Zeichen und mehr – die Geschichte meiner Kündigung

Zeichen und mehr – die Geschichte meiner Kündigung

Zeichen und mehr – die Geschichte meiner Kündigung

Die Geschichte meiner Kündigung hat eigentlich zwei Seiten. Die eine, das ist die Geschichte von einem Weg und der Frage, wie wir unser Leben leben wollen. Was uns wichtig ist und welche Maximen wir uns dabei auf die Fahnen schreiben. Die andere Seite handelt von Zeichen und dem Mut, der entsteht, wenn wir vertrauen. Also, heute für alle, die noch unsicher sind, wie ihr Weg weiter gehen soll die Geschichte meiner Kündigung. Drei Monate liegen noch vor mir in einem Job, der völlig in Ordnung ist. Ich mag ihn sehr. Ich habe eine tolle Aufgabe, nette Kollegen, genieße Vertrauen. Warum mag man das aufgeben? Ehrlich gesagt hab ich mich das auch ganz schön lange gefragt.

Die eine Seite: Was man will und was man hat

Man könnte es jetzt einfach angehen und sagen: Man will immer das, was man nicht hat. Wie früher, als ich Locken wollte und meine Haare noch glatt waren. Also will man Unsicherheit, wenn man Sicherheit hat? So einfach ist es nicht. Die Frage ist eher: Wie entwickeln wir uns und was sind unsere Leitsterne? Das gilt für Beziehungen genauso wie für Berufe und Aufgaben. Alles ist Veränderung und in Bewegung. So hat sich der Schritt in die Selbständigkeit, der nun vor mir liegt ganz schön lange abgezeichnet (was ich übrigens bis vor kurzem nicht gesehen habe).

Vor über zehn Jahren

Hab ich eine Mindmap gemalt. Ich wollte wissen, wo nun, nach Psychologiestudium und Berufserfahrung der Weg hingehen könnte. Ich war wild auf tolle Jobs, auf Verantwortung, auf Veränderung. Also hab ich einen Moment inne gehalten (immer zu empfehlen) und hab mich gefragt, welche Tätigkeiten mir richtig Freude bereiten. Wisst ihr, diese Dinge, bei denen die Zeit nur so verfliegt? Ich hab überlegt, von welchen Themen ich nicht genug bekommen kann. Ich hab vor mich hin geträumt, wie mein Leben aussehen würde, wenn ich es einfach so – ohne irgendwelche Limits – gestalten könnte. Was würde ich tun?

Sehen, was die Leitsterne sind

Ich habe noch nicht erlebt, dass diese Fragen keinen roten Faden ergeben. Manchmal mögen wir ihn nur nicht so gern, weil wir eine ganz andere Vorstellung von uns haben. Bei mir jedenfalls kam ein wilder Mix aus schreiben und reden, helfen und Yoga heraus. Jede Menge Ideen im Kopf bin ich damals weitergezogen. Spannender Weise ergibt immer ein Schritt den nächsten. Diese letzten sechs Jahre als Führungskräftetrainerin und Coach waren wunderbar. Na klar, Höhen und Tiefen, Ärger und Spaß. Manchmal hat mein Job mich krank gemacht, ein anderes Mal beflügelt. Ich hab jede Menge gelernt und jede Menge zurückgeben dürfen. Alles, denke ich heute, war genauso, wie es sein sollte.

Spielen

Neben all dem hab ich dann das gemacht, was immer mehr und mehr Raum einnimmt in meinem Leben. Ich hab mich getraut den Dingen Lauf zu lassen, die mich begeistern. Habe gelernt, eine Yogalehrerausbildung gemacht, eine Menge toller Menschen getroffen und konnte frei sein, kreativ, einfach tun. Dieser Blog ist so entstanden, der erste eigene Yogakurs und natürlich die Yoga & Coaching-Workshops. Ich darf Menschen in Coachings begleiten und liebe es.  Bis heute. Jeden Moment. Mein Tag hat nie genug Stunden für all die Dinge, die mir hier einfallen zu tun. Und ich liebe es Zuhause zu arbeiten. Dieses von Thema zu Thema springen, den ganzen Tag in Yogaklamotten rumlaufen, am Schreibtisch was Gutes essen und gleichzeitig ernst und konzentriert arbeiten. Die Zeit fliegt oft (ok, außer bei den Steuersachen) und all das Spielen wurde mehr und mehr ein Mittelpunkt.

Eine Entscheidung treffen

Wann weiß man jedoch, dass die Zeit reif ist? Gerade, wenn man seinen Hauptjob auch liebt und die Sicherheit, die er gibt, gut tut? Ich habe über eine Jahr mit mir gerungen. Echt jetzt. Ich habe gerechnet, verworfen, fühlte mich verpflichtet und fand meine Idee der Selbstständigkeit manchmal vermessen. Gibt es nicht schon genügend spirituelle Lehrer? Freiberufliche Trainer? Coaches? Blogger? Yogalehrer? Wie trifft man eine Entscheidung, die gefühlt eine irre Reichweite hat?

