Das Leben gestalten – von Aktion und Reaktion

Das Leben gestalten – von Aktion und Reaktion

Das Leben gestalten – von Aktion und Reaktion

Mein Leben lässt sich gut einteilen in lauter kleine Fragmente. Manche haben sich toll angefühlt, andere geht so und wieder andere haben Sturzbäche an Tränen oder Wutknäuel in meinem Bauch verursacht. Außerdem kann ich unterscheiden zwischen Momenten, in denen ich reagiert habe- auf das Leben, auf mein Umfeld, auf Anforderungen, Wünsche und Aufträge und Momente, in denen ich am Steuer war. Was mich heut zu der Frage geführt hat: Wieviel Leben können wir eigentlich selbst gestalten? Wieviel Raum ist da für unseren Weg?

Der feine Unterschied

Die erste gute Aktion ist, hierzu eine Liste zu machen. Schau auf die Meilensteine deines Lebens, auf die Jahre hinter dir und frag dich: Wo habe ich reagiert – und wo aktiv agiert? Wann hast du gestaltet und wann fühltest du dich gezwungen etwas zu tun? Ist ein bisschen tricky, geht aber. Du erkennst das Gestalten an der Liebe zu dem, was du tust. Du hast ein inneres Dahin, was dich leicht atmen und freudig werden lässt. Kannst es kaum erwarten, da zu sein. Die Reaktion auf etwas fühlt sich ein wenig anders an, kann aber durchaus auch ein wenig Spaß machen. Sie ist ein mitlaufen, ein mitschwingen, ein dabei sein aber auch ein gezwungen sein und müssen. Gestalten sagt: Ich will. Reaktion sagt: Ging nicht anders, hat sich angeboten, war notwendig.

Klarheit fühlen

Wenn ich meine Liste betrachte, dann sehe ich den Unterschied. Ich kann die Angst, das Gefallen-Wollen, die Lust auf Angepasstheit sehen, wenn ich auf die Reaktionen schaue. Und ich kann das andere sehen: Alle kraftvollen Schritte mit einem inneren JA haben etwas ausgelöst. Sie haben neue Abschnitte eingeläutet, ungeahnte Chancen ermöglicht, von denen ich vorher nichts geahnt habe. Eines eint die Punkte auf der Aktionsseite meiner Liste: Ich hab mich gut gefühlt, als ich sie angegangen bin. Nicht sicher, aber gut. Ganz oft war ich voller Zweifel, aber die Stimme, die in mir für das Gute steht, war laut und zwar lauter als alle Angst. Während mich bei der Reaktionsseite oft die Angst getrieben hat. Die Angst vor Ablehnung zum Beispiel oder vor Verlust und auch davor eine Chance zu verpassen. Klarheit fühlt sich nach einem freudigen Ja an, nicht nach einem getriebenen ok, soviel kann ich nach meiner Liste sagen.

In Aktion kommen

Neulich habe ich ein altes Gabby Bernstein Video geschaut (und wieder weiß nicht genau welches das war, sorry) . Das Geheimnis eines Lebens, was wir gestaltet haben, erklärt sie, sei es, zu wissen was man will – und gleichzeitig offen für alles zu sein, was das Leben einem bietet. Sich nicht festzufahren in der einen Idee, wie es laufen muss. Oder in der einen Vorstellung, was zu unserem Glück gehört. Das Universum (Gott/ dein Höheres Selbst – setz ein, an was du für dich glaubst) hat vielleicht etwas Besseres für uns in petto. Vielleicht haben wir auch noch etwas zu lernen oder zu verstehen? In Aktion kommen aus einem Vertrauen heraus, dachte ich dann. Nicht aus der Idee heraus, dass es nur so klappen kann/ muss/ wird. In Aktion gehen aus der inneren Freude heraus.

Fühlen, wohin es gehen soll

Damit der Lärm der Welt, all die wiederkehrenden (und viel zu oft destruktiven) Gedanken in unserem Kopf, nicht überhand nehmen und uns das ganze Glück klauen und gleichzeitig die innere Stimme, das innere JA lauthals übertönen, muss ich zumindest in die Stille gehen. Keine Ahnung wie du es machst, aber es hilft ungemein einen Moment jeden Morgen zu sitzen und Stille auszuhalten, einzuladen, möglich zu machen. Für alle, die hieran verzweifeln: Es ist total normal, dass ständig ein Gedanken auftaucht, vor allem am Anfang der Meditationspraxis. Aber es wird leichter und plötzlich fühlst du dich und zwar so richtig. Du fühlst dein Ja und genauso deine Angst. Was wiederum noch mehr Angst machen kann. Das Bewusstsein jedoch über die Angst hilft total nicht mehr aus ihr heraus zu reagieren.

Leuchten lernen

Wenn die Angst eingefangen werden kann, ist das irgendwie die halbe Miete, habe ich das Gefühl. Die Momente, wo ich meine Unsicherheit, die Angst zu versagen oder schräg zu sein, fühlen und annehmen konnte, waren Gold wert. Das Hinschauen hat sie entzaubert. Hat gezeigt, dass meine Angst echt nur mein Ego ist, was sich aufbläht und wichtig nehmen will. Also atmen, sich erinnern warum man was tut, weiter atmen, einen positiven Gedanken finden – und plötzlich geht es. Plötzlich ist es auszuhalten und wir schaffen es, wir selbst zu bleiben. Leuchten lernen, hab ich das für mich genannt. Was nichts anderes ist als zu lernen Ich zu sein. Heißt übrigens auch zu lernen, die Konditionierungen in meinem Kopf, die Regeln (die ich gar nicht alle selbst gewählt habe) zu durchbrechen. Hach, das tut gut, denn da kommt plötzlich so eine andere, ruhige Sicherheit.

