Mutlos – wieso das jedem mal so geht und wie man rauskommt

Mutlos – wieso das jedem mal so geht und wie man rauskommt

Mutlos- wieso das jedem mal so geht und wie man rauskommt

Neulich hat mich so ein richtiges Tief umgehauen. Es machte Zack! und mutlos war ich. All die Pläne und Gedanken, das Selbstvertrauen und die Kraft schienen einfach so weggefegt. Ich fühlte mich miserabel. Und nicht nur mir ging es so, es hagelte Kommentare im Instagramfeed voller Verständnis und voller Gleichgesinnter. Gemeinsam waren wir, so schien es, alle im Tief.  All diese inspirierenden Menschen, kreativ und normalerweise voller guter Ideen die Welt zu verbessern – waren mutlos.  Es ist so: Wir alle kämpfen mit Zweifeln und Traurigkeit, mit Frustration und Ängsten. Oft haben wir sie im vermeintlichen „Griff“, aber wenn das ein oder andere zusammen kommt – dann sind sie wieder da. Fast so, als wären sie nie weggewesen.

Was ist eigentlich Mut?

Mut ist, wenn wir Angst haben und uns ihr stellen. Wenn wir um die Risiken wissen und trotzdem unser Ding machen. Mut ist, authentisch zu sein und klar. Mut ist auch, seine Zweifel anzuschauen und trotzdem Glauben zu finden. Unsere Welt macht es uns nicht immer leicht, mutig zu bleiben. Vermeintlich haben wir überall die Wahl und gerade das kann uns lähmen. Wir wollen es so unbedingt richtig machen, unser Glück finden – es scheint gleich um die Ecke. Wir schauen auf Hochglanzplakate und Handybildschirmen mit nicht enden wollenden Palmenstränden oder Festivalbesuchen – und dann auf den Wäscheberg. Alles strahlt und sieht wunderbar aus da draußen! Die Welt scheint ein Füllhorn und wir müssen uns doch eigentlich nur noch bedienen. Was aber, wenn es nicht so klappt? Wenn wir unsere Wünsche nicht schnell genug erfüllt bekommen? Mutlosigkeit kann so schnell entstehen.

Ist alles deine Schuld

Hast du vielleicht nicht richtig positiv gedacht? Nicht die richtigen Morgenrituale gemacht? Dich nicht genug selbst-optimiert? Eine Welt mit soviel Wahlmöglichkeiten kann schnell suggerieren, wir wären selbst schuld. Dabei ist nichts passiert. Das einzige, was in einem solchen Moment des Dramas los ist, ist unser antrainierter defizitärer Blick auf uns selbst. Ich glaube ja immer noch, dass wir anders drauf wären, wenn unser Deutschlehrer unsere besten Formulierungen rot eingekringelt hätte und wir früh an tolle Techniken des mentalen Trainings, wie die Meditation, herangeführt worden wären.

Alles automatisch

Denn unser Gehirn speichert automatisch ab, was wir erleben und was wir fühlen. Es verknüpft munter die Nervenzellen und schert sich nicht darum, ob uns das Ergebnis fröhlicher oder bedrückter macht. Aber es baut sich um. Jeden Tag. Und so haben wir immer aufs Neue die Wahl. Zum Glück wissen das mittlerweile so viele schon. Yoga boomt, denn statt nur den Körper zu trainieren, lernen wir auch ein paar wundbare Dinge für unseren Geist. Meditation hilft sehr und natürlich auch die Rituale, die wir wählen. Aber all das ist ein Prozess. Es gibt kein richtig und kein falsch und vielleicht auch gar kein Ende. Glückseligkeit ist ein Prozess und einer, der zu dauern scheint. Ich denke manchmal, es ist wie wenn man eine riesige Wohnung hat, die ganz zugestaubt ist. Man beginnt aufzuräumen und wirbelt dabei ordentlich was hoch – und wenn man dann fertig ist, ist es in der ersten Ecke wieder leicht eingestaubt.

