Ich bin schön – wieso Selbstliebe schwer ist (und was hilft)

Ich bin schön – wieso Selbstliebe schwer ist (und was hilft)

Ich bin schön – wieso Selbstliebe schwer ist (und was helfen kann)

Achtung. Ich beginne mit einer Warnung: Dies ist ein vermeintlich oberflächlicher Post, denn wir werden uns ums Äußere drehen. Darum, wie wir mit uns umgehen, wieso wir uns selbst oft gar nicht gut annehmen können und auch, was helfen kann. Und wie das bei mir so war und ist. Anlass ist mein wilder Termin aus der letzten Woche: Ich war bei meinem ersten Fotoshooting für ein echtes Magazin. So eins, was man in der Hand halten kann. Und ja, es war spannend und toll und ein Abenteuer – und eine Konfrontation mit einigen alten Ängsten. Wie die meisten von uns hat es gedauert, bis ich ein vollmundiges „Ich bin schön“ denken konnte und ich frage mich oft: Warum?  Warum ist das bei so vielen von uns so, dass wir gerne Außen anders wären? Wieso scheint es  so schwer die eigene Schönheit, die eigenen Einzigartigkeit zu erkennen? Wieso sehen wir, vor einem Spiegel stehend, nur diese eine Strähne, die nicht richtig liegt oder auf dem Foto bloß dieses irre Doppelkinn, statt unsere schönen Augen?

Ein trainierter Blick

Nun, ich denke, es liegt daran, dass wir trainiert sind. Geeicht auf all die vermeintlichen Fehler. Auf all das, was nicht reinpassen könnte oder was uns nicht gefällt. Negatives bleibt besser in Erinnerung, kommt noch erschwerend hinzu und wir sind lernfähig. Beim nächsten Mal rutscht unser kritischer Blick dann als Erstes zum vermeintlichen Fehler: „Wie sieht mein Kinn aus?“ fragen wir uns und verzweifeln beim leisesten Ansatz. Und diese ganze visuelle, vermeintlich perfekte Welt! All die schönen Gesichter, glatten Beine – begradigt und retuschiert – gaukeln uns vor, dass es sie gäbe: die Perfektion. Nur nicht bei uns. Nur nicht für uns. Manchmal entsteht dann ein wildes „wenn…dann“ Spiel. Wenn ich erst dünner bin, wenn ich erst die Haare so oder so trage, wenn ich erst….. Doch die Wahrheit ist: All das führt uns meist nirgendwohin.

Wo die Schönheit wächst

Ich könnte jetzt hier yogisch wild was erzählen vom göttlichen Kern in uns, den wir in uns finden können. Von all dem, was uns unterscheidet und besonders macht und auch, dass unser eigenes, besonderes Licht hell strahlen sollte – anstelle einer langweiligen Einheits-Glühbirne. Was alles stimmt und so wahr ist – und doch so schwer ist. Wir vergleichen uns, hadern, wären gerne anders. Die Welt lässt uns glauben, es würde dann einfacher. Irgendwas lässt uns denken, wir wären dann liebenswerter/ erfolgreicher/ glücklicher. Neulich, als ich (quasi zu Recherchezwecken) Heidi und ihre Mädchen angeschaut habe, weinte verzweifelt die rothaarige Klaudia mit K: „Ich will nicht einzigartig sein.“ rief sie unter Tränen: „Ich will schön sein.“. Was ein ziemliches Dilemma offenbart: Wir wollen so gerne reinpassen, so gerne perfekt sein.

