Essen, was gut tut

Essen, was gut tut

Essen, was gut tut

Neulich bin ich in ein Verkaufsgespräch geraten. Es ging um meinen Körper, Muskel- und Fettanteile und die Art und Weise, wie ich mich „optimieren“ könnte. Nun bin ich ja durchaus ein Freund von innerem Wachstum, Fitness, Geschmeidigkeit, innerer Ruhe und so weiter , daher hörte ich aufmerksam zu. Wobei mir das Wort „optimieren“ ja nicht so gut gefällt. Es legt Mangel nahe und der führt bei mir nur zu einer zeitlich sehr begrenzten Veränderungsmotivation. Jedenfalls ging es um Trainings in Anzügen mit Elektrodings am Körper (ich habe nicht alles verstanden) und einen Ernährungsplan. Und hier war ich leider raus. Ich verstehe, dass wir uns manchmal gute Pläne machen müssen, um eine Veränderung erreichen zu können, aber in mein Essen lass ich mir keinen mehr reinquatschen. Ich will nur noch essen, was gut tut und mich wohl fühlen lässt, denn es hat echt viel  zu lange gedauert, bis ich bei diesem Thema entspannt war

Die Reise

zu einem halbwegs guten Verhältnis zu meinem Körper habe ich hier  schonmal beschrieben. Ich bin (immer noch) sowas von erleichtert, dass ich zum Thema Essen nicht mehr so ein Drama mit mir rumschleppe. Vorbei sind die Zeiten voller Wiegen, Verzichten, Diäten. Wie oft ich ein schlechtes Gewissen hatte und mich selbst verurteilt habe! Aaaah! Mittlerweile glaube ich fest daran, dass wir, wenn wir auf unseren Körper hören, die richtigen Dinge zu uns nehmen. Dann findet sich auch die für unseren Typ passende Körperform, auch da bin ich mir sicher. Essen ist etwas natürliches und heute geht es um all das, was mir geholfen hat ein wenig lockerer zu lassen und zu genießen.

Essen, was gut tut

Wenn du auch ein wenig Diäten-geschädigt bist, oder dich in deinem Körper noch nicht ganz wohl fühlst, dann ist das vielleicht dein Post. Ich will gerne in den nächsten Wochen ein wenig mehr teilen, was bei mir alles auf den Tisch kommt. Wie ich einkaufe, was ich immer im Haus habe und worauf ich bei der Zusammenstellung von Gerichten achte, habe ich schonmal beschrieben. Heut gehts um etwas anderes: Um den Bezug zum Essen, was es für uns bedeutet und wie wir es wichtig nehmen können, ohne verrückt zu werden.

Was isst du?

Neulich wurde ich in Christinas Ayurveda Kurs aufgefordert ein Essenstagebuch zu schreiben und, auch wenn ich das vor Jahren schonmal gemacht habe, muss ich sagen, dass es mir super gut getan hat. Ich kann es also als Startschuss sehr empfehlen. Schreib allerdings wirklich auf, was Sache ist! Es geht nicht um Kalorien oder gar Punkte, sondern notier lieber die Antworten für diese Fragen:

  • Was habe ich gegessen?
  • Warum hab ich gegessen?
  • Wie ging es mir danach?

Essen macht was

„Du bist, was du isst“ sagt man so schnell. Früher hab ich das irgendwie nicht geglaubt. Mit der Umstellung vom Alles-Essen zur pflanzlichen Kost hat sich jedoch so viel geändert! Subtile Angstzustände waren plötzlich verschwunden und ich hatte viel mehr Energie als vorher. Ich fühlte mich frischer und besser und das Gefühl hält bis heute an. Essen macht also was mit uns. Daher schau, was du isst und wie du dich danach fühlst. Energiegeladen und bereit loszulegen? Oder eher ein wenig schlapp und müde? Gemütlich und kuschelig oder vor Kraft strotzend? Zu verstehen, welches Essen bei uns ganz persönlich welche Reaktion hervorruft ist so ein Gamechanger!

