück Rohkosttorte gegessen. Yam! Da war so eine Art Kokosschicht und Himbeermark – lecker! Muss auch mal in die Welt der Rohkostkuchen eintauchen. Mimis Buch oder hast du dafür einen heißen Tipp für mich?

    Liebe Grüße!

    Silja

  7. Frau Momo 4 Jahren vor

    Ich bin ja nicht so die Süße. Es gibt ein eglisches vom Gratiutude Café, das wohl sehr toll sein soll: "Sweet Gratitude: A New World of Raw Desserts: A New World of Desserts"
    Ansonsten ist das Einternet eine wahre Fundgrube! 🙂

    LG, Frau Momo

  8. Silja 4 Jahren vor

    Ja da hast du recht. Ich suche mal fleißig. Bin eigentlich auch nicht so süß aber dieser Kuchen….seufz. Liebe Grüße und bis bald
    Silja

  9. yogastern 4 Jahren vor

    Liebe Silja,

    ich finde dein morgendliches Ritual wirklich bewundernswert und bin mir sicher, dass du so mit viel Energie in den Tag startest. Ich versuche morgens immer mit ein paar Sonnengrüßen den neuen Tag zu begrüßen. Umso mehr ich zeitlich davon schaffe, desto fitter fühle ich mich für den Tag 🙂
    Liebe Grüße aus Wiesbaden
    Stefanie

  10. Silja 4 Jahren vor

    Hallo Stefanie, schön dass du vorbei geschaut hast. Ja manchmal ist es mit der Zeit dann doch knapp morgens – ich versuche mich da sehr zu disziplinieren weil mir das so stark durch den Tag hilft. Tolle Seite hast du. War schon da 🙂

    Liebe Grüße

  11. Anonym 2 Jahren vor

    Hallo,

    ich mache immer erst das Öl ziehen und Zunge schaben und dann putze ich mir die Zähne.
    Ich werde das die nächste Tage mal in deiner Reihenfolge ausprobieren 🙂

    Das Öl sollte man allerdings mit dem Restmüll entsorgen, denn über sie Toilette vermischt sich das mit dem Wasser und es ist ein sehr großer Auffand das Öl wieder aus dem Wasser zu klären wenn es nicht vorher die Rohre verstopft.

    http://www.prosieben.de/tv/galileo/videos/201489-speiseoel-im-abwasser-clip

    Viele Grüße
    Jonas

  12. Silja 2 Jahren vor

    Hi Jonas! Danke dir für den Tipp. Ich änder das gleich im Post. Liebe Grüße und bis bald
    Silja

  13. Julia 2 Jahren vor

    Hallo,
    ich habe vor drei Tagen damit begonnen um 5:45 Uhr aufzustehen und kurz vor 22 Uhr ins Bett zu gehen. Nun bin ich Nachmittags immer total müde. Muss ich mich erst daran gewöhnen? Wie lange hat es bei euch gedauert?

    Viele Grüße
    Julia

    • Autor
      Silja 2 Jahren vor

      Hallo Julia,
      also bei mir kommt es auch vor, dass ich müde bin am Nachmittag. War ich aber früher auch – darum sehe ich es als normal. Leider klappt es ja schlecht mit den Mittagsschläfchen – wäre laut einer Vielzahl von Studien total gesund….
      Ich hoffe, du gewöhnst dich bald besser um oder kannst am Nachmittag eine kleine Pause einlegen?
      Liebe Grüße
      Silja

      • Julia 2 Jahren vor

        Hallo Silja,

        Vielen Dank für die schnelle Antwort. Dein Block ist übrigens echt super mit vielen interessanten Beiträgen:)

        Viele Grüße
        Julia

        • Autor
          Silja 2 Jahren vor

          Hallo Julia,
          danke dir. Freut mich, dass es dir hier gefällt. Jippieh.
          Liebe Grüße
          Silja

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  1. […] immerhin schon mit einem Genussmoment aus Bürstenmassage, Öl, Meditation und Yoga. So sieht es mein ayurvedisches Morgenritual vor und so klappte auch mit dem Wohlgefühl. Ich liebe diese Zeit am ganz frühen Morgen, die nur […]

  2. […] der Himmel sich heller färbt und ein wenig rosa-orange den Tag einläutet. Wenn ich nach meiner morgendlichen Routine dann hungrig zum Frühstück komme, brauche ich einen Tee – und einen Brei. Die Breisache ist […]

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  4. […] Ich bin anders. Ich wache auf und sehe ein wenig müde aus, rosige Haut wird sich mit meinem ayurvedischen Morgenritual erst erarbeitet und dann gehts auf die Matte. So war es jedenfalls bis neulich. Neuerdings jedoch […]

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