3 Dinge die jede Führungskraft wissen sollte

3 Dinge die jede Führungskraft wissen sollte

Fröhliche und motivierte Mitarbeiter? Es gibt drei Dinge die jede Führungskraft wissen sollte

Firmen träumen davon: Motivierte Mitarbeiter, die summend zur Arbeit kommen, eigenverantwortlich und fleißig alles wegarbeiten was anfällt und dabei noch gute Laune verbreiten und loyal zum Unternehmen stehen. Hm, nicht, dass es solche Menschen (die einzelner solcher Tage haben) nicht gibt, aber die meisten, die ich kenne, summen eher fröhlich wenn es Freitag ist und träumen vom nächsten Urlaub anstatt vom nächsten To Do. Ist ja vielleicht auch nicht so schlimm, wenn da nicht diese steigenden Krankenquoten wären, die Zunahme psychosomatischer Erkrankungen und die immer größer Menge an Menschen, die eher „Dienst nach Vorschrift“ machen anstelle von inspirierter Mitarbeit. Eigentlich schade, denn so negativ müsste die Bilanz nicht sein, immerhin gibt es ein paar Faktoren, die wir beeinflussen können. Einer davon, belegen zumindest zahlreiche Studien, ist der Einfluss der Führungskräfte auf das Wohlbefinden der Mitarbeiter. Da ich ja nun hauptamtlich Führungskräftetrainerin bin und außerdem auch mit Chefs gesegnet wurde (ja, ja, die Geschenke nehmen wie sie kommen) dachte ich mir: Es wird Zeit für die drei Dinge die jede Führungskraft wissen sollte – also aus meiner Sicht zumindest.

Platz 1: Happy wife – happy life

wurde meinem Mann zu unserer Hochzeit mitgegeben, was bei mir zu ausgelassener Heiterkeit geführt hat und noch heute gerne (ok, nur von mir) zitiert wird, wenn es etwas zu verhandeln gibt. Aber was hat das mit Führung zu tun? Ich meine nämlich nicht, dass Führungskräfte in glücklichen Partnerschaften leben müssen (ist natürlich auch toll), sondern ich meine: Ist die Führungskraft glücklich, haben auch die Mitarbeiter ein besseres Miteinander. Heißt:

Führungskräfte brauchen ein top Zustandsmanagement

Es gibt nicht Schlimmeres, als eine Führungskraft die launisch ihren  Cappuccino kippt und dabei die Mitarbeiter anmault, um am nächsten Tag selig lächelnd alle über den Klee zu loben. Launen sind Launen und haben nix mit Professionalität geschweige denn Authentizität zu tun. Wer Führungskraft ist, hat die Verantwortung für Mitarbeiter. Die sind ja nun auch schon ihren eigenen Launen ausgesetzt, da braucht es kaum die Launen anderer noch oben drauf. Was es braucht ist eine verlässliche Klarheit im Auftreten und Inhalt. Nicht so einfach, denn Gerüchte sagen, dass auch Führungskräfte „nur“ Menschen seien. Es gilt daher nicht mehr nur die Abteilung / Firma/ das Team zu managen sondern vor allem sich selbst. Heißt, liebe Führungskräfte, beobachtet euch: Wann geht es euch gut? Wann nicht so? Was ist eure Instanthilfe gegen Miesepetrigkeit, Ungeduld, Hektik und schlechte Laune? Was auch immer hilft, tut es. Sorgt dafür, dass ihr ein Arsenal an guten Gefühlen abrufbar habt. Gelassenheit, Selbstbewusstsein und Mitgefühl sollten eueren Arbeitsalltag prägen, denn:

Guter Zustand = gute Lösungen

Immer, wenn wir entspannt sind und die Dramen des Lebens ein wenig der Gelassenheit weichen, haben wir unser volles Repertoire zur Verfügung. Der Verstand kann auf Hochtouren arbeiten, da der kleine emotionale Teil unseres Hirns ihm nicht die Energie raubt. Daher auf Platz 1 hier: Gutes Zustandsmanagement.

