Wer wir werden -über graue Haare, Alter und den eigenen Weg

Wer wir werden -über graue Haare, Alter und den eigenen Weg

Wer wir werden – über graue Haare, Alter und den eigenen Weg

Traditionell starte ich in meinen Geburtstag mit einer kleinen Bestandsaufnahme. Manchmal tut es gut einen Moment innezuhalten, durchzuatmen und zurück sowie nach vorne zu schauen. Jedes Jahr werden wir, wenn es gut läuft, mehr und mehr wir selbst. Was auch immer das bedeuten mag. Daher heute ein kleines Resümee rund um graue Haare, das Alter und den eigenen Weg

Wer wir werden

Hast du dich schonmal gefragt, wer du wirst? Im Zuge all der Tage, die vorbeiziehen, all der Entscheidungen, die wir treffen, gibt es einen roten Faden. Einen Weg, den wir gehen. Eine ganze Zeit lang war mir mein Weg allerdings überhaupt nicht klar. Irgendwie hatte ich soviel mit den einzelnen Tagen, meinen Unsicherheiten, Erwartungen und Gedanken zu tun -dass es in mir wirbelte und ich nicht klar sehen konnte. Bis das ein oder andere passiert ist und ich lernen musste innezuhalten. Wenn wir Ruhe zulassen, Stille, einen Moment Präsenz, der sich ausdehnen darf – dann sehen wir mehr. Wie ein See, der nach dem Sturm wieder ruhig wird. Plötzlich können wir auf den Grund sehen. Ob uns das gefällt oder nicht. Aber es ist der Moment, an dem wir beginnen bewusster zu wählen, zu leben. Denn, wir werden, was wir denken, tun, womit wir uns umgeben, was wir einladen. Schau mal drei oder fünf Jahre zurück und frag dich: Wer bin ich geworden in dieser Zeit?

Veränderung

Komm, ich schreib mal was abgedroschenes: Das Leben ist Veränderung. Wenn ich zurückschaue, dann ist in den letzten sieben Jahren viel passiert. Selbstbewusstsein ist gewachsen, Leichtigkeit, Klarheit. Ein Schritt führte zum anderen. Plötzlich traut man sich mehr, entspricht nicht mehr allen Vorstellungen, steht mehr zu sich. So ist das jedenfalls bei mir. Was nicht heißen soll, dass ich mich ganz frei fühle. Noch immer gibt es diese Tage, an denen ich mir unzulänglich, dumm, fahl oder mein Po mir breit und mein Bauch mir zu weich vorkommt. Dann muss ich atmen und mich erinnern, was ich will und wieso ich hier bin, dass jeder von uns gebraucht und einzigartig ist – und dass das nur sehr wenig mit Bauch oder Po zu tun hat. Die Liebe wieder einladen in solchen Momenten ist eine Entscheidung- und rettet mich jedes Mal.

Auswickeln statt einwickeln

Das letzte Jahr war geprägt von Auswickeln, hab ich heute morgen gedacht. Von rausfinden, was nicht mehr passt und Dinge ablegen. Mich trauen. Mir vertrauen. Dem Universum, Gott (oder wie du es nennen willst) ebenso. Ist gar nicht so leicht, denn wir alle haben blöde Erfahrungen gemacht, haben Rückschläge in Kauf nehmen müssen und haben ein Ego, was uns reinquatsht. In schlechten Momenten will ich dem folgen, es anderen beweisen, vergleiche mich, schimpfe mit mir und ziehe mich so runter. Auswickeln heißt das zu erkennen, loszulassen, den Mut zu finden nicht mehr unangreifbar sein zu wollen (und darüber lachen lernen, dass dies jemals unser Gedanke war).

Egoquatsch und Feminismus

Manchmal denke ich, das ist einen feine Facette vom Feminismus. Neben Gleichberechtigung innen dafür zu sorgen, dass es sch***egal wird, wie gut wir reinpassen. Sich zu lösen, von dem, was uns nicht gefällt. Zu beginnen ganz bewusst und frei zu entscheiden, wie wir sein wollen. Wer wir werden wollen. Hohe Schuhe? Go for it, wenn es sich für dich gut anfühlt. Schminke? Enge Kleider? Oder Naturlook? Schlabberklamotten? Es ist so egal. Jeden Tag können wir anders und neu wählen und, wenn es gut läuft zeigen wir das, was wir sind. Für unseren Weg geht das ebenso. Lass dich nicht einengen von Biographien, alten Ängsten, von Vorannahmen und Sorgen. Folg deinem Herzen, hör dir selbst zu. Finde den Ausdruck von dir in deinem Leben, der wahr und authentisch ist. Das gibt es. So eine Balance in der alles passt. Bevor es wieder an uns rüttelt und wir den nächsten Schritt gehen, in der wir uns wohlfühlen. All dieser Quatsch, der uns eingeredet wird? Gerade über das Altern? All den Mist, den wir manchmal tun, nur um etwas nicht zu sein oder zu werden? Sich auswickeln lernen.

