Visionboard – wie man es baut & wieso es toll ist

Visionboard – wie man es baut & wieso es toll ist

Visionboard – wie man es baut & wieso es toll ist

Wenn ich morgens aufstehe, dann fällt, gleich auf dem Weg ins Bad, mein Blick auf ein ganz besonderes Bild: Mein Visionboard . Unschuldig hängt es herum, sieht aus wie eine stinknormale Collage und ist doch so viel mehr. Mein „Hauptboard“ (Achtung, Wortkreation, bitte nicht nachschlagen) hab ich schon vor Jahren erstellt. Es steht für den Moment, an dem ich begriffen habe, dass ich selbst gestalte, was ich tue, wie ich es tue und wie ich lebe. Es war einer meiner ersten Schritte hin zum bewussten Erschaffen, zum Ziele setzen und klar haben, was wirklich zählt in meinem Leben. Und weil ich so ein Riesenfan vom Prozess rund um die bunten Bilder bin, gibt es heute für euch die wichtigsten Fakten samt glasklarer Anleitung für ein eigenes Visionboard.

Wieso wir Visionen brauchen

Vor Jahren lag eine subtile Unzufriedenheit wie ein dumpfer Untergrundton über meinem Leben. Alles war fein, alles war gut. Ich war gesund, die Kinder sprangen fröhlich herum und das Leben lief eigentlich formidabel. Jahre ist das her und in mir war, neben all dem Schönen, auch das wachsende Bewusstsein, dass das nicht alles gewesen sein konnte. Mir war überhaupt nicht klar, wo und wie es weiter hingehen könnte, aber ich wusste: Da ist noch was. Ein paar vage Ideen formten sich irgendwann (mit ordentlich Grübelei) und ich fand Vorbilder und Ideen – aber eine echte Vision? Von meinem eigenen Leben? Die gab es einfach nicht. Sie formte sich erst und sie war bitter nötig. Also gibts heute Fragen und Bilder – für alle, die auch (noch) suchen.

Ein Visionboard anders als ein Ziel

Ziele werden nach speziellen Kriterien zusammen gesucht. Sie sollen messbar sein, aktivierend und und und. Bei einer Vision und einem Visionboard gehts allerdings um etwas anderes: Wir brauchen keine allzu klaren Vorgaben à la wann-wo-wieviel, denn das kann kontraproduktiv werden (dazu gleich mehr). Was wir allerdings brauchen ist eine motivierende, bunt schillernde Idee davon, was das Leben alles noch für uns bereiten halten kann, soll, darf. Denn so eine Vision ist ein Leitstern, ein Richtwert, ein Glücksgeber – kein Ziel und auch keine konkrete Wegbeschreibung. Sie steht für ein Gefühl, das uns leiten wird. Nach und nach können wir uns der Vision nähern, sie betrachten, verändern, erträumen – und dabei den Weg genießen und sehen, wie sich alles langsam fügt.

Visionen in Worten und Bildern

Solltest du deine eigenen Ziele noch nicht so klar haben, dann ist das Finden der eigenen Vision – ach, allein schon das Arbeiten daran – wie ein extra Motivationsboost. Ich mag es, wenn eine Vision ein wenig in Worten gefasst ist – und sehr viel mehr in Bildern. Bilder transportieren noch mehr an Gefühlen, Ideen und subtilem Inhalt, was sie anders auf uns wirken lässt. Also, mach dich gefasst auf beides: Worte und Bilder, denn beides wirkt.

Unser Gehirn und Bilder

Was an unserem Gehirn liegt, denn wir haben zwei unterschiedliche Hirnhälften mit unterschiedlichen Schwerpunkten. Die eine Hälfte (Links) hat den Schwerpunkt bei Sprachprozessen, steuert weitestgehend die Übersetzung von Sprache in Motorik und ist zudem für abstrakte Begriffe wie „Freiheit“ oder „Liebe“ zuständig (erklärt Prof. Dr. Güntürkün hier) sowie für die Wahrnehmung kleiner Details. Gesichtserkennung, das „Lesen zwischen den Zeilen“ und räumliches Denken beanspruchen eher die rechte Gehirnhälfte. Auch, wenn man vom früher weit verbreiteten Glauben, dass die Hirnhälften ganz unterschiedlich sind, abgekommen ist, nehmen sie doch unterschiedlich wahr. Was bedeutet: Je vielfältiger wir uns einem Thema (z.B. Ziel, Vision) widmen, umso eher wird es wahrgenommen, verarbeitet, verankert. Also: Bild, Wort, vielleicht sogar Ton, Geruch oder Geschmack sind alles gute Ideen, um sich für eine Sache zu motivieren.

