Graue Haare Liebe – und was beim Durchhalten hilft

Graue Haare Liebe – und was beim Durchhalten hilft

Graue Haare Liebe – und was beim Durchhalten hilft

Zum Thema „graue Haare“ bekomme ich erstaunlich viel Resonanz, was mich anfangs total gewundert hat. Immerhin geht es doch „nur“ um Haare? Mittlerweile, 16 Monate nach dem Entschluss die blonde Pracht gegen „was auch immer kommen mag“ einzutauschen, bin ich schlauer. Es geht nicht nur um Haare. Es geht um soviel mehr.  Es geht um Übergänge, um Verwandlung, um Erwartungen, darum mehr man selbst zu sein. Es geht darum, Maskeraden abzulegen. Das, was ist, zuzulassen. Es geht um Akzeptanz und um Respekt, um Kritik und Selbstliebe.

Der lange Weg zur Selbstliebe

Was für die meisten von uns eine stetige Lernaufgabe ist, oder? Die grauen Haare jedenfalls, haben bei mir so einiges zu Tage gefördert, was ich als längst erledigt erachtet hatte. Überheblich wähnte ich mich jenseits meiner früheren Unsicherheiten, bis der Ansatz kam. Plötzlich war ich wieder inmitten meiner typischen Unsicherheiten und von „Schauen jetzt alle auf den Ansatz?“  bis zu„Sehe ich jetzt alt aus?“ war alles dabei. Was sich übrigens in empflindlichen Reaktionen meinerseits auf manche Kommentare (oder viel zu langes Nachdenken über genau diese)  und kritisches Beäugen der wachsenden grauen Pracht zeigte.  Bis ich, wie soll ich es sagen, im Grau angekommen bin  – vor ein paar Monaten.

Its nice to be grey!

Und ihr Lieben, solltet ihr euch auch – zunehmend missmutig – die Haarpracht färben und über einen Schritt in Richtung mehr Natürlichkeit (Grau oder was auch immer) nachdenken, dann sag ich: TUT ES! Echt jetzt. Es fühlt sich so gut an. Es fühlt sich, hat man erst einmal den Prozess umarmt, wunderbar an! Ich liebe das Grau. Ich liebe, dass meine Haare sich wieder gesund anfühlen und statt strohig oben am Ansatz richtig weich sind. Dass sie sich ohne Silicon kämmen lassen (also jedenfalls die oberen 10 +x cm). Ich liebe sogar, wie meine Haut aussieht, seit sie an meine natürliche Haarfarbe grenzt. Was mich am meisten wundert: Ich liebe es sogar, ein wenig mehr so alt auszusehen , wie ich bin. 

Das Ablegen der Masken

Wir tragen so viele Masken, oder? Ich immer noch. Ich mag nicht gerne ohne Wimpertusche aus dem Haus gehen und auch auf Concealer verzichte ich nur äußerst ungern. Dabei bin das auch ich. Und missversteht mich nicht. Ich habe nichts gegen schöne Lippenstifte, feine Lidstriche, nichts gegen einen kleinen Mogel-BH oder was auch immer Menschen glücklich macht, weil sie sich dann wohler fühlen. Aber die, mit den Augenringen (wie ein Panda an manchen Tagen, echt jetzt), die bin auch ich. Ich bin auch die, die über positive Körpergefühle erzählt und immer noch manchmal den Bauch einziehen will. Ich bin die, die früher mindestens zwei Sekt oder Wein gebraucht hat, um sich auf einer Party locker zu fühlen. All diese Muster sehe ich in den letzten Monaten klarer. Der Prozess ins Grau und mein Hadern genau damit hat mich nachdenken lassen, wo ich noch nicht ganz zu mir stehe.

Wenn wir zu uns stehen

Sein,wie wir sind, das wollen die meisten von uns. Wir wollen geliebt werden, wie wir sind. Authentisch sein und uns ein bisschen weniger drum kümmern, was andere denken. Wollen nicht mehr überlegen, ob wir zu laut/ zu leise /zu dick/ zu dünn gewesen sind. All diese Etiketten ablegen dürfen, fängt bei uns selbst an. Es beginnt damit,  dass wir zulassen, akzeptieren, respektieren, wer wir sind. Wobei das mit dem Akzeptieren ja so eine Sache sind, immerhin wollen wir uns ja auch weiterentwickeln, oder? Was eine super Sache ist, wenn wir einen feinen Unterschied beachten: 

Was ist dein Grund?

Nehmen wir ein Beispiel: Du hast nicht genug Selbstdisziplin und ärgerst dich immer wieder über Schokoladen-Rückfälle in deinen „Gesund-Essen-Phasen“?  Hm. All das innere Zetern verdirbt dir fast den Spaß?  Die Frage ist: Was, wenn das du bist? Wenn dein innerer Anspruch Quatsch wäre? Wenn du beispielsweise jemand bist, der es schafft den Genuss/ die Lebensfreude/ den Spaß über irgendwelche trostlosen Regeln zu stellen? Wenn du hier bist, um dein Leben zu feiern – und zwar inklusive Schokolade? Oder aber, und hier kommen wir zur zweiten Möglichkeit, ist die Schokolade nötig, weil du dich manchmal alleine fühlst und sie dich tröstet? Das wäre etwas anderes oder? Die Muster erkennen und schauen, ob sie aus der Liebe (zum Leben/ zu anderen/ zu uns selbst) entstanden sind, oder aus der Angst –  das finde ich mehr und mehr entscheidend.