Graue Haare und das Alter

48 bin ich heute. Also noch etwas über das Alter: Ich bin so dankbar für jedes Jahr. Für Momente mit meinem Mann, meinen Kindern, für Abenteuer und Langeweile, für gute Essen und Gelächter, für Höhen und Tiefen, für Lernen und Lehren. Das Leben ist ein Geschenk. Je älter ich werde, desto mehr fühle ich das. Und ich sehe nicht ein auch nur ein bisschen davon zu verstecken. Auch nur ein Jahr wegretouschieren zu wollen. Botox und all das? Wozu? Um etwas nicht zu werden? Alt? Um einen Schein zu erwecken? Und ich will hier niemanden verurteilen. Die Grenze ist sowieso fließend und auch ich mag die Bilder lieber, auf denen ich wach und energiegeladen und lebendig aussehe. Und doch ist das Älterwerden eine Transformation, die Spaß machen kann. Ich schau immer noch staunend auf diesen grauen Ansatz, der sich mehr und mehr breit macht. Auf die Falten, die entstehen. Auf die Schwerkraft, die meinen Körper mehr und mehr verändert. Nein, nicht alle meine Entscheidungen sind für andere nachvollziehbar oder cool und nicht alles an mir ist nach dem gängigen Standard schön. Und doch: Ist Älterwerden nicht ein Zeichen von Weisheit, einer inneren Klarheit und Schönheit? Ich will lernen das mit Stolz zu sehen – und es klappt immer besser.

Wir werden nur außen alt

Zitiere ich an dieser Stelle wieder mal meine weise Oma. Ja. Und nein. Das Auswickeln lässt uns mehr und mehr achtsam wählen. Lässt uns entscheiden, was wir uns zumuten wollen, worauf wir Lust haben, was zu uns passt – und was nicht. Von daher werden wir nur außen alt und finden mehr und mehr was in uns steckt. Schau dir an, wohin du gehst. Wähl sorgsam. Sei dankbar. Lebe leicht. Glücklich. Mit einem Herzen voller Freude. Und wenn da Sorgen kommen und dunkle Stunden dann besinn dich auf dich. Deinen Kern. Wir sind alle wunderbar und heute denke ich, es wird Zeit dass wir das alle erkennen. Uns auswickeln.

Hab einen tollen Tag,

alles Liebe

Silja

PS: Das Bild oben ist mein diesjähriges Geburtstags- Visionboard. Das schöne andere Bild hat schon wieder Miriam Dierks gemacht. Lieben Dank! (Werbung)

Hallo, ich bin Silja. Gründerin von Glücksplanet und Trainerin, Coach, Yogalehrerin, fröhliche Mama von drei Söhnen, glückliche Ehefrau, begeisterte Pflanzenesserin, beseelte Yogaübende. Mein Herz schlägt für Psychologie und Coaching, Yoga und gutes, gesundes Essen. Ich schreibe mit Leidenschaft über alles, was helfen kann ein glückliches, entspanntes und begeistertes Leben zu leben. Mehr findest du auf meiner "Über mich" Seite. Für tägliche Inspiration folge mir auf Facebook oder Instagram.

7 Kommentare

  1. Britta 3 Tagen vor

    Liebe Silja,
    happy Birthday! Was für ein schöner Post und was für wichtige Gedankenanstöße. Ich werde ganz bald 44 und deine Gedanken nehme ich mit in den nächsten Tagen. Zeit mal wieder Innezuhalten. Das wünsche ich mir selbst. Und so gerne mal ein Coaching bei dir! You made my Day! Alles Liebe für dich! Britta

    • Autor
      Silja 2 Tagen vor

      Liebe Britta,
      Ich freu mich sehr. Danke! Und na klar. Melde dich für ein Coaching wenn es Zeit wird :-). Du findest alles unter http://www.siljamahlow.de

      Liebe Grüße
      Silja

  2. Vanessa 3 Tagen vor

    So Silja. Durch und durch.
    Danke, dass es dich gibt, du so obercoole 48-jährige mit dem wilden und humorvollen Kern einer zauberhaften 16-jährigen. 🙂
    Vanessa

    • Autor
      Silja 2 Tagen vor

      Du Liebe!!
      Danke dir ❤️

  3. Jessica 3 Tagen vor

    Herzlichen Glückwunsch, meine Liebe :-* Was für ein schöner Beitrag!

    • Autor
      Silja 2 Tagen vor

      Danke liebe Jessica ❤️

  4. Anne 1 Tag vor

    Hallo Silja, auch von mir bekommst Du gute Wünsche zu Deinem Geburtstag ! Hab einen schönen, entspannten Tag im Kreise Deiner
    Lieben. Ich freu mich immer wieder über Deine Beiträge danke dafür. Alles Gute für Dich,
    Lieben Gruß

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