Wie du klar bekommst, was du willst

Ok, dies ist kein Post, um deine Vision zu erarbeiten, dazu braucht es mehr. Was ich aber machen kann, ist dir meine Lieblingsfragen rund um Ziele, Sehnsüchte und Visionen aufschreiben. Du setzt dich dann einfach hin, schaust wie es dir geht und beantwortest sie für dich ganz in Ruhe. Wenn du längst klarhaben solltest, was du dir für dich und dein Leben wünschst – dann spring einfach zum nächsten Punkt weiter.  Für alle anderen, frag dich:

  • Was wünsche ich mir in meinem Leben?  – und geh hierzu alle Bereiche durch: Gesundheit, Familie, Beruf, Wohlstand, Wachstum, Spiritualität und und und
  • Wie willst ich mich (mehr / ganz / noch mehr) fühlen?
  • Welche Sehnsüchte sind in meinem Herzen? Was kommt zu kurz?
  • Was sind meine Talente? Interessen? Leidenschaften?
  • Was kann ich gut und mache ich gerne?
  • Wo will ich weiter lernen und wachsen?
  • Was machen die Menschen (anders/ mehr/ überhaupt), die ich toll finde?
  • Was bringe ich in die Welt, wenn ich mehr meinen Träumen folge?
  • Was ist der Grund, warum ich all dies will? Was verspreche ich mir davon?
  • Was will ich der Welt / meinen Mitmenschen/ … zurück geben, in dem ich etwas erschaffe?

Setz dich hin und nimm dir Zeit. Träum mit offenen Augen und lass Bilder und Antworten entstehen. Du musst nicht alles aufschreiben, aber die wichtigsten Stichworte notier dir gerne.

Wie aus Sätzen und Sehnsüchten Visionboards werden

Nun fang an alle möglichen Zeitschriften zu durchsuchen. Reiß all die Bilder aus, die dich ansprechen. Leg dir keine Grenzen auf und finde nichts albern. Das ist wichtig. Alle möglichen Inspirationen sind gut, du kannst nebenbei deine Lieblingsmusik laufen lassen und an leckeren Lieblingsdüften riechen. Wie leicht, schön, erfolgreich, wunderbar, glücklich,… soll dein Leben werden und welche Bilder symbolisieren das für dich? Ich reiße mittlerweile immer wieder Bilder aus und hab einen kleinen Stapel herumliegen, der dann manchmal eingeklebt/ aufgeklebt wird.

Aus Bildern ein Bild machen

Für ein „Hauptboard“ suchst du deine Lieblingbilder zusammen und gehst nochmal die einzelnen Bereiche deines Lebens durch. Mein Hauptboard ist keine fixe „so wird es“Tafel. Es ist ein Bild von einer Art zu Leben, die längst da ist aber die ich mehr und mehr fokussieren will. Immer wieder. Also, such Bilder, die dich grinsen lassen und dann lass aus ihnen ein Bild entstehen. Nimm dir dafür einfach eine große Pappe oder ein Riesenblatt und beginn die Bilder darauf „anzurichten“. Schieb hin und her und spür in dich hinein, wie es ist mit diesen Bildern zu arbeiten. Stell dir vor, dass sie deine Zukunft symbolisieren. Sei also wählerisch, achtsam und lass nach und nach ein Gefühl von Vorfreude und Glück entstehen. Mit den richtigen Bildern passiert das von ganz alleine. Auf dein Visionboard sollen all die Bilder, die für dich das transportieren, was du dir wünschst- und zwar weniger konkrete Dinge (geht auch) sondern noch viel mehr das, was du fühlen willst, dein ( künftiges) Lebensgefühl. Wenn es gut passt, kleb alles auf und atme durch. Wie ist es, wenn du dein Bild betrachtest? Häng es in der Wohnung so auf, dass du es  jeden Tag sehen kannst und verändere es, wann immer du Lust dazu hast. Mein Board gibt es seit Jahren und immer wieder kommen Bilder hinzu und andere sind weg.

Wenn man kein Bild findet

Auf meinem Board sind allerdings manche meiner Träume nicht vorhanden. Einfach, weil ich kein Bild dafür finde. Also werde ich es bald um ein paar Fotos ergänzen. Ich will, dass meine Kinder in einem glücklichen Moment darauf sind und mein Mann und ich auch. All das darf ebenfalls auf ein Visionboard: Das Gute, was in unserem Leben ist und bleiben darf. Also pack besondere Menschen und Orte, Erlebnisse oder andere Bilder ruhig mit drauf -wenn du das Verlangen danach hast.