Das Blond und ich

Ich habe also darüber nachgedacht, was mit all diesen Haarfarben bei mir los war. Früher habe ich, auf die Frage nach meiner natürlichen Haarfarbe, gerne gesagt: „dieses langweilige Straßenköterblond“. Und tatsächlich glaubte ein Teil von mir lange Zeit, nie eine von den Coolen zu sein. Meinem jetzigen Mann habe ich sogar mal, in einem stillen Moment unserer ersten Wochen, ganz ernst versichert, dass ich „einfach ein wenig langweilig“ sei und daher nicht wüsste „ob das reicht“. Verrückt oder? Was man sich zurecht reimt über sich selbst? Haare färben also, um nicht langweilig zu sein? Jünger auszusehen? Kann sein- und wenn ja, dann war all das unbewusst. Wenn wir aber hinschauen, was wir warum tun, kommen manchmal interessante Dinge zu Tage. Auch, wenn wir lassen, was wir immer getan haben – so wie bei mir das Färben. So demaskieren wir diese kleinen Schleifen und Unsicherheiten und entschlüsseln nach und nach, warum sie für uns wichtig waren. Ich glaube, genau so werden wir frei.

Den Übergang ins Grau durchhalten

Nun aber zurück zum Grau, denn die Unsicherheiten haben aufgehört und es gibt keine Frage mehr, ob ich durchhalte oder nicht.Wobei mir zwei Dinge entscheidend geholfen haben und die will ich heut mit allen teilen, die auch unterwegs sind mehr sie selbst zu werden (ob mit der Haarfarbe oder wo auch immer). Probier mal dies hier:

Dein Manifest

Kennst du das Holstee Manifest? Ich liebe es. Und es hat mich auf die Idee gebracht, mein ganz eigenes zu schreiben. All die Regeln, nach denen ich mein Leben leben will, all die Werte, einmal festzuhalten. Ich feile immer noch daran, aber in etwa wird es so klingen:

Dies ist dein Leben. 
Du entscheidest, wie glücklich du bist. 
Jeder Moment zählt und jeder Gedanke zählt. 
Wähle sie bewusst. 
Atme tief. Tanze mehr.
Sei dankbar.  
Singe so oft du kannst. 
Verteil deine Liebe großzügig. 
Sei ein Licht. 
Selbstliebe rockt! 
Nimm dich so, wie du bist. 
Leg die Masken ab, sie kosten deine Energie. 
Sei frei, mutig, herzlich. 
Umarm mehr. 
Glaub an Wunder.

Siehst du das „leg die Masken ab“? Der Moment, wo wir klar bekommen, was unsere Energie raubt und gleichzeitig  wissen, wofür wir unsere Energie nutzen wollen, der lässt uns einen neuen Weg einschlagen. Also, was auch immer du tun willst, mach dir klar warum. Was ist das Gute, was genau dieser Plan in deine / die Welt bringen wird? Such den tieferen Sinn in dem, was du tun willst. Frag dich einfach: Wozu? Um was?

Dein Support

Und dann such dir Menschen, die dich unterstützen. Meine liebe Freundin Christiane hat mir beispielsweise das Instagramprofil von thesoberglow empfohlen – was so inspirierend ist. Es ist toll, andere Menschen zu finden, die sich gerade mit ähnlichen Fragen beschäftigen. Lass außerdem deine Liebsten wissen, wie wichtig dir die Veränderung ist und bitte sie aktiv um Unterstützung. Es ist wunderbar Menschen um dich zu haben, die dir ein gutes Gefühl geben und deine Veränderung annehmen. Wir fühlen uns sofort sicherer – und atmen durch. Der Weg wird leichter, wenn uns geholfen wird.

So, und nun bin ich neugierig: Welche Veränderungen stehen bei euch gerade an? Was denkt ihr über Maskeraden? Welche habt ihr schon abgelegt und welche fallen euch gerade auf, dürfen aber noch bleiben? Ich freu mich auf eure Geschichten und wünsch uns allen viel Erfolg auf unserem Weg.

Liebste Grüße

Silja

PS: Ein immer wieder wunderbares Buch über die Kraft zu uns zu stehen ist dieser all time Klassiker und Favourite :

(wie immer gilt: gerne im Buchladen der Wahl kaufen, wer über den Link bestellt sollte wissen, dass ich ein wenig profitiere)

PPS: Die Fotos sind alle von der bezaubernden Miriam Dierks (fotocredit, Werbung, unbezahlt)

 

Hallo, ich bin Silja. Gründerin von Glücksplanet und Trainerin, Coach, Yogalehrerin, fröhliche Mama von drei Söhnen, glückliche Ehefrau, begeisterte Pflanzenesserin, beseelte Yogaübende. Mein Herz schlägt für Psychologie und Coaching, Yoga und gutes, gesundes Essen. Ich schreibe mit Leidenschaft über alles, was helfen kann ein glückliches, entspanntes und begeistertes Leben zu leben. Mehr findest du auf meiner "Über mich" Seite. Für tägliche Inspiration folge mir auf Facebook oder Instagram.

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