Fit für den Herbst mit Ayurveda und Co.

Fit für den Herbst mit Ayurveda und Co.

Werd fit für den Herbst mit Ayurveda und Co.

Ok, gestern war der offizielle Herbstanfang und die Sonne schien mir ins Gesicht, die Luft war mild und nur vereinzelt turnten bunte Blätter über den Boden. Klassischer Frühherbst und in der ayurvedischen Lehre genau wie der Hochsommer weiterhin Pitta-Zeit. Bald allerdings wird der Wind kälter, die Tage kürzer und die Zeit schlägt um in den klassischen Herbst mit seiner Kälte und Trockenheit. Um sich dafür zu wappnen, habe ich einen bunten Mix aus kleinen Ratschlägen aus der Ayurveda- und Yogaecke, ein paar aufmunternde Ausblicke und kleine Angewohnheiten, die mir helfen fit und glücklich den Jahreszeitenwechsel mitzumachen.  Also, Frostbeulen aufgepasst, wenn ihr so richtig fit für den Herbst werden wollt, dann schaut mal, ob für euch was dabei ist.

Die ayurvedische Lehre

Ayurveda fasziniert mich schon lange und immer, wenn ich etwas aus dieser uralten Lehre in meinen Alltag hole, wie das ayurvedische Morgenritual beispielsweise, merke ich, wie gut es mir tut. Das Ausrichten von Verhalten, Ernährung oder auch Tages- und Jahreszeitenrhythmus je nach Dosha, macht für mich Sinn. Für alle Neulinge: Im Ayurveda gibt es die Lehre der verschiedenen Doshas, was wiederum wichtig ist, um die passenden Maßnahmen für den Herbst zu finden. Denn nicht nur wir haben alle eine einzigartige Mischung aus den drei Doshas, sondern auch die Jahreszeiten lassen sich den einzelnen Wesensschwerpunkten und Charakterzügen zuordnen. Es gibt drei sogenannte Doshas, von denen das (oder die) jeweils vorherrschende den Typ bestimmt.

Vata

ist die schmetterlingshafte, beschwingte Energie in uns. Menschen, die dieses Dosha sehr ausgeprägt haben, sind unbeschwert und neugierig. Sie mögen neue Dinge und freuen sich über Fantasie und Träumereien, was sie flexibel und auch kreativ werden lässt. Hat man zuviel Vata, kann einem die Ruhe und die Disziplin der anderen beiden Doshas manchmal fehlen. Menschen mit hohem Vata-Anteil suchen daher in ihrem Leben oft Gelassenheit, Ruhe und Erdung.

Pitta

ist die feurige, leidenschaftliche Energie, die uns dazu bringt Dinge anzugehen und konsequent umzusetzen. Menschen mit viel Pitta werden oft als die geborenen „Macher“ gesehen und haben einen wachen Geist mit ordentlich Tatendrang und kraftvollem Auftreten. Ihre Durchsetzungskraft braucht als Gegenpol die Feinfühligkeit und die Ruhe der anderen beiden Doshas. Das Lernfeld von Menschen mit hoher Pitta-Energie ist die Balance und Ruhe. Ein gutes Mittelmaß zwischen Tatendrang und Ruhepausen zu finden und in heißen Zeiten den kühlen Kopf bewahren zu können, ist das Lernfeld von Pitta-reichen Persönlichkeiten.

Kapha

Friedliche Gelassenheit zeichnet die Kapha-Energie in uns aus. Menschen, die einen hohen Anteil Kapha haben, gelten als ruhige Stabilisatoren, die eine wunderbare Beständigkeit mitbringen. Leider kann die Ruhe in Trägheit umschlagen, weshalb ein Anteil von feurigem Tatendrang und neugieriger Leichtigkeit gut tut. Das Lernfeld für Menschen mit hohem Kapha-Anteils ist es meist einen guten Anteil an inspirierender Abwechslung und Leidenschaft in ihr Leben einzuladen.