Die andere Seite: Angst und um Zeichen bitten?

Gegen die Angst hat mir diese Liste sehr geholfen und einiges geklärt. Kurz zusammengefasst: Ein künftiges „Ach, hätte ich mal“ ist ein unerträglicher Gedanke für mich. Lieber wagen als mich drücken kam dabei heraus. Zur Verstärkung dieser Erkenntnis habe ich um Zeichen gebeten. Mehr dem Fluss des Lebens vertrauen ist sowieso gerade mein Thema. Auf Zeichen wartete ich ein Jahr und nie kam was. Die Zeit schien einfach noch nicht reif. Zu Beginn des Jahres jedoch ging es los. Ich bat um Elefanten, falls eine Selbstständigkeit richtig wäre…. und sie kamen.

Elefanten, wohin das Auge schaut

An manchen Orten fand ich Unmengen Elefanten: Während meiner Ayurvedakur bei den Rosenbergs in Birstein natürlich, erst recht in meinem Lieblingsstudio in Ratingen und dann plötzlich überall. Es war verrückt, es wurden immer mehr. Den Tag vor meiner Kündigung war ich dann bei meiner Lieblingstherapeutin zur Chakrenharmonisierung. Was mir den letzten Schub gab, da will ich ganz ehrlich sein. Mir wurde gesagt, dass ich mir erlauben sollte ganz glücklich zu sein. Dass ich mich nicht versteifen sollte auf irgendwelche Erwartungen und nichts in Stein gemeißelt ist. Die Entscheidung ist keine Entscheidung des Lebens und – das war am spannendsten: Bei den meisten von uns wiederholen sich gerade die gleichen Fragen wie zwischen 98 und 2000. Hui, da war was los in meinem Kopf!

Alles ist immer nur ein nächster Schritt, nichts ist für immer

Die Erkenntnis, dass ich meine eigene Sicherheit sein kann, hat mich beruhigt. Ich konnte plötzlich weiter sehen. Ein „hätte ich mal“ kam ja sowieso nicht in Frage und wenn wider Erwarten doch nichts richtig  klappen wird, dann werde ich mir einen neuen Job suchen. Es ist Zeit, alles auf eine Karte zu setzen und was auch immer passieren wird, wird passieren. Eigentlich ist es so: Ganz schön oft habe ich in meinem Leben schon gezögert, doch dann – wenn ich einmal gesprungen bin – war immer alles wunderbar. Besser. Entspannt. Fokussiert. Mein wunderbarere Mann hat mich ermutigt und mir ein Versprechen abgerungen: „Morgen kündigst du!“ hat er gesagt und ich durfte eingeschlagen.

Ein letztes Zeichen

Und kennt das noch jemand: Wenn alles klar ist und scheint und man trotzdem die Hosen so richtig voll hat? So gings mir an besagtem Morgen. Ich hab also ein letztes Mal um ein Zeichen gebeten. Ein letzter Elefant war ganz schön gewagt für meinen kurzen Weg zur Arbeit (und nein, ich fahre nicht am Zoo vorbei). Irgendwann hab ich das Radio angeschaltet und worüber wurde gesprochen? Genau! Es war also sowas von klar, was ich zu tun hatte.

Danach

In meiner Phantasie fiel in besagtem Moment eine Tonne von meinen Schultern und ich sah mich freudestrahlend einer goldenen Zukunft entgegen blicken. Seufz. Nun ja, so war es nicht. Erstmal war ich weiter aufgeregt. Ich mag meine Aufgaben, wie gesagt und wusste nicht, wie es nun weiter gehen würde. Nachentscheidungskonflikt nennt die Psychologie das übrigens und es ist ziemlich alltäglich. Hals und Nacken reagierten auf all das Drama zwischen meinen Ohren mit erhöhter Anspannung und ich wurde erstmal krank. „Sie müssen die Anspannung loslassen“ riet mir mein Arzt und (Yoga sei dank) ging das ganz gut. Heut also habe ich noch drei Monate vor mir und wenn alles gut läuft, dann geht es danach auf vielen verschiedenen Ebenen weiter. Ich freu mich so. Ich kann euch gar nicht sagen wie sehr.

Ein Rat für alle, die auch hadern

Und ich weiß aus all den Nachrichten, die ich bekomme, dass da einige sind, die mit Entscheidungen hadern. Welche auch immer anstehen. Letztlich haben mir in meiner Situation diese Gedanken am meisten geholfen:

  • Finde deine Leitsterne und beginn ihnen zu folgen. Schritt für Schritt und vor allem mit viel Spaß dabei.
  • Bitte um Zeichen und glaub ihnen.
  • Such dir Hilfe. Sei es bei einer Therapeutin, einem Coach, einer geführten Meditation – was auch immer du brauchst.
  • Sprich mit den Menschen, die dich supporten und überleg dir, was wäre schlimmer: Zu scheitern oder es nie versucht zu haben?