Zeit, sich zu befreien

Letztlich ist die Welt so, wie sie ist. Ich dachte beispielsweise mal wieder, ich wäre schon weiter, als ich übermüdet bei diesem Fototermin aufgetaucht bin. Und doch war ein Teil von mir unsicher und diese kleine, gemeine Stimme in meinem Kopf wollte mich schon kleinreden. Unser Gehirn ist auf all das programmiert. Für die meisten ist es gefühlt schon immer so. Daher wird es Zeit, dass wir für mehr Freiheit sorgen. Raus aus diesem Hamsterrad steigen. Also gibt es heute das, was mir manchmal hilft ich auszuhalten. Was mich nach und nach lehrt, mich zu nehmen wie ich bin. Mich nicht nur zu akzeptieren, sondern auch schön zu finden. (Und wenn dann so eine neue Situation kommt, dann weiß ich wieder, dass ich noch ein bisschen üben kann. ) Was mir hilft Komplimente wirklich annehmen zu können und und und:

Step 1: Wechsle den Sinn

Wir leben in innere visuellen Welt. Ja. All diese Ideale, unausgesprochenen Erwartungen, all die Klischees und Ängste rund um das, was wir sehen (und nicht sehen). Doch es gibt einen Weg heraus. Nicht, dass uns Ästhetik egal werden soll, nein. Wir dürfen Schönheit weiter lieben. Die Frage ist jedoch, warum wir uns künstlich so beschränken. Wieso nur sehen? Ich fand es spannend, als ich gelernt habe mehr von mir wahrzunehmen. Mehr zu fühlen, zu riechen, zu hören. Ganz bewusst. Der erste Schritt raus aus dem Teufelskreis rund um meine eigenen Unzulänglichkeiten begann vor Jahren in den ersten Yogastunden, worüber ich hier und hier schonmal geschrieben habe. Yoga schafft Körpergefühl. Plötzlich fühlte ich mich manchmal strahlend, stark, geschmeidig, freudig. Nach der Yogastunde in einen Spiegel zu schauen ist deshalb so wunderbar: Weil innen alles so friedlich und glückselig ist, sehen wir auch genau das: Das Glück und den Glow. So kann sich Schönheit anfühlen. Wie das Liegen auf einer Blütenwiese, wie ein Windhauch, der durch ein Sommerkleid weht oder das Lieblingslied im Radio. Und plötzlich ist es egal, ob wir perfekt aussehen. Es fühlt sich einfach schön an. Daher und unbedingt: Finde heraus, was sich gut anfühlt. Wann du dich schön fühlst – und tauch da ein. Mehr und mehr und mehr. Es lohnt sich.

Step 2: Sieh dich an – und zwar richtig.

Wir mögen, was wir kennen, heißt es in der Psychologie. Deshalb gefällt uns das Lied beim 15. Mal hören oft viel besser, als beim ersten Mal im Radio. Verrückt also, dass es uns mit uns selbst nicht auch so geht. Bei all den Fotos, Spiegeln, Selfies müssten wir beim eigenen Anblick eigentlich ausrasten. Was Kinder übrigens tun. Sie mögen sich- auch im Spiegel. Die Welt ist noch so einfach. Es gibt noch keine Erwartungen. Erst recht keine Schubladen, in die sie passen müssen. Sie lächeln sich an. Zum Glück jedoch ist unser Gehirn veränderbar, so dass wir mit kleinen täglichen Schritten die Bahnen unseres Gehirns umbauen können. Was wir lernen müssen, ist zu lieben, was wir sehen. Das Kritisieren und Hadern einzustellen.

Die richtige Musik fürs Nervenkostüm

Seit ich eine meiner Coachingausbildungen bei den Besser Siegmunds in Hamburg absolviert habe, bin ich von der Wirkung unserer Augenbewegungen beeindruckt. In den Tiefschlafphasen, den sogenannten REM Phasen bewegen sich unsere Augen ganz schnell hin und her (daher auch Rapid Eye Movement Phase genannt). Hier verarbeitet unser Gehirn all das, was uns über den Tag passiert ist – Großreinemachen im Kopf sozusagen. Leider ist dies nicht immer zu 100 % erfolgreich, weshalb wir an manchen Dingen unser Leben lang zu knabbern haben. Die Wingwave Coachingtechnik jedenfalls basiert unter anderem auf dieser natürlichen Augenbewegung, die man auch als kleine Selbsthilfe nutzen kann. Daher folgenden Tipp: Lade dir die (kostenlose) Wingwave App herunter und stell dich vor einen Spiegel. Hör dir ein Stück (es gibt einen kostenlosen Track in der App) auf Kopfhörern an und betrachte dich dabei im Spiegel. Es mag Stellen geben, die du nicht an dir magst. Schau sie dir an. Bleib dabei. Fühl, wie diese ruhige Musik dir gut tut. Du kannst den Effekt verstärken, in dem du dir im Rhythmus der Musik abwechselnd auf den jeweils gegenüberliegenden Oberarm klopfst. Diese Reize sorgen für eine minimale, kaum spürbare Augenbewegung und fahren dein Nervensystem beruhigend herunter (wirkt auch super bei Schlafstörungen und in kritischen Phasen).