Kleine Boards und besondere Themen

Neben dem berüchtigten Hauptboard für das Lebensgefühl, hab ich auch noch kleinere Boards in Büchern. Mein Kalender wird jedes Jahr beklebt mit den wichtigsten Dingen, die ich in der Rückschau (Post wird im Dezember folgen) betrachtet habe und nun mehr einladen / behalten/ fokussieren will. Ein kleines Büchlein begleitet meine Jobpläne und wird zwischendurch auch beklebt (s.o.). Hier finden sich neben einem „Jobgefühl“ auch konkrete Ideen, Pläne und vielleicht auch Luftschlösser. Dann gibts auch noch ein kleines Büchlein, in das allerhand Inspirierendes kommt – ohne irgendein Konzept. Es sind Leute, Bilder, Ideen, Sprüche – die mir gut tun. Wenn mal ein Tief kommt und ich nicht mehr weiter weiß, schaue ich hier hinein. Jedes Mal heilsam.

Bilder, Visionen und der eigene Weg

Wir finden unseren Weg einfacher, wenn wir wissen, wohin wir wollen. Oft behindert es uns allerdings, wenn unsere Zielvorstellungen zu konkret sind. Es ist wie eine Erwartung, die nicht erfüllt werden kann. Ich bin daher ein Freund der Boards, die eher ein Gefühl transportieren. Es ist wie ein Wunsch nach einem leckeren Essen, ohne dass man enttäuscht ist, wenn keine Pommes dabei sind. Natürlich weiß ich, was ich gerne hätte und tue jeden Tag mein Bestes meine Träume zu verwirklichen – aber die ganz genaue Ausgestaltung überlasse ich lieber dem Schicksal / dem Universum / Gott (nimm das, was für dich passt). Es schützt mich davor, Chancen zu übersehen und gleichzeitig sorgt es für weniger Ungeduld auf dem Weg zum Ziel. Denn, es zählt einfach wie glücklich wir jetzt sind. Also ist die wichtigste Frage, wenn ich mein Visionboard morgens betrachte:

Was kann ich heute tun, um mich genauso zu fühlen?

Und dann leg ich los. Hab ich genug Pausen, Zeit für meine Lieben, für gutes Essen und Natur eingeplant? Tue ich heute etwas für meine Träume? Lebe ich meine Bestimmung? So findet jeder Tag eine gute Richtung und meist auch ein gutes Ende :-).

Und ihr so?

So, ihr Lieben, ich bin so gespannt: Wer hat schon Visionboards? Wer ist jetzt angefixt und baut eins?  Ich würd mich ja riesig freuen von euch zu hören oder vielleicht sogar Bilder von eueren Visionbaords zu sehen! Gerne auf Instagram oder Facebook hochladen und Glücksplanet taggen oder direkt an mich schicken, wenn sie sonst keiner sehen soll. Ich bin gespannt!

Und schick euch wie immer liebe Grüße,

frohes Bilder suchen, Kleben, Visionen finden!

Silja

PS: Visionen finden – war letztes Jahr mein Workshop im Januar. Wer hat Lust auf ein Mini-Onlinetraining zu dem Thema? Ich hätte Spaß daran eins zu bauen glaube ich.

Hallo, ich bin Silja. Gründerin von Glücksplanet und Trainerin, Coach, Yogalehrerin, fröhliche Mama von drei Söhnen, glückliche Ehefrau, begeisterte Pflanzenesserin, beseelte Yogaübende. Mein Herz schlägt für Psychologie und Coaching, Yoga und gutes, gesundes Essen. Ich schreibe mit Leidenschaft über alles, was helfen kann ein glückliches, entspanntes und begeistertes Leben zu leben. Mehr findest du auf meiner "Über mich" Seite. Für tägliche Inspiration folge mir auf Facebook oder Instagram.

11 Kommentare

  1. Conny 3 Wochen vor

    Liebe Silja,
    Ich bin nun angefixt 😉… Ich hoffe ich finde am nächsten Wochenende Zeit und Muße dazu. Bin aber jetzt schon hochmotiviert. Ich habe tatsächlich ein Buch, in das schreibe ich Zitate rein und alles was mich irgendwie inspiriert. Jedoch bisher nur in Worten. Bilder einzuleben ist eine schöne Idee. Und jetzt noch eine Frage. Wie meinst du das mit dem Mini-Onlinetraining? Hört sich spannend an. Ich möchte mich im kommenden Jahr beruflich verändern, allerdings weiß ich noch nicht genau wie. Bzw was ich gerne beruflich machen möchte, kann etc. Vielleicht finde ich durch deine Inspiration mehr Klarheit und konkrete Ziele. Und zum Schluss noch einmal danke für dein Wow-Gefühl 💕, welches ich so oft spüre, durch deine Art und deine Ideen, und durch deine so positive Ausstrahlung! 😘 Danke für deine kleinen Einblicke in dein Leben! 🙏 Conny