Platz 2: Achtsame Führung

Achtsamkeit ist in aller Munde. Es werden Rosinen angestarrt, in Zeitlupe durch das raschelnde Laub gelaufen und auf dem Boden hockend meditiert. Super! Spitze! Fanfaren und Konfettiregen! Allerdings ist das nicht das übliche Tagesprogramm einer Führungskraft. Natürlich gibt es welche, die das tun. Und es gibt andere, die tun andere Dinge, um in einen Zustand von Achtsamkeit zu kommen. Und es gibt wieder andere, die tun gar nix davon. Dafür hetzen sie herum, setzen sich unter Druck und sind beim täglichen Tun im Kopf schon immer zwei Schritte weiter. Was fatal ist, denn zum Führen gehört das Verstehen der Mitarbeiter, was wiederum bedeutet zuzuhören, hinzuhören, nachzufragen und zu beobachten. Nur so können wir verstehen und dann darauf unsere nächsten Schritte und Ideen aufbauen. Schwierig, wenn wir gar nicht so 100% bei der Sache sind.

Führungskräfte brauchen eine eigene Achtsamkeitspraxis. Täglich. Echt.

Ist mein völliger Ernst. Je voller der Tag und je mehr Verantwortung, umso wichtiger ist es zu lernen sich zu fokussieren und achtsam zu sein. Achtsamkeit bedeutet, und ich nehme als Vorlage mal den Guru schlechthin: Herrn Kabat-Zinn (krass, reimt sich), dass wir mit voller Absicht unsere Aufmerksamkeit auf den gegenwärtigen Moment lenken und nicht werten. Was nicht so einfach ist, denn wir besitzen ein, wie es im Yoga so schön heißt, „Affengehirn“, in dem die Gedanken wie wilde Affen herumschwirren. 60.000 Gedanken sollen das sein, die sich wiederholen und uns suggerieren, in unsrem Kopf wären irre spannende Sachen los. Ist aber nicht so. Unsere Gedanken lenken uns zum großen Teil ab, denn sie holen uns heraus aus dem gegenwärtigen Moment und hinein in die Zukunft („Muss gleich unbedingt Brot einkaufen..“) oder Vergangenheit („Das ist wie damals als Tante Emma…“). Sie helfen uns damit meistens nicht irgendwelche neuen Aktionen wohlüberlegt zu vollbringen, sondern sorgen eher dafür, dass wir nicht bei der Sache sind und den nächsten Schritt im Autopilot beginnen.

Achtsamkeitspraxis etablieren

ist daher Pflicht für Führungskräfte oder besser: Eigentlich für alle. Die Magie liegt im Augenblick, im Jetzt. Da können wir sehen und erkennen, verstehen und überzeugen. Unser Gehirn kann lernen den Strom der Gedanken zu unterbrechen und wir können damit lernen zu fokussieren. Was für mich bedeutet: In meinen Seminaren gibt es immer mal wieder kleine Meditationen und die Anregung jeden Tag mindestens 5 Minuten (besser 15) still zu sitzen und zu atmen. Einfach atmen und fühlen was alles los ist in Körper und Geist. Leere zulassen und jeden Gedanken, der aufkommt, wahrnehmen und wieder ziehen lassen. So simpel und so wunderbar und der Effekt ist mittlerweile in unzähligen Studien belegt. Neben der täglichen Einheit am Morgen oder/ und Abend empfehle ich außerdem gerne immer wieder zwischendurch innezuhalten und einen Moment lang nur zu sein. Das Essen bewusst sehen und schmecken. Das Gegenüber bewusst sehen und hören. So wichtig, nicht nur für Führungskräfte.

