Offen sein – was Yoga mit Kommunikation zu tun hat

Offen sein – was Yoga mit Kommunikation zu tun hat

Offen sein – Was Yoga mit Kommunikation zu tun hat

Neulich wurde ich gefragt, wie denn mein Job in einer Sparkasse mit meinem Yoga-Weg so überein zu bringen ist und ich musste mal kurz überlegen. Ehrlich gesagt, hatte ich mir diese Frage bisher noch gar nicht so gestellt. Mein Alltag im Job hat viel mit Seminaren und Coachings zu tun. Es geht darum, wie man Gespräche führt, Fragen stellt, Menschen überzeugt und sich selbst weiterentwickelt. Im Großen und Ganzen geht es also um Kommunikation, Verhalten und Entwicklung. Für mich sind das spannende Themen, die ich versuche so gut es geht mit meinen Werten zu füllen. Und eigentlich hat alles was mit einander zu tun – besonders Yoga mit Kommunikation.

Da, wo du bist

Einer meiner tiefen Überzeugungen ist, dass wir da, wo wir sind, wirken sollten und mit wirken meine ich, dass wir Gutes tun sollten. Was auch heißt nicht zu warten – auf die nächste Yogastunde, das nächste Coaching oder den nächsten Post, den man schreibt. Ich bemühe mich jedenfalls, so gut ich kann, da wo ich bin ein wenig Freundlichkeit hinein zu bringen und meine Werte zu leben. Hört sich jetzt wahrscheinlich etwas wilder an, als ich es meine. Ich meine halt, dass wir alle versuchen sollten so gut es geht unser Ego im Zaum zu halten und den Menschen mit Respekt zu begegnen, möglichst freundlich zu sein, herzlich, sie willkommen zu heißen. Für mich heißt das, die Ziele des Unternehmens für das ich arbeite zu erfüllen – aber halt auf eine gute Art.

Eine gute Art zu arbeiten?

Und wenn ich dann so überlege, was eine gute Art zu arbeiten ist, dann komme ich in meinem Job zu solchen Fragen wie:

  • Wie kann man führen, so dass sich Mitarbeiter wohlfühlen und Ziele erreicht werden?
  • Wie kann man verkaufen/ überzeugen/ motivieren, ohne dass manipuliert wird?
  • Wie entstehen Win-Win-Situationen?
  • Wann sind Menschen zufrieden, glücklich und leistungsfähig?

Die Liste lässt sich endlos erweitern. Es gibt eine ureigne Ethik bei jedem von uns und in allem, was wir tun. Sie ist unsere Handschrift, sie ist entscheidend. Welches Menschenbild wir haben und wie wir es leben.

Yoga und Arbeit

Natürlich ist meine Ethik geprägt von all den Yogabüchern, die ich lese und gelesen habe. Vielleicht mag ich auch die Yogalehre so gerne, weil sie meiner Ethik so entspricht -wer weiß. Wenn ich über Yamas und Nyamas nachdenke, darüber, dass wir nicht verletzten oder stehlen sollten, dass wir wahrhaftig sein sollten und mir all diese wunderbaren Prinzipien vor Augen führe – dann weiß ich, dass all das genauso in der Wirtschaft notwendig und wichtig ist. Genauso! Arbeit kann halt auch Yoga sein. Es kann zum Beispiel bedeuten, dass wir andere ermutigen wahrhaftig zu sein, in dem wir als Beispiel voran gehen oder sie nicht verurteilen, wenn sie „anders“ sind. Es kann heißen, dass wir Gewaltlosigkeit fördern, in dem wir Gemeinschaftssinn und ehrlichen Austausch fördern. Es kann auch heißen in Seminaren und Coachings darauf zu achten, dass ich etwas vermittle, was Menschen ermutigt ihre beste Version zu sein.

Was Yoga mit Kommunikation zu tun hat

Wenn ich auf all die professionellen und privaten Gespräche schaue, dann hat mir neben Satya, der Wahrhaftigkeit, vor allem Asteya, das nicht-Stehlen Impulse gegeben. Da ich aus dem Vertrieb komme, hab ich eine Menge ganz schön schräge Kommunikationsideen kennen gelernt – und tolle ebenso. Wann ist Kommunikation so, dass beide Seiten die Chance haben wahrhaftig zu sein? Wann fördert sie unsere Gemeinsamkeiten und das gegenseitige Verständnis, anstelle von Zwang, Druck, unterdrückten Meinungen?

Gute Kommunikation braucht nur ein paar Zutaten

Eigentlich brauchen wir nur wenig, um uns gut zu verstehen, dann geht es fast von selbst und wir fühlen uns, egal ob wir jemanden etwas fragen oder im Job überzeugen wollen, wohl und gut bei dem was wir tun. Mir helfen dieses Schritte:

Wahrhaftigkeit, was unseren Standpunkt und unsere Ziele und Wünsche angeht

Sich selbst einzugestehen, was man will, warum man es will und was alles dazu gehört – das ist manchmal gar nicht so einfach. Wir haben ja nicht immer nur einhornmäßige Regenbogenwünsche. Manchmal sind wir auch schlicht egoistisch oder unsicher und die Wünsche und Ziele, die wir dann haben, fühlen sich nicht immer nach „Kurz-vor-der-Erleuchtung“ an. Sich einzugestehen jedoch, was auf unserer Agenda steht, dann Unnützes mutig wieder von selbiger streichen und unsere Ziele und Wünsche in Einklang bringen mit dem Menschen, der wir sein und werden wollen – das ist ein wichtiger erster Schritt. Auf der Matte übrigens, wo wir hier ja auch über Yoga sprechen, kommen mir meist die besten Einsichten darüber, wer ich bin und was zu tun ist.