    • Autor
      Silja 3 Wochen vor

      Liebe Conny,
      danke dir! Ach so schön, wenn ich dich ein wenig motivieren konnte. Das mit den Bildern wird dein Buch noch schöner machen – pass auf. Und ja, nach dem Training im letzten Jahr gab es viele Fragen und nicht jeder kann nach Duisburg zu mir kommen. Also dachte ich, ich mache Arbeitsblatt, Videos und baue etwas zusammen. Hm. Das könnte vielleicht helfen, wenn man mehr Klarheit sucht.
      Ich drück dich auf jedenfalls feste und freu mich, dass du hier vorbei schaust!
      Bis bald,
      Silja

  2. Karlotta Krachmacher 3 Wochen vor

    Ich werde mich jetzt doch auch hinsetzen und so ein Board machen und ein Buch für meine Ausbildung. Danke für die Tipps

    • Autor
      Silja 3 Wochen vor

      Jawoll!!! Wird dir gut und ich freu mich sehr – danke fürs vorbei schauen du Liebe!
      Bis bald,
      Silja

  3. Patricia 3 Wochen vor

    Bevor ich deinen Beitrag gelesen habe , dacht ich dass so ein Board nichts für mich ist. Und plötzlich während des lesens konnte ich mein Board schon vor meinem inneren Auge sehe. Jetzt hab ich richtig Lust bekommen eines zu machen. 🙂 Seit langem überlege ich schon eine Art Tagebuch anzufangen, mit Bildern darin finde ich sowas ja noch viel besser. Auf diese Idee bin ich noch nicht gekommen. Danke für diesen Beitrag. Ich stöbere wirklich wahnsinnig gerne bei dir und es spricht mich total an. Danke dafür!

    Liebe Grüße und einen WUNDERvollen Tag ,
    Patricia

    • Autor
      Silja 3 Wochen vor

      Liebe Patricia,

      ich freu mich sehr und schicke dir liebe Grüße! Das wird sicher toll, wenn du einmal loslegst. Ich habe auch gebraucht, bis der „Bilder-Damm“ gebrochen war – und nun tut es mir so gut.
      Ich wünsch dir ganz viel Spaß und danke dir für dein liebes Feedback,.
      Ganz herzliche Grüße und bis bald,
      Silja

  4. Kris 3 Wochen vor

    Ich habe auch ein Hauptboard bis jetzt aber möchte auch so wie du noch kleinere Nebenboards machen, in welchen ich in bestimmten Bereichen etwas mehr ins Detail gehe.
    Mein Visionboard hängt auch über meinem Nachtkasten, so sehe ich es tagsüber wenn ich am Schreibtisch arbeite und morgends und abends wenn ich ins Bett gehe oder aufstehe.
    Finde es toll, wie du beschreibst, dass das Visionboard mehr zeigt wie man sich fühlen möchte, das habe ich nicht ganz so sehr berücksichtigt bei meinem. Werde ich aber dank deines tollen Posts nachholen 🙂
    Freue mich schon diesen Post auch mit meinen Followern zu teilen, den werden sie bestimmt auch sehr inspirierend finden.
    ganz liebe Grüße aus Lissabon,
    Kris

    • Autor
      Silja 3 Wochen vor

      Liebe Kris,
      wie schön -danke dir, ich freu mich sehr darüber – übers Teilen und dass du Lust hast mehrere Boards zu machen und und und. Danke dir für deinen lieben Kommentar und bis bald,
      Silja

  5. Tina 3 Wochen vor

    Liebe Silja,
    ein Mini-Onlinetraining würde ich sofort bei dir buchen. Das ist eine tolle Idee und ich hoffe du setzt sie um 🙂
    Danke für die Inspiration und die vielen Denkanstöße.

    Liebe Grüße
    Tina

    • Autor
      Silja 3 Wochen vor

      Liebe Tina,

      danke dir für dein schönes Feedback! Ich freu mich sehr und schick dir liebe Grüße. Ja – ich muss da dran. Denke auch 🙂
      Silja

  6. Ann Christin 2 Wochen vor

    Hallo Silja, … da hab ich jahrelang ein Visionboard an meiner Bürotür ohne es zu wissen :)! Ich finde es total schön, zu visualisieren, wir man sich fühlt und nicht, was man erreichen will an beruflichen Zielen etc.! An diesem Visionboard bin ich immer wieder „gescheitert“, weil ich keine passenden Bilder gefunden habe. Stattdessen visualisiere am Ende meiner Meditation. Danke fürs Teilen!

Eine Antwort hinterlassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*

*