Platz 3: Innere und äußere Klarheit

Motivierte Mitarbeiter brauchen Sinn in ihrer Aufgabe, Klarheit in den Anforderungen, die an sie gestellt werden und möglichst viel Autonomie bei dem was sie dann tun. Wenn dann noch persönliches Wachstum möglich ist, wir herausgefordert werden ohne das Überforderung entsteht, ist die tägliche Motivationsdusche perfekt. Mehr braucht es nicht und doch ist es gar nicht so einfach solch ein Klima zu schaffen. Dazu braucht es Führungskräfte, die Rückgrat haben und eine klare Meinung, die loyal sind und sich nicht verbiegen. Es braucht Integrität und kommunikative Fähigkeiten. Letzteres kann man trainieren, was man nicht trainieren kann ist der Extraschuss Glaubwürdigkeit der entsteht, wenn Führungskräfte wissen was sie wollen und warum sie es wollen. Klappt leider nur, wenn man sich ein paar Gedanken gemacht hat. Daher gibt es hier für alle die mehr Klarheit brauchen können:

Fragen, die jede Führungskraft -zack!- beantworten können sollte:

  • Was ist meine Vision? Mehrere Perspektiven sind hier Pflicht: Privat, beruflich, für mich selbst, für mein Team….
  • Was sind die wichtigsten Werte für mich und mein Handeln?
  • Was erwarte ich von meinen Mitarbeitern?
  • Was sind meine Stärken?
  • Welche Schwächen habe ich? (ok, ich formuliere es im HR-Deutsch: Welche Potentiale?)
  • Welche Art von Miteinander möchte ich etablieren?
  • Was für eine Führungskraft will ich sein?
  • Was für ein Mensch will ich sein?
  • Wenn ich später zurück schaue, welche Dinge sind wichtig, damit ich sagen kann: „Das war ein gutes Leben?“
  • Was sind meine Tabus?
  • Welche No Gos habe ich?
  • Wovor habe ich Angst?
  • Wann vertraue ich?
  • Welches Menschenbild habe ich? (uih, das ist wichtig, dazu gleich noch mehr!)

und, nach dem all das klar ist:

  • Was ist das, was ich der Welt / den Menschen zurück geben will?
  • Warum bin ich hier?

Innere Klarheit schafft äußere Klarheit

Je eher ich weiß, was meine Stärken und wunden Punkte sind, welche Vision mich treibt und welches Schreckensszenario ich verhindern will, umso eher kann ich mit Klarheit meinen Weg gehen. Meine Werte zeigen mir, wo es langgeht und leiten mich sicher durch alle Entscheidungen. Alles, was wir klar durchdacht haben, können wir auch klar ausdrücken. Unser Handeln und unsere Überzeugung stimmen plötzlich überein und  Authentizität, Glaubwürdigkeit, Vertrauen können entstehen. Eine  Grundlage, die trägt.

In Führung gehen heißt Verantwortung übernehmen

Ob wir nun Führungskräfte sind oder Eltern, ob wir inoffiziell Teams leiten oder ein privates oder berufliches Projekt: In Führung gehen wir alle immer mal wieder. Dabei übernehmen wir Verantwortung für ein Ergebnis und, und das ist der wichtigere Part, für Menschen. Wir arbeiten mit Persönlichkeiten, mit Individuen. Dabei ist die Haltung, die wir haben, entscheidend. Darum mehr noch als Platz 1- 3 braucht eine Führungskraft:

Eine gesunde Haltung

Gehst du durchs Leben mit der Gewissheit, dass es jeder so gut wie möglich macht? Oder denkst du, wir alle betuppen uns ständig gegenseitig und jeder muss auf seinen Vorteil achten? Zwei ganz verschiedene Blickwinkel und zwei ganz verschiedene Menschen. Um verantwortungsbewusst in Führung gehen zu können brauchen wir eine gute Haltung Menschen gegenüber. Anders entstehen weder gute Teams, geschweige denn gibt es glückliche Mitarbeiter. Die Haltung bestimmt, ob wir kontrollieren oder entfalten lassen, ob wir Fehler suchen oder Grund für Lob. Und wir sehen was wir glauben. Was also glaubst du über Menschen? Über Mitarbeiter? Du kriegst, was du glaubst, da kannst du ganz sicher sein.