Step 3: Sich selbst lieben lernen

Wenn die erste Aufregung („Wie sehe ich nur wieder aus??“) sich dank der Musik gelegt hat, beginn dich liebevoll zu betrachten. Scan deinen Köper und fang an dir selbst Komplimente zu machen. Sag dir all die Dinge, die du gerne hören würdest. Preise dich, dein Aussehen, deine Schokoseiten und die Eigenarten. Beginn dich nach und nach ganz zu akzeptieren. Dazu braucht es nur etwas Zeit. Betrachte dich, sorg für Entspannung und dann beginn dich anders zu sehen. Sei aktiv. Lenk deinen Blick. Finde die Stellen, die du magst. Wir haben vielleicht nur dieses Leben in diesem Körper. Das Hadern versaut dir im Zweifel den ganzen Spaß.

Wer bist du?

Wir sind soviel mehr als diese Hülle und doch ist es vielleicht normal, dass es ab und zu nur darum kreist. Und natürlich können wir weiter Dinge optimieren, gesünder essen, mehr Sport treiben, eine neue Frisur ausprobieren.  Wir gestalten. Tief innen jedoch gibt es etwas, jenseits von all dem wenn…dann… Schau auch da hin. Beginn, gut zu dir zu sein. Die alten Muster von Selbstkritik, verrückten Vergleichen und Optimierungszwang abzulegen. Nach und nach, Schritt für Schritt. Hör dir zu, wie du mit dir selbst redest. Beginn dich zu ermutigen. Es ist verrückt, dass wir soviel an uns zweifeln. Wobei wir bei einem Trailer wären, der mir so gut gefällt. Ich meine: Wie wäre deine Welt, wenn du dich ab morgen einfach wunderschön finden würdest? Wenn du sehen könntest, wie toll du bist? Ohne jeden Zweifel? Was wäre anders?

Liebste Grüße

Silja

PS: Fotografiert wurde ich für die Juniausgabe der DONNA. Damit alles wunderbar funktionieren konnte, kümmerte sich ein ganzes Team um uns. Allein die charmante Maria hatte eine ganze Stunde mit meinen Haaren und Make up zu tun, damit alles so hübsch aussehen konnte. Alex suchte die richtigen Klamotten aus und Fotografin Sigi zeigte ungeahnte Geduld mit mir als Laien-Modell. Ich bin daher sehr dankbar für diese Erfahrung und freue mich auf das Ergebnis.

PPS: Absolut zu empfehlen zu dem Thema Selbstliebe und wunderbar (und zur Zeit in der Arte Mediathek):

 

 

Hallo, ich bin Silja. Gründerin von Glücksplanet und Trainerin, Coach, Yogalehrerin, fröhliche Mama von drei Söhnen, glückliche Ehefrau, begeisterte Pflanzenesserin, beseelte Yogaübende. Mein Herz schlägt für Psychologie und Coaching, Yoga und gutes, gesundes Essen. Ich schreibe mit Leidenschaft über alles, was helfen kann ein glückliches, entspanntes und begeistertes Leben zu leben. Mehr findest du auf meiner "Über mich" Seite. Für tägliche Inspiration folge mir auf Facebook oder Instagram.

8 Kommentare

  1. Jasmin 6 Monaten vor

    Liebe Silja, danke für deinen Beitrag!
    Ich konnte sehr viel mitnehmen. „Wir haben vielleicht nur dieses Leben in diesem Körper. Das Hadern versaut dir im Zweifel den ganzen Spaß. “ …Da muss ich mal ne Weile drüber nachdenken 😉 Du hast so recht.
    Alles Liebe,
    Jasmin

    PS: Ich finde dich richtig hübsch! Deine Augen strahlen so eine Wärme aus!

