Empathie und Mut – wieso wir gerade im Job davon mehr brauchen!

Empathie und Mut – wieso wir gerade im Job davon mehr brauchen!

Empathie und Mut  – wieso wir gerade im Job von beidem mehr brauchen

Dies ist ein Plädoyer für zwei (fast) verkannte Stärken im Business: Empathie und Mut. Sie werden nicht besonders belohnt, so scheint es und doch so dringend benötigt. Vielleicht ist die These kühn, aber ich glaube mit Empathie und Mut würde sich einiges ändern. Und dass sich was ändern sollte, zeigen schon Krankenstände und Depressionsraten in vielen deutschen Wirtschaftszweigen. Irgendwas, ihr Lieben, läuft leider erheblich falsch.

Die Guten gehen

Wenn ich mich im Bekanntenkreis umhöre, dann scheint es einen kleinen Trend zu geben, der ebenfalls nicht gut tun kann: Immer mehr Menschen, die kreativ und einfühlsam, innovativ und begeisterungsfähig sind, verlassen die großen Konzerne. Sie sagen Sätze wie: „Es ging nicht mehr.“ oder „Das war einfach nicht mehr meins“ und kurz denkt man an einen Aussteiger in der Midlife-Crisis. Bei genauerer Betrachtung zeigt sich allerdings, das sind normale Menschen – Leistungsträger oft, Quer- und Mitdenker allemal und dazu noch Teamplayer und Fair-Spieler. Und sie alle scheinen ein wenig frustriert – bereit ihr Glück woanders zu suchen. Der Grund variiert natürlich ein wenig. Manche von ihnen gehen, weil sich an Missständen einfach nichts ändern will. Andere sind enttäuscht, dass nur die aktuelle Leistung zu zählen scheint und kleine Tiefs sofort mit Missfallen kommentiert werden. Der Mangel an Karrierewegen ohne 70 Stundenwochen macht jüngeren Menschen Sorgen. Wieder andere haben im Laufe der letzten Jahre ihren Selbstwert so zurecht gestutzt bekommen, dass sie schlicht ordentlich angeschlagen sind. Wer noch Mut hat, der geht. Der Rest bleibt  – oft unglücklich.

Wenn der Fokus nicht mehr stimmt

Kennt ihr das bei Fotografien? Wenn der Fokus verrutscht ist und dadurch das ganze Bild nichts mehr auszusagen scheint? Genauso kommt mir das manchmal in so manchem Unternehmen vor. Da wird jede Bilanzzahl fokussiert, jedes (Vertriebs-) Ziel ins Auge gefasst und jeder Abwärtstrend mit fast panikartiger Aktivität begleitet. Sinn-stiftendes Miteinander, wertschätzende und offene Kommunikation, Mitnehmen und Einbinden werden nicht so eingehend betrachtet. Jeder hat zu funktionieren, der Fokus liegt nicht mehr auf dem Menschen. Eigentlich verrückt, sagen doch die meisten Studien, wie wichtig Menschen für ein Unternehmen sind. Sie machen es aus, entscheiden über Erfolg oder Misserfolg – und ich meine die breite Masse, nicht den einen Chef.

Der Einfluss von Führung auf das Wohlbefinden

Der Trend weg vom Menschen hat einen merkwürdigen Einfluss auf die Leader in einer Firma. Denn, sobald Führungskräfte dauerhaft unter Druck geraten immer perfekte Ergebnisse abliefern zu müssen und stetigen Zuwachs zu produzieren, wird es richtig anstrengend. Ab jetzt werden Zahlen regelmäßig thematisiert, erreichte Felder kurz gelobt und dann gemeinsam überlegt, wie „Potentialfelder“ verbessert werden können. Vor Jahrzehnten, als Vertriebs- Service Center Mitarbeiterin einer Bank, bin ich eine Zeitlang so geführt worden. Es gab Hitlisten und Gespräche über mögliche Steigerungen, Kopfschütteln bei verfehlten Zielen und eine ständige Unentspanntheit auf allen Seiten. Mein Chef war hochmotiviert mich „zu entwickeln“ und ich verlor währenddessen die Freude an diesem Job.

Wieso Empathie uns retten kann

Empathie ist laut Wikipedia „die Fähigkeit und Bereitschaft, Empfindungen, Gedanken, Emotionen, Motive und Persönlichkeitsmerkmale einer anderen Person zu erkennen und zu verstehen.“  Wir würden uns ernst nehmen und zuhören, trösten und ermutigen, wären wir so richtig empathisch. Wir würden nur noch das von anderen verlangen, was wir auch selbst bereit wären zu tun. Wir würden den Mensch überall, in jedem Meeting und in jeder Aufgabe, als Menschen sehen. Wir würden über Funktionen und Tagesleistung hinweg schauen, uns ehrlich die Hand reichen und Höhen und Tiefen berücksichtigen. Es gäbe mehr soziale Verantwortung für die, die nicht mehr so können und beflügelndes Miteinander, da wo es möglich ist. Was so entstehen kann ist eine neue Freude: Freude am Miteinander und an der Leistung.

Wann wir Bestleistungen erbringen

Studien belegen, dass wir am meisten Kraft und Energie freisetzen, wenn wir mit echter Freude am Werk sind. Mehr noch als Wut ermöglicht uns echte Freude, richtig Gas zu geben. Aber wie soll das gehen in den meisten sogenannten „modernen“ Unternehmen? Na klar, gibt es Firmen, die versuchen die Freude zu fördern. Ich habe gelesen, dass Google beispielsweise aus Gründen der Kreativitätssteigerung seine Mitarbeiter gemeinsam durchs Grün radeln lässt, statt sie in einem Besprechungsraum einzusperren. Andere Unternehmen setzen auf Feelgood Manager und Wohlfühloasen, es gibt sogar welche mit Ruheräumen und Yogaklassen. Aber die meisten von uns arbeiten nicht in einem solchen Unternehmen. Und vielleicht braucht es all das gar nicht so sehr? Vielleicht würde die Empathie ja schon reichen.