Zu Herbstbeginn

Als echte Frostbeule rüste ich mich jetzt schon für den Umschwung in den Spätherbst, auch wenn der noch einige Wochen auf sich warten lassen kann. Ist vielleicht auch gut so, denn durch den langsamen Wechsel in eine kältere Jahreszeit kann der Körper ein wenig Kapha-Energie sammeln, die uns dann echt träge machen kann. Wenn dem so ist und ich merke, wie ich immer müder und fauler werde, helfen ein paar kleine Detoxtage um wieder auf Spur zu kommen. Ansonsten konzentriere ich an kühleren Tagen schon mal auf alles, was mich so durch die Kälte bringt:

Echter Herbst

Aus ayurvedischer Sicht tun ein paar Sachen gut, um die kalte, trockene Phase gut zu überstehen. Da der kühle Herbst eine Vata- reiche Zeit ist,  können ansonsten Unruhe und Nervosität steigen und wir ein wenig an Tatendrang oder auch an Gelassenheit einbüßen. Umso wichtiger gut gegen zu steuern, um in unserem Gleichgewicht bleiben zu können. Besonders an trockenen, kalten und windigen Tage mit extraviel Vata-Energie, tut gut:

  • Nährend und eher etwas gehaltvoller (fettreicher) zu essen was gut passt, denn ich hab im Herbst/ Winter auch immer noch mehr Hunger als sonst. In dieser Jahreszeit sollten wir auf keinen Fall fasten oder diäten, da der Körper die zusätzliche Energie braucht. Ausgenommen sind natürlich die kurzen Detoxtage zum Herbstbeginn (s.o.).
  • Eher sauer, süß und salzig zu essen anstelle von scharf, bitter oder herb. Es wird auch geraten (und das fällt mir schwer) kaltes Essen wie Rohkost oder Salate einzuschränken. Tut aber, wenn man es umsetzt, immer gut. Wärmende Gerichte helfen also sehr.
  • Eine Ganzkörper-Ölmassage zu genießen oder sich selbst zu massieren – lt. Ayurveda am besten mit Sesamöl. Ich nutze an kalten Tagen allerdings am liebsten das Arnika-Massageöl von Weleda, was auch eine erwärmende Wirkung hat.
  • Etwas länger zu schlafen – wobei mir das schwer fällt, weil dann meine Yogazeit weg ist und ich auch (noch) nicht früher ins Bett komme. Schlafen hilft aber die Ruhe zu etablieren und nicht nur nervös und voller Neugier durch die Welt zu flattern. Ich bleib also dran.
  • Wärme, Wärme, Wärme: Ich schlafe ab Herbst mit einer Wärmflasche ein (vor dem lachen erst selbst probieren – fühlt sich einfach super an), trinke fast nur warmes Wasser, Tee oder Ingwerwasser, schütze mich vor Wind durch Schals und warme Jacken und sorg so dafür, dass die kühle Luft mit nichts anhaben kann.
  • Menschliche Wärme genießen: Die kalt-trockenen Vata-Wochen brauchen einen Gegenpol der Gemütlichkeit und Freude, weshalb wir viel Zeit mit Familie und Freunden verbringen sollen, gemeinsam kochen und beisammen sitzen können und an den dunklen Abenden genug Zeit für Geschichten und Spiele bleibt. Wärme auch im Miteinander ist das, was wir jetzt brauchen und was uns im Gleichgewicht hält.

Die Yogapraxis im Herbst

Um das Übermaß an Wind und Kälte auszugleichen, mag ich eine erdende und wärmende Praxis. Was bedeutet: Sonnengrüße im fast meditativen- ruhigen Tempo, Stellung des Kindes, tiefe Hocke und ein paar Twists für die innere Wärme. Wenn du Lust hast, dich auf den Herbst einzustimmen, dann pass deine Praxis einem etwas ruhigerem Tempo an und übe Flows, die dich trotz ihrer Langsamkeit richtig erwärmen.  Das ist intensiver als die locker-leichten Flows, die ich im Hochsommer liebe und tut Körper und Geist gut.

Instanthilfe gegen Herbstblues

Wenn dich dann doch der Blues mal packt, dann setz dich schnell hin und visualisiere vor deinem inneren Auge eine wunderbare, helle Sonne über dir, die auf dich hinunter strahlt. Spür förmlich wie du von ihren Strahlen erwärmt wirst. Es ist fast so, als würdest du in Licht baden. Hilft mir sofort und geht mit ein bisschen Übung ratz-fatz zwischendurch immer wenn es nötig wird.

