Yogalehrerausbildung fertig – und nun?

Yogalehrerausbildung fertig – und nun?

Yogalehrerausbildung fertig – und nun?

Es gibt Meilensteine im Leben, von denen träumt man schon Jahre vorher. Sie erscheinen unrealistisch, so fern. Dank jedoch der Magie der kleinen Schritte steht man irgendwann irgendwo in der Pampa und erreicht genau den Schritt, der vor Jahren noch unrealistisch und ein vager Traum war. So erging es mir jedenfalls mit dem Abschluss meiner Yogalehrerausbildung. Jahre vorher, als begeisterte Yogini, hatte ich all die bewundert, die sich auf diesen Weg machten. Mir schien er fern. Ich war schließlich als Wirtschaftspsychologin angestellt- was sollte ich da mit einer Yogalehrerausbildung? Mal abgesehen von den praktischen Fragen wie Kinderbetreuung und so weiter. Und doch ist es so: Wenn man etwas wirklich will, tief im Herzen, dann kriegt man es hin – allen Zweifel zum Trotz (und Achtung – dieser Satz wird später noch mal wichtig).  Ich stand also da, das Zertifikat in der Hand, die Yogalehrerausbildung fertig – und nun?

Das Vakuum nach einer Etappe

ist normal. Ich hatte es zum Abschluss meines Studiums, als meine Kinder in die erste Betreuung kamen, nach der Coachingausbildung, nach NLP Bausteinen und, na klar, erst recht nach der Yogalehrerausbildung. Das Vakuum hat aber auch etwas Gutes. Inhalte sinken tiefer, neue Fragen werden aufgeworfen, neue Themen an die Oberfläche gespült. Ich hab erstmal ein Psychologiebuch gelesen – irgendwie brauchte ich einen kleinen Gegenpol. Außerdem hab ich die freien Wochenenden genossen. Die Zeit mit Ehemann und Kindern. Gut hat das getan und irgendwann kam eine weitere Phase.

Anwendungslust

Irgendwann kam die Sehnsucht regelmäßig zu unterrichten. Eigentlich, jaja eigentlich, war meine Yogalehrerausbildung nur für das Thema Achtsamkeit in Managementseminaren gedacht. Ha! Aber plötzlich ertappte ich mich dabei zu überlegen, welche Yogastudios meiner Heimatstadt wohl zu mir passen würden. Ich wollte raus, Erlerntes anwenden. Und alles regelt  sich immer, wenn wir bereit sind. Vertretungsanfragen kamen aus dem Nichts, feste Yogakurse ebenfalls. Ich durfte und konnte üben, Routine gewinnen, ausprobieren, Spaß haben. Goldene Zeiten – zumindest als  die schlimmste Aufregung nachgelassen hatte.

Yogalehrer sein

Lass dich von dem, was gleich kommt, nicht abhalten deinen Traum zu leben. Ich finde es wunderbar, dass überall tolle Leute Yoga üben, lernen und lehren. Jeder findet einen Lehrer, der zu ihm passt. Na klar, es gibt qualitative Unterschiede, aber wo nicht? Ich glaube außerdem, dass alle die, denen es ernst ist, verstehen, dass das Lernen nicht mit der ersten Ausbildung aufhört. Und der Beruf – ob hauptamtlich oder nebenberuflich- ist wunderschön. Menschen etwas näher zu bringen, was man selbst so liebt, ist echtes Glück. Zu sehen, wie andere mehr Ruhe bekommen, ein wenig mehr Selbstvertrauen oder Flexibilität ist bereichernd. Der Schritt jedoch, ganz hinein zu springen in den Alltag das Lehrer-seins, will gut überlegt sein. Also dies geht an alle, die gerne ein wenig träumen von der Zeit, wenn die Yogalehrerausbildung fertig ist und behalt den Satz im Kopf: Wenn man etwas wirklich will, dann kriegt man es hin.

Hauptberuflich Yogalehrer (In) werden? Ja oder Nein?

Du hast also Lust nur noch auf der Matte zu turnen, Yoga hat dich absolut infiziert und  die Yogabücher stapeln sind in deiner Wohnung?  Dann wirst du wahrscheinlich davon träumen hauptberuflich Yogalehrer(in) zu werden. Und die Idee ist gut, ich finde, es kann nicht genug gute Studios geben, in denen engagierte Lehrer diese wunderbare Welt anderen näher bringen. Yoga heilt und wir alle brauchen Heilung. Es gibt allerdings ein paar Dinge, die du bedenken solltest, bevor du deine Kündigung einreichst und die Matte ausrollst. Bedenke deine verschiedenen Optionen:

Yogalehrer (In) auf Stundenbasis

Es gibt ein paar bekannte Yogalehrer, die, denke ich, sehr gut verdienen. Die meisten jedoch, die ich kenne, geben 90 minütige Stunden für 20, 30, 40 und manchmal 50 €. Rechne mal hoch, wie viel du davon brauchst und du bekommst eine Idee, wie oft du dein Anfangs- OM singen darfst, bis deine Miete bezahlt ist. Du solltest in jedem Fall eine gute Portion Selbstbewusstsein haben, um gute Preise für deinen Unterricht zu verhandeln (vielleicht mache ich mal einen Post dazu?). Außerdem bedenke das Drumherum, was manchmal zehren kann. Mal abgesehen von anatomischen Fragestellungen, die Schüler haben, ist man auch so manchmal Lebensratgeber. Emotionale Stabilität ist daher Grundvorraussetzung. Ein gutes Selbstbewusstsein ist übrigens auch aus anderen Gründen wichtig, denn nicht wenige Studios erwarten frühzeitiges (unbezahltes) Erscheinen, um die Schüler einzubuchen, Tee zu kochen und vielleicht sogar noch mal durch zu saugen. Hab also einen klaren Blick für deinen Wert, um die berechtigten von den tendenziell ausbeuterischen Angeboten zu trennen.

Einen Yogaraum / ein Yogastudio mieten

Etwas Eigenes zu starten ist dann oft der nächste Traum, der wartet und ich kenne viele süße Yogaräume, mit bezaubernden Angeboten. Ob man davon leben kann ist eine andere Frage. Auf jeden Fall gilt hier: Mach dich fit in wirtschaftlichen Grundlagen, Steuerrecht und Versicherungsfragen. Ein Mini-Businessplan macht auf jeden Fall Sinn, damit du weißt, ab wann du in den schwarzen Zahlen bist und von deiner Yogaliebe leben kannst. Ebenso solltest du Marketinggrundkenntnisse haben, den Ort gut auswählen, schöne Flyer verteilen und bei all dem ein gutes