Klar bleiben

Wobei für das in der Sicherheit bleiben (die immer mal mehr mal weniger aufflackert, ich will hier mal nicht übertreiben) eine Menge Wachheit notwendig ist. Die Vorsätze aus dem Mai helfen total, das kann ich merken. Auch meine Meditationspraxis habe ich umgestellt (dazu später mehr) und das kalte Kundalini-Duschen  Ishnaan wieder eingeführt. Überhaupt Bewegung hilft und, nachdem mir eine Teilnehmerin am Samstag dazu geraten hatte, vielleicht auch das Basenbaden. Dazu auch noch mal mehr, ich will nur schonmal verraten dass eine Stunde Baden ganz schön toll sein kann. Also, was auch immer dir hilft deine Klarheit zu fühlen: Tu es. Folg dieser Stimme. Entschlüssle deine Angst. Wähle deine Gedanken, so oft du es schaffst selbst. Lass sie dich stärken und etabliere Stille im Kopf.

Miteinander

Zum Schluss will ich noch was anfügen: Natürlich heißt all die Aktion aus uns selbst heraus nicht, dass wir nicht mehr auf andere reagieren dürfen. Mitgefühl, Freundschaft, Liebe – all das ist unersetzlich und auch hier gilt: Aus der Liebe und dem Ja heraus fühlt es sich toll an. Aus der Angst vor Verlust, der Angst vor Ablehnung leider nicht. Wenn wir aus der Angst handeln, sind wir entweder wie gelähmt oder neigen zu Überkompensation. Plötzlich reden wir Zuviel, wollen Beweise, fordern und zanken oder ziehen uns eingeschnappt zurück. Das Ja also, die innere Mitte ist auch ein Ja zum Miteinander. Wenn andere nicht mehr wichtig für unser Ego sind, sondern nur noch wichtig für unser Herz.

Der Kurs, die Yogaphilosophie und all die anderen

Schau ich auf all die weisen Lehrer, die alten Schriften, den Kurs in Wundern gibt es einen Konsens: Wir alle sind heilig. Wie auch immer du es nennen magst, ob du Gottes Sohn oder die Tochter von Mutter Erde bist, ob du das Universum in dir trägst oder eine unendliche Seele – an was auch immer du glaubst, falls du glaubst: Diesen Ort der Erkenntnis ohne Anstrengung, der Schwerelosigkeit, der Ewigkeit in uns, der sollte unseren Weg bestimmen. Und irgendwie kann ich mir nicht vorstellen, dass dieser Kern erbost auf den Nachbarn oder eingeschnappt auf die Freundin reagieren würde. Also kann es eigentlich nur dahin gehen. In diese Richtung, die laut Yogaphilosophie unser Wahres Selbst ist. Das, was dahin führt stärken, finden. Die Momente, in denen wir einen Hauch der Verbindung zu dieser Mitte fühlen, ausbauen. Was sagst du?

Liebste Grüße,

Silja

PS: Gerade wieder sehr verliebt in dieses Buch:

Wie immer gilt: Beim Lieblingsladen einkaufen oder über den Link bestellen, dann profitiere ich ein wenig.

PPS: Alle Fotos sind von Miriam. Ihr findet sie hier. (Werbung ohne Auftrag)

Hallo, ich bin Silja. Gründerin von Glücksplanet und Trainerin, Coach, Yogalehrerin, fröhliche Mama von drei Söhnen, glückliche Ehefrau, begeisterte Pflanzenesserin, beseelte Yogaübende. Mein Herz schlägt für Psychologie und Coaching, Yoga und gutes, gesundes Essen. Ich schreibe mit Leidenschaft über alles, was helfen kann ein glückliches, entspanntes und begeistertes Leben zu leben. Mehr findest du auf meiner "Über mich" Seite. Für tägliche Inspiration folge mir auf Facebook oder Instagram.

4 Kommentare

  1. Ursula 4 Monaten vor

    Liebe Silja, f

    ich inde es manchmal schwierig, wenn ich so mit mir beschäftigt bin, dass es mir gut geht, dass ich schöne Dinge mache, dass ich bissel den Bezug zur realen Welt verliere und mich am liebsten gar nicht mehr mit den Arbeitskollegen im Pausenraum aufhalte, wo getrascht wird, oder sonst auch manchmal die Nachrichten abschalten möchte, um in meiner Harmonie zu bleiben, oder auch mit meinem Mann, fühl mich dann bissel wie in einer anderen Welt, schön aber auch bissel abekapselt.

    Kennst Du das auch oder noch jemand?

    Liebst Grüsse und danke für den schönen Post,
    Ursula

    • Autor
      Silja 4 Monaten vor

      Liebe Ursula,
      dazu mache ich nochmal was. Warte ab 🙂
      Alles Liebe,
      Silja

  2. Simone 4 Monaten vor

    Liebe Silja,
    ich freue mich immer sehr über einen neuen Pst von dir. Du kannst einfach wirklich so sehr, sehr gut und strukturiert und klar und lebendig und locker und verständlich und lustig schreiben und komplizierte Dinge gut erklären. Wollte ich einmal gesagt haben. Herzliche Grüße, Simone

    • Autor
      Silja 4 Monaten vor

      Liebe Simone,
      so schön dich hier wiederzusehen/ zu lesen.
      Danke dir und fühl dich umarmt,
      Silja

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