Also, ihr Lieben, lasst uns auf eine gesunde Haltung achten. Wenn wir davon ausgehen, dass jeder im Kern etwas Gutes hat, werden wir vertrauensvoll auf andere schauen. Wenn wir sehen, wozu andere fähig sein können, werden sie viel eher ihr ganzen Potential entfalten. Wenn wir glauben, dass andere Meinungen uns bereichern, werden wir eher zuhören. Danach kommen der gute Zustand, der uns entspannt all unsere Handlungsmöglichkeiten abwägen und einsetzen lässt, die Achtsamkeit, die uns hilft uns und unser Gegenüber zu verstehen und die innere Klarheit, die wie ein Wegweiser durch den Dschungel leitet. Die Haltung, die wir andern gegenüber einnehmen ist über all dem entscheidend.

Was sagt ihr? Gibt es andere Meinungen? Irgendwelche Erfahrungen? Ich bin gespannt!

Alles Liebe,

Silja

PS: Für alle, die was tun wollen in Richtung Achtsamkeit, hier ein schickes Buch vom Achsamkeits-Papst himself:

 

Hallo, ich bin Silja. Gründerin von Glücksplanet und Trainerin, Coach, Yogalehrerin, fröhliche Mama von drei Söhnen, glückliche Ehefrau, begeisterte Pflanzenesserin, beseelte Yogaübende. Mein Herz schlägt für Psychologie und Coaching, Yoga und gutes, gesundes Essen. Ich schreibe mit Leidenschaft über alles, was helfen kann ein glückliches, entspanntes und begeistertes Leben zu leben. Mehr findest du auf meiner "Über mich" Seite. Für tägliche Inspiration folge mir auf Facebook oder Instagram.

3 Kommentare

  1. Kristian Mierzwa 2 Jahren vor

    Wow, liebe Silja, danke für diesen tollen und inspirierenden Artikel. Vor allem die Klarheit über die eigenen Ziele und noch mehr der achtsame Umgang miteinander sind aus meiner Erfahrung heraus am wichtigsten. Häufig sind es auch genau die Punkte, die im Umgang miteinander eine große Herausforderung darstellen.

    Wie oft sehen wir uns selber als Opfer und übertragen damit die Verantwortung für Ergebnisse auf Dritte? Oder passen wir doch einfach unsere Ziele an, wenn es auf dem Weg Komplikationen gibt… Ist ja auch leichter, als für sein Wort einzustehen oder sich einzugestehen, dass es an einem selbst liegt, was da gerade passiert. Zu diesem Zweck werten wir unsere Mitmenschen ab. So fällt es uns leichter, unsere Unvollkommenheit zu akzeptieren.

    Dabei ist ein Leben in Akzeptanz der Eigenheiten anderer viel positiver und auch produktiver. Wir können die Vielfalt kreativ nutzen und unsere Energie dann völlig auf unsere Ziele und auf die aktive Gestaltung unseres Lebens verwenden, anstatt zu schauen, was andere auch nicht besser können.

    Danke für Deine Denkanstöße!

    Kristian

    • Autor
      Silja 2 Jahren vor

      Hallo lieber Kristian,
      ach ist das schön aus dem Urlaub zu kommen und deinen schönen Kommentar zu lesen. Du hast so recht! Dabei geben wir alle unser Bestes, jede Unvollkommenheit ist also gar nicht schlimm.
      Vielleicht ist es Zeit, dass wir alle viel mehr dazu stehen.
      Ganz liebe Grüße und bis bald
      Silja

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  1. […] du unsicher bist, dann lies zur Not nochmal hier und hier nach, was du sonst noch Schönes tun kannst. Als Chef auch ganz schön viel […]

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