Briefe an dich

Briefe an dich

Briefe an dich, Briefe an mich

Im Urlaub hatte ich viel Zeit über diesen Blog nachzudenken. Ist die Zeit der Blogs vorbei? Ich habe das Gefühl, wer hip ist, ist auf Substack. Doch ich will gar nicht dort schreiben. Ich will weiter hier schreiben, aber nicht immer fließt es mir leicht aus der Feder. Also habe ich überlegt, was ich tun will. Wonach mir der Sinn steht und weißt du was? Ich will Briefe schreiben. Briefe an mich. Briefe an dich. Erinnerungen an die Zeit, in der ich gerade bin. Gedanken festhalten. Hattest du früher Brieffreundinnen? Wenn nicht, lass mich deine sein. Lass uns Glücksplanet, zumindest ab und zu, zu einem Briefkasten machen. Du kannst mir einfach in den Kommentaren antworten. Wunder dich nicht, ich muss sie immer erst freischalten, dann erscheinen sie. Sonst ist hier soviel Spam und das wäre ja schade. Also, was sagst du? Bist du dabei?

Mein Urlaub

Ich komme zurück aus dem Urlaub. 12 Tage Sonne und Kargheit mitten in den Kanaren. Meer und Sand, Pool und mehr oder weniger erfolgreiche Versuche mein Tennisspiel zu verbessern. Der Urlaub war im besten Sinne ereignisfrei. Wunderbar. Ich habe es genossen. Wir haben gespielt und gelacht, Sport gemacht und gelesen. Wie in jedem Jahr habe ich mich mit meinen verrückt einprogrammierten Standards für meinen Körper auseinander gesetzt und ein Stück mehr gelernt, mich selbst zu lieben. Es ist nicht so leicht, weißt du? Fast so, als würde sich etwas in mir dagegen sperren. Nicht immer, aber manchmal. Dann sehe ich an mir runter und zweifle. Zweifle, weil die Falte an meinem Bauch zu rund oder die Haut zu viele Pigmentflecken hat. Zweifle, ob das so sein darf. Jedes Jahr dasselbe. Es wird besser, aber es ist bei weitem noch nicht weg.

Der Fehler

Zu allem Überfluss habe ich gleich am ersten Tag etwas gemacht, was ich sonst nie mache: Ich habe mich auf der Waage, die das Hotelzimmer unter dem Waschbecken versteckt hielt, gewogen. Was sagt eine Zahl und wieso kann ich mich wegen ihr eben noch wunderbar und dann furchtbar falsch fühlen? Um meinen Kopf aufzuräumen und mich frei zu machen, habe ich dann entschieden ein starres Programm durchzuziehen. Früher wäre das eine Diät gewesen, doch dieses Jahr war es der Beginn der Verstärkung meiner eigenen Umprogrammieren. Die Idee kam, als erst mein Sohn sagte, dass Gewicht sowieso keine vernünftige Größe für Verlgeiche wäre und ich eigentlich nur überlegen müsste, wie sehr ich den Genuss liebe und ob ich bereit bin etwas dafür aufzugeben, um dünner zu sein. Kurz gesagt: Wie viel es mir wert ist, das Dünnsein. Wo er einen Punkt hat. Ich liebe das Stück Schokolade am Abend und auf keinen Fall will ich mich selbst in meine 20er zurück versetzen. Damals, als ich die Diätrezepte alle kannte, genauso wie die Kalorien einzelner Lebensmittel. Es war eine, hm, wie sage ich es?, seltsame Zeit.

Körperkult

Meine Freundin riet mir, zu überlegen, ob ich einem Ideal entsprechen will und wenn ja, ob dieses Ideal wirklich meins sei. Das brachte mich noch mehr ins nachdenken. Ich will gar nicht dünn sein wie Kate Moss. Ich will auch nicht hungern. Ich will leben. Ich will stark und gesund sein und mit 80 noch meine EnkelInnen und Katzen heben, rennen und zum Yoga gehen. Das alles hat nichts mit meinem Gewicht zu tun, sondern eher mit meinem Lebenswandel. Ich liebe Sport und will ihn nicht machen, um irgendwie auszusehen. Dennoch krabbelt mein Ego mit seinen Vergleichen und Idealen mir immer wieder hinein. Also habe ich begonnen anderen Accounts zu folgen. Was guttut! Ich habe begonnen Florence Given zu lesen, deren Buch „Women dont owe you pretty“ mir sehr gut gefällt. Feminismus und eigene Schönheitsideale, innen statt außen, all das hängen mehr zusammen, als ich dachte.