Don´t believe your Zweifel

Wenn du dich also auch immer mal wieder dabei ertappst, dass du zweifelst und – obwohl du es besser weißt- das Glas einmal halbleer siehst, anstatt halbvoll – dann gräm dich nicht. Es könnten die Hormone sein oder das Wetter. Es kann sein, dass du schlecht geschlafen hast oder irgendeine uralte Nervenzelle aktiviert wurde, die dir einfach ein paar schlechte Gefühle macht. Die Mutlosigkeit ist gar nicht so schlimm. Ohne Tiefen keine Höhen, hat mein Vater früher in traurigen Momenten gesagt – heute denke ich es ist eher so: Wir sind nicht die Tiefen, sie passieren uns einfach.

Beobachte mal

Der Ausweg ist immer, zu beobachten. Schau dir das Feuerwerk in deinem Kopf genau an und beobachte den Strom deiner Gedanken. Normalerweise steigen wir voll ein. Wir sind echt kreativ in diesem Theaterstück da oben. Es geht los mit einem harmlosen „das gefällt mir nicht“ und dann vielleicht dem ersten Widerstand „wieso hab ich heute eigentlich nicht frei?“. Dann suchen wir Schuldige (Chef, Nachbarn,…) und beklagen uns über Dinge, die wir nicht ändern können  („ist auch so dunkel draußen „). Wir finden logische Schlüsse („wenn er sich nur mehr kümmern würde, dann…“) und manövrieren uns mehr und mehr hinein. Mein Wochenend-Mutlosigkeitskreislauf hatte übrigens viel mit meinen Fähigkeiten („Ich kann es einfach nicht“)  und meinen Plänen („Das klappt doch nie“) zu tun. Ich tat mir so leid! Der Kreislauf in Gang kam übrigens, weil ich gefühlt meinen einen freien Tag („heute aber…“) nicht so produktiv („nur zwei Seiten..“) genutzt hatte wie  ursprünglich geplant. Meine Kreativität sprudelte nicht auf Knopfdruck – und mein lieber Geist quatschte mich nach und nach mitten ins Tief.

Das Drama stoppen

So passieren so viele unserer Dramen! Wir denken! Wir haben Erwartungen und Ängste, ziehen komische Schlüsse und meinen, wir hätten recht. Das Drama entsteht allein in unserem Kopf, meistens jedenfalls. Was, wenn die wilden Pläne nicht wahr werden? Vielleicht werden wir dann einfach anders glücklich? Wer weiß schon, was morgen ist? Eigentlich geht es ja um den Moment hier. Wenn wir bei Sinnen sind, dann wissen wir das. Der Ausweg ist daher so simpel wie schwer: Wir müssen lernen zu verstehen, dass unsere Gedanken keine große Weisheit sind, sondern irgendwelche Nervenimpulse – meist aus älteren Nervenzellen-Verbindungen. Längst vergessene Muster spulen sich unbewusst ab – und so fühlen wir uns mit Mitte 40 plötzlich wieder ähnlich erfolglos wie mit Mitte 20. Beispiele gibt es Zuhauf: Der vermeintlich kühle Blick der Mutter lässt uns wieder 12 sein und die Unaufmerksamkeit der besten Freundin katapultiert uns zurück auf den Schulhof.

Befrei dich von den Mustern!

Mittlerweile hab ich eine guten Teil alter Muster verstanden und aufgearbeitet. Macht mich das freier? Ja! Sorgt das für nicht enden wollende Glückseligkeit? Nein, natürlich nicht. Wir sind wie eine Zwiebel. Und ja, es gibt immer wieder Tiefs. Warum auch nicht? Ich war mutlos und heute bin ich wieder mutig. Ich hatte Zweifel – heut kann ich wieder Zuversicht verströmen. Ich komme schneller raus aus den Tiefs scheint es mir. Vor allem fange ich besser an zu verstehen, was sie erschafft. Ich beginne zu ahnen, dass sie gar nicht so wichtig sind, wie sie sich anfühlen.