Mehr Empathie

Mal angenommen, wir alle würden ein kleines Experiment machen und ab heute etwas mehr auf uns und unsere Mitmenschen achten? Wir würden uns ein wenig mehr Zeit nehmen, statt zu hetzen und gar nicht so viel anschieben sondern lieber abwarten? Führung zum Beispiel ist anstrengend, wenn man versucht jemanden irgendwo „hochzuschieben“. Auch dauerhaft eine Möhre vor der Nase desjenigen zu platzieren, nur damit er weitermacht, ist ermüdend. Was wäre, wenn wir künftig stattdessen zuhören und gemeinsam überlegen würden, wann es (wieder) Spaß machen könnte? Wenn wir uns gegenseitig ermutigen würden spielerischer zu sein? Freier? Leichter? Uns nicht auf die Finger hauen würden sondern auf die Schulter? Stellt euch vor wir machen das Miteinander motivierender, ermutigender, fröhlicher und wohlwollender? Wäre das nicht wunderbar?

Wann sich etwas ändert

Und wer jetzt den Kopf schüttelt, mit dem Gedanken „Ja, aber so ändert sich doch nichts“ dem sei gesagt: Wann ändert sich etwas? Doch dann, wenn immer mehr und mehr etwas anders machen. Solange Dinge einfach funktionieren und wir uns einreihen, obwohl wir merken, dass was  nicht stimmt – solange bleibt alles so, wie es ist oder wird noch schlimmer. Wenn wir aber ehrlich überlegen, was uns selbst machmal fehlt und genau das bereit sind das allen anderen zu geben- dann kann sich etwas tun. Vielleicht hören wir auch genauer zu und wissen noch besser, was unser Gegenüber freuen könnte? Es gibt so viele Möglichkeiten einen Unterschied zu machen. Wem also die Freude fehlt und das Zuhören, wer sich mehr Empathie wünscht und Anerkennung – der gebe genau das! Jetzt und heute und genau da, wo wir sind, ist unsere Aufgabe. So entsteht ein Unterschied: Mit Bewusstheit und Sinn für Veränderung. Und all das beginnt mit all den kleinen Schritten und mutigen Entscheidungen.

Zeit für Mut

Mut ist nicht, keine Angst zu haben – Mut bedeutet, sich der Angst zu stellen. Und wir alle sind auch jetzt schon ganz schön oft mutig. Wir trauen uns was, immer mal wieder am Tag. Die Frage ist, ob wir unseren Mut dafür einsetzen, dass sich die Welt ein wenig verändert? Besser wird? Mut beginnt auch damit, sich selbst zu hinterfragen, zu lernen, sich zu entwickeln – ja sogar auszuhalten, dass einen nicht jeder toll findet und wir nicht perfekt sind. Offen auf andere zugehen erfordert Mut, um ein Feedback zu bitten ebenso. Andere Meinungen anzuerkennen, Respekt zu zeigen, fair und verlässlich zu bleiben – all das braucht Courage. Nein zu sagen auch, genauso wie ein beherztes Ja Mut erfordern kann. Und ich glaube, wir alle haben da alle noch Luft nach oben. Wir schauen manchmal weg, wenn es um uns und unsere Routinen geht. Wir haben unsere kleinen Unsicherheiten, die uns blind werden lassen. Wir kultivieren unsere festen Vorstellungen, mit denen wir andere einengen wollen. Wir wünschen uns Kontrolle, statt uns mutig in den Fluss zu werfen. Wir haben Angst vor Kritik oder Widerspruch und passen uns stattdessen an. Mut ist Farbe zu bekennen, für uns und unsere Werte. Mut ist auch, wenn wir ab jetzt etwas anders machen.

Bereit etwas zu tun?

Im Kleinen und Großen? Genau da, wo du bist? Falls ja, dann überleg mal, was dich alles nervt und schau dir danach, wo du schon unbewusst Teil des Systems geworden bist. Frag dich: Was kann ich ändern, um einen Unterschied zu machen? Wen kann ich anlächeln, ansprechen, mit wem diskutieren und wem die Hand reichen? Egal, ob im Job oder im Privaten: Mut und Empathie gehören in unser Leben und so beginnt er.

Ich glaub das würde gut tun. Was sagst du?

Alles Liebe,

Silja

PS:

Das Foto wie immer von meinem Lieblingsfotografen Martin, schaut euch einmal seine Seite an. Er macht tolle Bilder!

und PPS:

Ein Klassiker der mir sehr geholfen hat:

Und wieder gilt. Auf zum Lieblingsbuchladen oder über meinen Link bestellen – dann profitiere ich ein wenig und sage lieben Dank!

 

Hallo, ich bin Silja. Gründerin von Glücksplanet und Trainerin, Coach, Yogalehrerin, fröhliche Mama von drei Söhnen, glückliche Ehefrau, begeisterte Pflanzenesserin, beseelte Yogaübende. Mein Herz schlägt für Psychologie und Coaching, Yoga und gutes, gesundes Essen. Ich schreibe mit Leidenschaft über alles, was helfen kann ein glückliches, entspanntes und begeistertes Leben zu leben. Mehr findest du auf meiner "Über mich" Seite. Für tägliche Inspiration folge mir auf Facebook oder Instagram.

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