    • Autor
      Silja 6 Monaten vor

      Liebe Jasmin,
      ich danke dir fürs hier sein und lesen und freu mich, dass er dir gefällt.
      Ganz liebe Grüße
      silja
      PS: Danke dir für das liebe Kompliment

  2. Meike 5 Monaten vor

    Liebe Silja, du schaffst es immer wieder mich mit deinen Beiträgen zu erreichen und zu berühren! Danke dafür! Und ab heute schaue ich mich anders an ( zumindest versuch ich’s) liebe Grüße Meike

    • Autor
      Silja 5 Monaten vor

      Liebe Meike,
      das freut mich sehr. Danke dir 🙂
      Liebste Grüße
      Silja

  3. Kerstin 2 Monaten vor

    Ein wirklich schöner Beitrag von dir, der wirklich so viele Gedanken in der Gesellschaft aufwirft. Ich denke zum einen, das ja wir gar nicht mehr im Stande sind uns Lob zu geben. Die wenigsten schaffen es. Einfach aus dem Grund, dass man die ganze Zeit sich wie im Wettbewerb fühle. Von der Arbeit, von der Clique, Familie und Erfolg. Und das nicht nur mit jungen Jahren sondern dass dieses Gefühl auch weiter anhält zum Erwachsen werden. Dass dann ein Kompliment kommt macht uns entweder mächtig stolz oder wir sind total verlegen, Wie soll man beim letzteren dann noch sich überwinden sich selbst zu loben ohne sich albern zu fühlen.

    Dabei haben wir es gar nicht nötig, uns zu vergleichen. Denn fangen wir erstmal damit an, so werden wir nie zum Punkt kommen. Gar ein Ende finden. Da mit einem Vergleich wir uns total klein machen. Aber das brauchen wir nicht. Jeder ist auf seine Art und Weise, seine Stärke groß. Was wir lieber machen müssen ist, dass wir diese Stärke weiter ausbauen. ich bin beispielsweise eine, die direkt immer eine Lösung sucht. Bei Haarausfall sind das Do it Yourself Harkuren oder natürliche Wirkstoffprodukte. Bei Fußschmerzen sind das wiederum gezielte Fußgymnastikübungen und spezielle Fußeinlagen. Und wenn es mir mal schlecht geht, dann rede ich mir nicht ein, dass es mir schlecht geht, sondern fühl mich einfach schlecht

    • Autor
      Silja 2 Monaten vor

      Liebe Kerstin,
      vielen Dank für deine Meinung und Worte. Die Werbung habe ich gelöscht.
      Liebe Grüße
      Silja

    • Anke 2 Monaten vor

      Ich finde es hat aber auch viel damit zu tun, was man aus seiner Sicht als Lob versteht. Ich beispielsweise fühle mich schon guter Dinge wenn man mich anlächelt. Das Lächeln eines Gegenüber ist sowieso das größte Lob an mich. Man zeigt damit die Zuneigung, aber auch dass man sich darüber freut, den anderen zu sehen. Ich würde am liebsten die vergleiche abstellen, aber leider passiert mir es selbst noch viel zu häufig, da ich glaube man so ein Leitbild vor dem Auge hat, mit dem man mithalten möchte. Denn ohne geht es anscheinend auch nicht. Sei es in der Arbeitswelt oder vom Aussehen

      • Autor
        Silja 2 Monaten vor

        Liebe Anke,
        Lob tut so gut -das finde ich auch. Schön, wenn man sich auch selbst loben kann, finde ich. Wir sind oft alle so kritisch mit uns.
        Und das mit dem Vergleichen ist ein Mechanismus und wir können üben, ihn abzustellen. Klappt bei mir nicht immer, aber immer öfter. Schau mal in den Post „wie du das urteilen aufgeben kannst“ (einfach in die Suche eintippen) – da habe ich darüber geschrieben.
        Ganz liebe Grüße und bis bald,

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