Tanz ma drüber – wieso ab jetzt getanzt wird

Tanz ma drüber – wieso ab jetzt getanzt wird

Tanz ma drüber – wieso ab jetzt getanzt wird

Es gibt therapeutische Maßnahmen, die sind einfach und wohltuend – und doch nutzen wir sie nicht regelmäßig. Oder, um präziser zu sein: Ich brauche so meine Zeit, bis ich es checke. Das mit dem Morning-Boost- Getränk hat beispielsweise mehrere Monate gebraucht. Immer wieder bin ich, an den vermeintlich schlechten Tagen, eingeknickt- bis die feste Routine da war und mein warmes Wasser nun nicht mehr fehlen darf.  Das gleiche Spiel vollzog sich bei der morgendlichen Meditation, der Dankbarkeitspraxis oder der täglichen Yogaeinheit (ok, das ist schon länger her). Ich lerne, so scheint es, etwas langsamer – was übrigens auch für das Tanzen gilt – aber eins nach dem anderen.

Warum wir einknicken, wenn gerade alles Mist läuft

Es ist ein ziemlich verbreitetes Phänomen: Wir lassen meist dann unsere Selbstfürsorge den Bach runter ziehen, wenn es uns nicht gut geht. So frei nach dem Motto „Jetzt ist auch schon egal“ wird dann fröhlich die Snooze-Taste gedrückt, statt meditiert und Junk Food gegessen, statt was Gutes gekocht. Meine Theorie dazu ist, dass in mir so ein innerer Punk sitzt, der nur darauf wartet ans Ruder zu dürfen. Sobald sich meine Gute-Laune-Wächter zurück ziehen, übernimmt der Punk und mit ihm die Selbstmitleidsfraktion, die Trotzterroristen und Wüteriche. Unter diesem Regime fällt mein Geist sofort in eine Vielzahl alter Muster zurück. Es ist erschreckend.

Neulich

war es ganz schlimm. Früher hätte ich gesagt, dass die Entscheidung für eine weiterführende Schule des Jüngsten, selbstgemachter Abgabestress und Hauptjobtermine Schuld waren. Heut weiß ich aber: Es war die Vollmondwoche! Und noch dazu war Supermond, Sternzeichenwechsel, Finsternis und und und. Mit mir ging es (hat die repräsentative Instagramumfrage übrigens auch ergeben) JEDER anderen (und jedem anderen) auch so. Ha! Ich war unleidlich, fühlte mich unzureichend, wartete auf die (in meiner Warhnehmung) ausbleibenden Liebesbeweise meines Umfelds und konnte gut schmollen. Es war echt nicht meine Woche und meine frischeren guten Routinen wankten wieder mal bedenklich. Bis ich, Sonntag abends und den Tränen nahe, dachte: Jetzt reichts! Das kann doch nicht sein, dass ich mich selbst runterziehe!

Erinner dich an das, was gut tut

Ein Lied im Radio brachte den Wechsel: Da war es, eins meiner Lieblingslieder, trällerte im Hintergrund und ich stand am bekannten Scheideweg: Entweder weiter im Selbstmitleid suhlen, Opfer sein, andere anklagen oder tanzen. Also hab ich getanzt und, ihr Lieben, das war Gold wert. Die Musik laut aufgedreht, hab ich mich erinnert, wie gut es tut, wenn ich singe und stampfe und mich fühle. Tanzen befreit sofort aus dem akuten Moment. Es lässt uns abschütteln was war. Ich wunder mich immer noch, dass ich das einen Moment vergessen hatte.

Irritation erzeugen

Wie logisch es ist, dass wir beim Tanzen nicht am Trübsinn festhalten können, wird klar, wenn wir unser Hirn betrachten: Die schlechten Gefühle entstehen aus der Bewertung eines Moments, Gedankens, einer Situation, Person. Die aufkommenden Sorgen, Ängste, Unsicherheiten, Traurigkeiten, .. die nun in uns hochsteigen, sind jedoch meist alt. Unser Gehirn sucht für die Bewertung etwas, das wir kennen. Und genau dies sind dann die Trigger für das Gefühl. All diese Gedanken, Geräusche, Bilder oder Menschen, die uns -schwuppdiewupp -in einen alten Film zurück zerren. Häufig passiert das unbewusst. Wir bemerken nur die aufsteigende Emotion. Das Spannende ist: Der alte Film in unserem Kopf ist mit samt dazugehörigem Bild, Ton, Gefühl, Bewegung, Geruch abgespeichert. Eine meiner Lieblingstechniken im Coaching ist es daher, diese Mischung zu verändern und den Cocktail neu zu mixen – und sie wirkt so gut!

Eine neue Mischung

entsteht, wenn wir plötzlich etwas machen, was nicht zum alten Film passt. So addieren sich zu dem alten Gefühl erste neue Eindrücke. An meinem Sonntag waren das: Ein vibrierender Bass, ein lauthals gesungenes Wort, eine Drehung, die schwindelig macht. Man kann einfach nicht ernsthaft total schlecht drauf bleiben, wenn man tanzt. Es geht nicht. Etwas verändert sich: Mal löst sich die Anspannung und Tränen laufen, mal haben wir Lust etwas klarzustellen, mal atmen wir durch und beruhigen uns. Aber die Bewegung des Körpers schafft auf jeden Fall Bewegung im Kopf.

Tanz ma drüber

Ich sage daher: Tanzen wir drüber. Ich bin wild entschlossen! Ab jetzt, immer wenn es blöd läuft, würd ich gern tanzen. Singen. Raus aus dem Loch krabbeln oder zumindest den Film ein wenig verändern. Und damit diese neu wiederentdeckte Routine nicht auch beim nächsten schlechten Moment hinten rüber fällt, übe ich nun regelmäßig. Was so gut tut! Ist noch jemand mit dabei? Ich freu mich sehr auf eure Kommentare und vielleicht teilt ihr auch eure Lieblingssongs gegen schlechte Laune?  Wer mag kann übrigens auch auf Instagram unter #tanzmadrüber schauen und posten. Gemeinsam denken wir bestimmt dran, wie gut es tut – ganz egal wie der Mond steht.

Liebste Grüße,

Silja

PS: Während die Tanzbilder selbst geschossen sind, ist das tolle Foto vom See von Fotodesign Martin Giebel. Danke dir!

Hallo, ich bin Silja. Gründerin von Glücksplanet und Trainerin, Coach, Yogalehrerin, fröhliche Mama von drei Söhnen, glückliche Ehefrau, begeisterte Pflanzenesserin, beseelte Yogaübende. Mein Herz schlägt für Psychologie und Coaching, Yoga und gutes, gesundes Essen. Ich schreibe mit Leidenschaft über alles, was helfen kann ein glückliches, entspanntes und begeistertes Leben zu leben. Mehr findest du auf meiner "Über mich" Seite. Für tägliche Inspiration folge mir auf Facebook oder Instagram.

0 Kommentare

Eine Antwort hinterlassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*

*