Du bist nicht deine Gefühle – du bist mehr

Wir sind mehr als unsere Gefühle, wir sind die Instanz dahinter, die beobachtet. Das Buch, was ich gerade lese (s.u.) verdeutlicht das so wunderbar. Beobachte also mehr, zentrier dich und freu dich an dem, was passiert. Freude ist sowieso der Schlüssel zu fast allem. Je mehr wir davon in unseren Tag packen, umso besser gelingt er uns – jedenfalls gefühlt ,-). Alles, was hilft, ist demnach mehr als erlaubt: Dankbarkeitspraxis, Hüpfen, Seifenblasen, inspirierende Bücher lesen, Affirmationen aufsagen, Sport, Bäume umarmen, gutes gesundes Essen und und und – tu, was dir Freude bereitet! Das ist ein guter Schutz. Jeden Tag, sorg selbst dafür, dass du Freude hast. Die Autorin Rebecca Campbell beispielsweise berichtet in ihrem Buch (s.u.), dass eines ihrer Erfolgsgeheimnisse ist, immer für schöne Blumen zu sorgen. Sie liebt Blumen und die Freude überträgt sich. Macht irgendwie Sinn, oder?

Also, ihr Lieben, verzweifelt nicht, wenn es mal hakt und beobachtet was passiert. Sorgt ansonsten für eine gute Zeit, lasst es euch gut gehen. Glaubt an eure Träume und seid auch bereit für einen Plan B. Habt im Blick, dass es um heute geht. Um diesen Moment. Jetzt gerade.

Liebste Grüße,

Silja

PS: Gute Bücher gegen die Mutlosigkeit 😉

Das wunderbare Buch (ich bin noch nicht durch) ist dieses hier:

Und hier Rebecca Campbells motivierendes Buch:

Wie immer gilt: Beim Lieblings-Buchladen oder über den Link bestellen, dann profitiere ich ein wenig!

Hallo, ich bin Silja. Gründerin von Glücksplanet und Trainerin, Coach, Yogalehrerin, fröhliche Mama von drei Söhnen, glückliche Ehefrau, begeisterte Pflanzenesserin, beseelte Yogaübende. Mein Herz schlägt für Psychologie und Coaching, Yoga und gutes, gesundes Essen. Ich schreibe mit Leidenschaft über alles, was helfen kann ein glückliches, entspanntes und begeistertes Leben zu leben. Mehr findest du auf meiner "Über mich" Seite. Für tägliche Inspiration folge mir auf Facebook oder Instagram.

4 Kommentare

  1. Jenny 5 Monaten vor

    Liebe Silja,
    vielen Dank für diesen wunderbaren Post. Ich bin so froh, dass ich ihn heute so früh schon gelesen habe, denn ich brauchte eine Erinnerung! Gestern war ich noch voller Zuversicht, voller Ideen…heute kommen Zweifel und Kummer.
    Aber du hast mich mir deinem Beitrag erinnert dass ich mehr bin als dieses „nicht gut genug -Ding“. Und dass ich was tun kann!
    Und so werde ich heute besonders darauf achten Sachen zu machen, die mir guttun ?

    Namasté und
    ☀️Grüße
    Jenny

    • Autor
      Silja 5 Monaten vor

      Liebe Jenny ,
      so gerne geschehen und danke dir für dein so liebes Feedback! Ich drück dich und ja – mach viele Sachen, die dir Freude bringen. Ich bin auch dabei 😉
      Alles Liebe,
      Silja

  2. Mathias 5 Monaten vor

    Vielen Dank für den tollen Text, tut so gut so etwas zu lesen, im Zeitalter der perfekten Selbstoptimierung!
    Hab noch einen wunderschönen Tag!

    • Autor
      Silja 5 Monaten vor

      Lieber Mathias,
      danke dir für dein liebes Feedback – ich freu ich sehr 🙂
      Hab einen guten Tag und bis bald,
      Silja

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