10 schöne Dinge, die man im Herbst gut tun

Unabhängig von all dem Ayurveda gibt es ein paar Dinge, auf die ich mich jeden Herbst freue und die mir den Abschied vom Sommer leichter machen:

  • Tee und gute Bücher (ok, manchmal darf es auch ein gutes Glas Rotwein sein)
  • Kürbissuppen, Süßkartoffelstampf und Pilzpfannen
  • Spaziergänge durch bunte Wälder in klarer Luft
  • Ein warmes Bad bei Kerzenlicht
  • Kuschelige Decken und weiche Pullover
  • Nüsse knacken, Apfelchips trocknen
  • Filmabende mit einem Stapel Kitschfilme
  • Dick eingepackt in der Sonne sitzen
  • Zimtkakao & Apfelkuchen
  • Drachen steigen lassen, den Wind fühlen

Fällt euch noch was ein? Ich freu mich auf noch mehr Tipps, mit denen wir entspannt, fit und gut gelaunt in den Herbst ziehen. Mit meiner kleinen Liste jedenfalls komme ich ohne zuviel Melancholie hinein -vielleicht ist auch was für dich dabei?

Liebe Grüße

Silja

 

 

 

Hallo, ich bin Silja. Gründerin von Glücksplanet und Trainerin, Coach, Yogalehrerin, fröhliche Mama von drei Söhnen, glückliche Ehefrau, begeisterte Pflanzenesserin, beseelte Yogaübende. Mein Herz schlägt für Psychologie und Coaching, Yoga und gutes, gesundes Essen. Ich schreibe mit Leidenschaft über alles, was helfen kann ein glückliches, entspanntes und begeistertes Leben zu leben. Mehr findest du auf meiner "Über mich" Seite. Für tägliche Inspiration folge mir auf Facebook oder Instagram.

4 Kommentare

  1. Jessica 1 Jahr vor

    Guten Morgen, liebe Silja! Als erstes, meine Wärmflaschen Saison ist seit gestern Abend eröffnet 🙂 Selbst in (für mich) kühlen Sommer Nächten krame ich sie raus. Okay, es darf gelacht werden. 🙂

    Worauf ich mich freue? – Auf die Herbstmode. Ich mag auch das kuschelige. Hier ein Halstuch, da eine bunte Leggings. Ausserdem trage ich im Herbst / Winter ausschließlich Röcke. Stulpen sind auch immer toll. Die Mütze wird wieder rausgekramt. Ich mag den Herbst. Den Winter muss ich mir dann leider schön reden. Zuviel Kälte … das ist dann nicht mehr meins. 🙂

    • Autor
      Silja 1 Jahr vor

      Juhu Jessica,
      ja ich hatte gestern auch die Wärmflasche am Start…weiß also wovon du sprichst und ehrlich gesagt: War toll so kuschelig einzuschlafen. Jawoll. Das Kuschelige mag ich auch. Wir werden es uns schon schön machen und über den Winter sprechen wir dann später…dauert zum Glück ja noch…
      Bis bald und einen guten Start ins WE,
      Silja

  2. Jenny 1 Jahr vor

    Hallöchen,
    diese Jahreszeit ist meine Liebste! Ich liebe die kühlen Morgen beim Hundespaziergang, die frische Luft und den Wind ?
    Ansonsten habe ich auch mit warmen Ingwerwasser angefangen. Warmes Essen liegt mir sowieso mehr, heute zum ersten Mal am Mittag ne Suppe gegessen, weil mir kalt war. Muss mal wieder einen Vorrat vorkochen und einfrieren.
    Und für die Wärme im Bett: ich habe zum Geburtstag im Februar eine Heizdecke bekommen! Ich liiiiebe sie ?

    Herbstliche Grüße
    Jenny

    • Autor
      Silja 1 Jahr vor

      Hallo Jenny,
      ja ich mag das Kühle auch…aber liebe auch die Sonne. Warmes Ingwerwasser ist super 🙂
      Und eine Heizdecke, ja? Ist wahrscheinlich wunderbar.
      Liebe Grüße
      Silja

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