Respekt und Neugier

Zuhören

ist die Haltung, die es dann in der Kommunikation braucht. Egal, was ich selbst will, um einen Gewinn für beide Seiten zu schaffen, brauchen wir erstmal viel Neugier. Wir alle ticken unterschiedlich und schließen doch immer von uns auf andere. Wir meinen, die meisten würden so denken wie wir und fallen aus allen Wolken, wenn dem nicht so ist. Angenommen jedoch, wir würden unsere eigenen Ziele nicht wichtiger nehmen, als die unseres Gegenübers und wir würden ernsthaft und respektvoll erfahren wollen, was beim anderen los ist – dann haben wir einen Chance auf tolle Gespräche. Unser Horizont wird erweitert und wir verstehen, warum der andere tickt wie er tickt. Wir wissen, wie es ihm geht und kennen Situation und Bedürfnisse. Respekt bedeutet dann auch, jedem seinen Weg zuzugestehen ohne zu urteilen.

Im Gespräch heißt das konkret:

Fragen, fragen, fragen. Zuhören, sich überraschen lassen ,nachfragen, nicht urteilen, verstehen wollen, sich ehrlich interessieren. Immer dann, wenn wir voller Neugier und Respekt mit einem Menschen reden, dann geht irgendwie ein Licht an in ihm, oder? Habt ihr das auch schon bemerkt? Wer also Gutes tun will, der fragt was das Zeug hält und hört zu. Wer mit einem guten Gewissen etwas verkaufen will, fragt und hört zu. Wer tiefe Beziehungen leben will, fragt und hört zu. Neugier ist ein toller Schlüssel für Kommunikation. Hier ist unser Ego einen Moment ruhig, es tritt in den Hintergrund.

Argumentieren, aber richtig.

Yoga und Kommunikation

Wenn man nun einen Vorschlag machen will oder etwas verkaufen will, wenn man jemanden überzeugen will oder motivieren, dann wird es Zeit das, was man weiß gut zu nutzen. Nicht als Trick sondern mit der ganz ehrlichen Frage: Wenn ich das vom anderen weiß, finde ich einen Vorteil für das, was ich will? Und zwar aus der Sicht des anderen? Wann und wie ist meine Idee auch für mein Gegenüber toll? Argumentieren hat für mich nichts mit Manipulation zu tun. Es ist eher eine Beleuchtung eines Gedanken, Vorschlages, einer Idee aus dem Blickwinkel meines Gegenübers.

Eine Wahl lassen

Am Ende, egal was wir tun wollen, möchten, müssen, gibt es im besten Fall eine Wahl. Ein Nein zu einem Vorschlag oder Produkt ist dann nicht mehr ein Nein gegen uns. Wir verstehen, warum etwas nicht passt, denn wir kennen die Welt unseres Gegenübers ein wenig. Manchmal muss man dann zum Beispiel als Führungskraft leider sagen: Wird aber so gemacht. Wenn möglich, ist das jedoch die Ausnahme. Asteya- nicht stehlen, heißt auch, nichts vom anderen zu verlangen, was dieser nicht bereit ist freiwillig zu geben. Eine wirkliche Wahl zu lassen und nicht beleidigt zu sein, ist also eine ganz schön yogische Übung.

Wenn du Lust hast, ein wenig mehr über diese Art der Argumentation zu erfahren, dann schau mal in dieses Video:

Zusammen statt alleine

Wir sind eine Gemeinschaft, miteinander verbunden. Wir sollten uns mit Interesse begegnen und in jedem Kontakt unser Bestes geben. Geht natürlich nicht immer. Ich hab, wie jeder glaube ich, ungeduldige Tage, genervte Momente und höre manchmal nicht gut zu. Ist auch ok. Die Frage ist, was unser Ziel ist. Ob wir ernsthaft antreten, um ein wenig mehr Freundlichkeit, Akzeptanz, Respekt und Interesse in die Welt zu bringen.

Was sagt ihr? Ich bin gespannt und schick euch liebe Grüße,

Silja

PS: Die tollen Fotos sind mit Unterstützung meiner lieben Freundin Christiane entstanden – Danke dir du Liebe! Und von meinem Lieblingsfotografen Martin gemacht worden.

Hallo, ich bin Silja. Gründerin von Glücksplanet und Trainerin, Coach, Yogalehrerin, fröhliche Mama von drei Söhnen, glückliche Ehefrau, begeisterte Pflanzenesserin, beseelte Yogaübende. Mein Herz schlägt für Psychologie und Coaching, Yoga und gutes, gesundes Essen. Ich schreibe mit Leidenschaft über alles, was helfen kann ein glückliches, entspanntes und begeistertes Leben zu leben. Mehr findest du auf meiner "Über mich" Seite. Für tägliche Inspiration folge mir auf Facebook oder Instagram.

2 Kommentare

  1. Louisa 1 Jahr vor

    Hach, deine Blogposts machen mich immer richtig fröhlich!!! Danke dir…

    • Autor
      Silja 1 Jahr vor

      Jippieh! Das freut mich. Lieben Dank Frau Kollegin und liebe Grüße 🙂

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