Essen ist oft mehr

Zu der Frage: Warum esse ich eigentlich, bin ich vor ein paar Jahren erst gekommen. Wir essen aus den verschiedensten Gründen. Manchmal natürlich weil wir hungrig sind, manchmal auch aus der Routine heraus. Einladungen und Rituale können uns zum Essen bringen, Langeweile oder der Wunsch nach Ablenkung ebenfalls. An düsteren Tagen essen manche, um sich zu trösten. Andere für dieses wohlige Gefühl oder als Belohnung nach einem harten Tag. „Das hab ich mir heute verdient“ sagen wir dann und kompensieren so oft etwas, was uns nicht gut getan hat. Zu Verstehen, dass all die Gründe, die nicht Hunger sind, Essen zu einer Ersatzfriedigung machen, hat mir sehr geholfen wieder zu einem natürlichen Rhythmus zu finden.

Ersatzbefriedigung und Glück

Nicht, dass wir uns missverstehen: Ich belohne mich gerne am Abend mit einem Stück Schokolade und auch bei Einladungen bestehe ich nicht rigoros auf meinem eigenen Essenszeiten – ich liebe das Essen in der Gemeinschaft sehr! Ich verstehe allerdings immer mehr und mehr, dass es mich viel zufriedener macht, eine Pause mehr zu machen, als am Abend eine Tafel Schokolade zu verschlingen. Jemanden anzurufen und das Herz auszuschütten, als mit einer Tüte Chips auf der Couch zu sitzen. Essen macht uns nur manchmal glücklich. Als Ersatzbefriedigung ist es ein wenig schal und lässt uns oft mit einem unguten Gefühl zurück.

Entspannt essen

Je mehr wir einfach nur essen, worauf wir Hunger haben und die Dinge zu uns nehmen, die uns gut tun, umso besser geht es uns. Unser Körper ist dazu da fit zu sein, aktiv, sich zu bewegen!  Unsere Nahrung sollte alles dazu beitragen, damit wir ohne Mangel an Nährstoffen durchs Leben gehen und Körper sowie Geist leistungsfähig bleiben. Entspannt zu essen, bedeutet also für mich dann zu essen, wenn ich wirklich Hunger habe und das zu essen, was mir wirklich gut tut.

Ein paar kleine Regeln für das Essen, was wirklich gut tut

Auf dem Markt gibt es eine Vielzahl von möglichen Formen, sich zu ernähren. Und so überlegen wir: Paleo, Ketogen oder High Carb? Fasten oder Teilfasten? Fünf oder drei Mahlzeiten? Wir sind alle unterschiedlich, also tun uns vielleicht sogar unterschiedliche Dinge gut. Einfühlen und Ausprobieren scheint daher eine gute Idee. Zudem frag dich: Nach welchen Werten lebe ich? Was ist mir wichtig in meinem Leben? Bei mir kam irgendwann nur noch die pflanzliche Küche infrage, wenn du neugierig bist, schau hier wieso ich selbst Käse nicht mehr essen mag. Außerdem versuche ich weiterhin Zucker so gut ich kann wegzulassen – was nur begrenzt erfolgreich klappt.

Frisch, selbstgekocht und hochwertig

wäre toll. Klappt aber (zumindest bei mir) nicht immer. Also mix, so gut du kannst. Ich versuche wenigstens einen Salat oder ein Gemüse zu einem einfachen Nudelgericht zu zaubern und generell einiges vorzubereiten. Ein selbstgerührter Frischkornbrei lässt sich gut am Vorabend erstellen und der Lieblingssmoothie sorgt für ordentlich Vitamine am nächsten Tag. Suppen gehen leicht und lassen sich fein aufwärmen und selbst in Restaurants gibts auf Nachfrage immer leckere, ganz frische Gemüsevariationen. Wer das Kochen noch nicht für sich entdeckt hat: Geh in den Buchladen deiner Wahl und kauf dir ein gutes Kochbuch. Frischgekocht schmeckt es soviel besser! Und du kannst es genauso machen, wie du es magst und weißt genau was drin steckt! Ich mag diese Buch hier sehr gerne, da es so viele Variationen bietet und für vegetarische Gerichte meist auch eine vegane Variante parat hat:

Diesen Frühling

will ich mich übrigens für eine Saftpresse entscheiden und endlich loslegen neben Smoothies auch frische Säfte zu genießen. Ich hab das schon so lange vor und nun wird es endlich Zeit für noch mehr Vitamine und Frische in meinen Gläsern. Meine halbjährliche Probiotikakur ist fast abgeschlossen und ich bin außerdem bereit wieder mehr in der Küche rumwerkeln. Vor lauter Aufregung über meine letzte Entscheidung ist das irgendwie ein wenig zu kurz gekommen. Wie schaut es bei dir aus? Was isst du gerne und worauf achtest du? Gibts Ideen für den Frühling? Ich bin gespannt und freu mich wie immer über Inspirationen.