Die Lust zu blühen

Und, weißt du was? Da ist eine ganz Welt zu entdecken! Da sind ganz faszinierende ältere Frauen auf Instagram, bei denen die Stirn mit ihren Falten noch lebt und die Haut an der ein oder anderen Stelle hängen darf. Vor allem jedoch leuchten ihre Augen und sie sind so, so schön. Schön, nicht in einem Retorten-mäßigen Sinne, schön im Sinne von Strahlen, von Authentizität, von Leben. Oh, es tut mir gut, sie anzuschauen. Ich will auch nicht mehr urteilen. Nicht über andere Körper, deren Geschichten ich nicht kenne, nicht über Kleidung oder Angewohnheiten. Warum nicht jede leben lassen, wie sie mag? Solange es keinem weh tut? Wir alle blühen in unseren eigenen Farben und da ist eine Lust zu blühen, die in uns allen ist. Wir alle wollen in unseren eigenen Farben und Formen blühen, oder? Nicht so, wie alle blühen – nein, das wäre langweilig. So, wie wir sind!

Farben einladen

Generell will ich es bunt haben. Ich bekomme Lust unsere Wohnung zu streichen und hab mir vor dem Urlaub noch Ölkreidestifte gekauft. Beim Malen ist es so ähnlich wie mit meinem Körper. Da ist eine Lust, was „Tolles“ zu malen. Fast so, also müsste ich mich selbst beeindrucken. Oder jemand anderen? Ich bin mir nicht sicher. Auch beim Malen will das Ego rausgehalten werden und das lerne ich gerade, übe ich. Ich habe also gemalt. Eine Katze vor einer pinken Wand. Das Meer in Türkis. Nur für mich. Es hat Spaß gemacht und das ist alles, was zählt, oder? Ansonsten habe ich noch furios beim Schach verloren und mein Ego war weit draußen. Es weiß, wo es nichts zu holen gibt, glaube ich.

Lernen

Wir wachsen und wir entscheiden in welche Richtung. Ich musste an Ram Dass Satz „Menschen wie Bäume sehen“ denken und hab begonnen mir selbst ein „ich bin schön“ zu gönnen. Überhaupt: Selbstgespräche sind ein feines Mittel, um die eigenen Gedanken kontrollierbarer zu bekommen und der negativen Verzerrung im eigenen Kopf etwas aktiv entgegenzusetzen. Als wir Tennis gespielt haben und ich frustriert war, weil nichts zu klappen schien, hab ich es auch genutzt. Habe mir vor jedem Schlag laut gesagt „Du  kannst das!“ und tatsächlich war ich sofort besser. Jeder Gedanke, heißt es, bringt ein Signal in unsere Zellen und damit in unser Fasziennetz. Was wir denken, bestimmt, wer wir werden. Wie es die olympische Skimeisterin Eileen Gu sagt: Das ist pures Empowerment!

Ich übe also, lieb mit mir zu sein, mir gut zuzureden, es mir schön zu machen. Nicht, weil ich es muss. Vor allem, weil ich es will und kann. Weil es in der Welt zu viele gibt, die mit sich hadern und dieses Hadern, dieses ganze Beweisen-müssen, diese Standards und dieser Druck uns krankmachen kann. Nichts, was wir brauchen, du und ich. Also, lass uns die Schultern sinken lassen und mehr lächeln. Gespannt auf deine Gedanken!

Von Herzen,

Silja

PS: Der Blick vom Balkon:

Hallo, ich bin Silja. Gründerin von Glücksplanet und Trainerin, Coach, Yogalehrerin, fröhliche Mama von drei Söhnen, glückliche Ehefrau, begeisterte Pflanzenesserin, beseelte Yogaübende. Mein Herz schlägt für Psychologie und Coaching, Yoga und gutes, gesundes Essen. Ich schreibe mit Leidenschaft über alles, was helfen kann ein glückliches, entspanntes und begeistertes Leben zu leben. Mehr findest du auf meiner "Über mich" Seite. Für tägliche Inspiration folge mir auf Facebook oder Instagram.

4 Kommentare

  1. Denise 7 Tagen vor

    Ich freue mich auf deine Briefe an dich und an uns❤️

    • Autor
      Silja 6 Tagen vor

      Liebe Denise,
      danke dir! Ich mich auch! Das hat Spaß gemacht und wird es jetzt öfters geben.
      Bis bald,
      Silja

  2. Jeanette 6 Tagen vor

    Liebe Silja. Ja und ja mehr Briefe. Ich liebe diese Art des Schreibens…
    Heute hatte ich die Herausforderung meinen sich erfüllten Wunsch wirklich anzunehmen und mich darüber zu freuen. Ganz komisch. Ich hatte mir etwas in meinem Job gewünscht. Plötzlich wurde es wahr…und ich irgendwie…Hmm…Darf ich das jetzt wirklich leben. Führe auch gerade Selbstgespräche mit meinem Verstand, um ihn dazu zu bringen sich mit mir zu freuen. Dieses Mensch sein ist wirklich crazy.
    Oder ?
    Herzliche Grüße Jeanette

    • Autor
      Silja 4 Tagen vor

      Oh ja, das kenne ich so gut! Das Nervensystem rebelliert, weil eine Veränderung da ist. Mach langsam. Das mit den Selbstgesprächen ist toll. Es bringt so viel Klarheit. Und Glückwunsch!
      Bis bald,
      Silja

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