Ich bin gespannt, was bei euch los ist. An welchen Wendepunkten steht ihr oder habt ihr mal gestanden? Was hilft euch? Und wie trefft ihr Entscheidungen? Ich freu mich auf eure Geschichten und wer Hilfe braucht, meldet euch gern für eine Coachingsession bei mir.

Habt eine tolle Woche, alles Liebe,

Silja

PS:

Das Buch , was mir wunderbar dabei geholfen hat klarer zu sehen:

Wie immer: Beim Buchladen um die Ecke bestellen. (Wenn ihr den Link benutzt, profitiere ich ein wenig.)

Hallo, ich bin Silja. Gründerin von Glücksplanet und Trainerin, Coach, Yogalehrerin, fröhliche Mama von drei Söhnen, glückliche Ehefrau, begeisterte Pflanzenesserin, beseelte Yogaübende. Mein Herz schlägt für Psychologie und Coaching, Yoga und gutes, gesundes Essen. Ich schreibe mit Leidenschaft über alles, was helfen kann ein glückliches, entspanntes und begeistertes Leben zu leben. Mehr findest du auf meiner "Über mich" Seite. Für tägliche Inspiration folge mir auf Facebook oder Instagram.

4 Kommentare

  1. Conny 2 Monaten vor

    Ganz toll wieder geschrieben liebe Silja! Ich habe deinen spannenden Weg in deinen Storys etwas verfolgen dürfen und habe richtig mitgefiebert. Vielen Dank dass du uns diese Einblicke immer gewährst und so wunderbar reflektierst. Ich bin noch am Anfang mich beruflich weiter zu entwickeln, um zu orientieren oder wie auch immer. So richtig bin ich bisher nicht weiter gekommen, im Gegenteil. Ich bin wieder zurück gerudert, die Angst war stärker. Das hat mich zunächst bedrückt. Aber ich gehe diesen Weg einfach gelassener weiter. Es war vielleicht noch nicht der richtige Zeitpunkt. Ich bin wieder mehr ins Vertrauen gekommen. Zeichen bekam ich nämlich keine – das war wahrscheinlich das Zeichen, dass es nicht das richtige war. Also ruhig bleiben, weiter in mich gehen, recherchieren und mit den Gegebenheiten beruflich momentan das Beste raus machen und mehr zu den schönen Dingen im Beruf schauen – so ist jedenfalls meine Devise. Derzeit klappt es ganz gut, nur manchmal kommen die Zweifel ob ich zu ängstlich und bequem bin, meine Komfortzone nicht verlassen möchte und die Sicherheit als Vorwand nehme. Ich werde es bestimmt irgendwann wissen. Danke für deine Geschichte. Sehr motivierend. Ich wünsche dir ganz viel Erfolg weiterhin und bleib so wie du bist! 😘 Liebe Grüße Cornelia

    • Autor
      Silja 2 Monaten vor

      Liebe Conny,
      danke dir für deine schönen Zeilen. Ich hab mich sehr gefreut. Und ja, ich glaube daran, dass es die richtigen Ziechen geben wird, wenn alles soweit ist. Folg weiter deinem Herzen, mach das was dir Freude macht und beobachte, wo du dich wohl und Zuhause fühlst und dieses Gefühl von Ausdehnung spüren kannst. Bin gespannt, wie es bei dir weiter gehen wird!
      Alles Liebe,
      Silja

  2. Melanie 2 Monaten vor

    Hallo Silja,
    mich beschäftigt mein Job als Grafikerin und mein Job als Bloggerin auch jeden Tag. Am liebsten würde ich mich täglich nur noch meinem Yogablog http://www.ganzwunderbar.com zuwenden, aber dafür muss ich noch ein wenig mehr daran arbeiten. Ich glaube, dass wir alle momentan an einem Wendepunkt in der heutigen Arbeitswelt angekommen sind. Ich habe hierzu auch letzte Woche einen Artikel „Selbstbestimmtes Arbeiten! Wandel der Arbeitswelt“ rausgebracht:
    https://www.ganzwunderbar.com/wandel-der-arbeitswelt/
    Schau doch mal vorbei wenn du magst.
    Ganzwunderbare Grüße
    Melanie

    • Autor
      Silja 2 Monaten vor

      Liebe Melanie,

      danke dir für deine Zeilen und weiter viel Spaß mit deinem tollen Blog. Ja ich glaube auch, dass einiges im Wandel ist!
      Alles Liebe für dich und weiter viel Erfolg,

      Silja

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