Allerliebste Grüße

Silja

PS: Ebenfalls momentan Lieblinge in Sachen gesunde Ernährung und tolle Rezepte sind:

oder auch:

Es gilt: Bevorzugt für den Bücherkauf gern euren lokalen Buchladen, damit diese schönen Orte nicht von der Bildfläche verschwinden. Über den Link bestellt profitiere ich ein wenig (und muss das daher hier dazu schreiben).

Hallo, ich bin Silja. Gründerin von Glücksplanet und Trainerin, Coach, Yogalehrerin, fröhliche Mama von drei Söhnen, glückliche Ehefrau, begeisterte Pflanzenesserin, beseelte Yogaübende. Mein Herz schlägt für Psychologie und Coaching, Yoga und gutes, gesundes Essen. Ich schreibe mit Leidenschaft über alles, was helfen kann ein glückliches, entspanntes und begeistertes Leben zu leben. Mehr findest du auf meiner "Über mich" Seite. Für tägliche Inspiration folge mir auf Facebook oder Instagram.

14 Kommentare

  1. Barbara Lotz 5 Monaten vor

    Liebe Silja,
    Vielen Dank für dieses total interessante Thema!
    Ich habe gemerkt das ich zumindest im Winter warmes Essen bevorzuge. Die Körpermitte zu wärmen tut mir gut und stärkt mich. Hierfür liebe ich Suppen. Fleisch kommt nicht in Frage, Käse esse ich noch.. .aber wenig.
    Vegan interessiert much zusehends mehr und es gibt vegane Tage in der Woche. Säfte trinke ich keine wegen dem hohen Fruchtzuckergehalt. Smoothies mit viel Gemüse aber durchaus 😊
    Gerne mehr vom Thema Ernährung😊😊😊
    Liebe Grüße Babra

    • Autor
      Silja 5 Monaten vor

      Liebe Babra,
      danke dir – geht mir genauso mit dem Warmen im Winter. Der Körper sagt uns schon, was wir brauchen.
      Liebste Grüße und danke dir für dein Einblick. Hab mich gefreut von dir zu lesen,
      Silja

  2. Cathleen 5 Monaten vor

    Hallo Silja, ich lese immer mal wieder deine so tollen Artikel. Man wird sofort motiviert, notiert sich das ein oder andere. Danke für deine vielen Infos 🙂 Ein schönes Wochenende 😉 Cathleen

    • Autor
      Silja 5 Monaten vor

      Liebe Cathleen – was für ein schönes Feedback! Danke dir! und hab einen guten Start in die Woche morgen!
      Alles Liebe,
      Silja

  3. Sarah 5 Monaten vor

    Liebe Silja,
    vielen Dank für den Einblick in deine Ernährungsweise,ich finde es immer spannend zu erfahren,was andere Menschen so essen und welche Haltung sie zu diesem Thema haben.Ich selber ernähre mich ausschließlich von Bioprodukten und „verweigere“ konventionelles Essen.Dies erscheint vielen als extrem und erweckt oft den Eindruck,ich müsste ständig verzichten…aber nein,man kann wirklich alles in der „vitalen Variante“ essen!Und dies ohne großen Aufwand!Ich möchte einfach keine Industrie in meinem Körper haben und bin mir sicher,dass mein Verdauungssystem keine E-Nummern,Zusatzstoffe,Süßstoffe,Pflanzenschutzmittelreste etc. haben möchte – weil es „Müll“ ist.Seitdem ich so esse, habe ich übrigends eine total reine und gesunde Haut,glanzvolle Haare und keine Kopfschmerzen mehr…
    Liebe Grüße,Sarah

    • Autor
      Silja 5 Monaten vor

      Liebe Sarah,
      wie spannend! Danke dir dafür. Darauf könnte ich auch mehr achten!
      Alles Liebe ,
      Silja

  4. Dagmar 5 Monaten vor

    Liebe Silja,
    danke für diesen neuen Bloggst. interessant, ich hab am Montag das EMS-Training ausprobiert und werde das jetzt mal für 8 Wochen testen. Bin gespannt. Ernährungsberatung war da nicht dabei. Damit beschäftige ich mich selbst aber ziemlich viel.
    Ist das Rezept für deinen Chiabrei eine Portion? Mein Porridge morgens wird mir gerade zu eintönig, trotz einiger Varianten, und ich probiere den Chiabrei bestimmt mal aus.
    Freu mich immer über deine neuen Posts, auch bei Facebook, und finde deine Arbeit ganz toll.
    Liebe Grüße, Dagmar

    • Autor
      Silja 5 Monaten vor

      Liebe Dagmar,
      danke dir! Ich freu mich sehr. Und was ist wohl EMS? Ich werd das gleich mal googeln. Viel Spaß auf jeden Fall. Zu deiner Frage: der Chiabrei ist für 2-3 Portionen. Also bei mir. Probier mal aus. Er hält sich 2 Tage im Kühlschrank.
      Ganz liebe Grüße,
      Silja

  5. Dagmar 5 Monaten vor

    Liebe Silja,
    danke für deine Antwort.
    Du schreibst von „Trainings in Anzügen mit Elektrodings am Körper“. Da dachte ich, du meintest EMS-Training. EMS = Elektro-Muskel-Stimulation.
    Liebe Grüße aus dem Allgäu

    • Autor
      Silja 5 Monaten vor

      Ja das stimmt! Da war so ein Stand bei unserem Gesundheitstag. Ich hatte die Abkürzung nur nicht auf dem Schirm. Sorry 🙂
      Wie gefällt dir das Training?
      Liebe Grüße

  6. Stephanie 5 Monaten vor

    Liebe Silja

    Vielen Dank für deinen Beitrag!
    Wie machst du das mit „Mitessern“ – damit meine ich Personen im gleichen Haushalt, die auch etwas essen? Ich koche nach der Arbeit immer für mich und meinen Zukünftigen aber er ist „normalgewichtig“ während ich definitv ein paar Kilos zu viel habe und das meine ich nicht, weil nur ich mich so wahrnehme, sondern dies ist Fakt. Ich finde es so schwierig für ihn eine Portion Pasta zu kochen und ich esse eine Gemüsebrühe oder ähnliches… und wenn ich das mache, habe ich immer das Gefühl, ich bin noch nicht satt aber dies liegt sicherlich au daran, dass ich in der Vergangenheit zu grosse Portionen am Abend gegessen habe.

    Vielleicht hast du den einen oder anderen Tipp für mich?

    Herzliche Grüsse

    • Autor
      Silja 5 Monaten vor

      Du Liebe,
      ich bin kein freund von Diäten sondern eher von der ausgewogenen Küche – daher keine Ahnung. Hast du mal versucht ein paar Wochen rein pflanzlich zu leben oder tust du das schon? Ich würde, wenn du gerne Kohlenhydrate magst, eher schauen, dass die Soßen nicht zu fettig sind, sondern eher gemüsig und es Vollkorngetreide gibt.
      Mehr Tipps leider nicht. Sorry!

      Alles Liebe,
      Silja

  7. WillAgri 5 Monaten vor

    Mein *Bauch*gefühl sagt mir leider NIE das ich satt bin. Ich könnte ständig und rund um die Uhr bzw.bis ins Bett gehen und dann sofort wieder nach dem Aufstehen ESSEN ESSEN ESSEN . ohne jegliched *Satt*gefühl 😢 ich muß mich zwingen nicht ständig was zu essen oder naschen 😢 Wobei es keine Fressflashs sind sondern ständig nur HUNGER auch viel trinken ~mindestens 3l,manchmal auch mehr~ hilft nicht. Ablenken ist so gut wie nicht möglich,mein Hirn denkt nur an ESSEN 😢😢😢😢😢

    • Autor
      Silja 5 Monaten vor

      Hallo du,
      das hört sich nicht gut an. Hast du das schon mit einem Arzt / Heilpraktiker oder vielleicht auch Coach besprochen? Wenn nicht würde ich es unbedingt tun. Ich glaube, das kann helfen.

      Alles Gute für dich,
      Silja

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