Welche Spuren wir hinterlassen

Welche Spuren wir hinterlassen

Welche Spuren wir hinterlassen

Als meine amerikanische Gastmama vor kurzem verstorben ist, musste ich doch so einiges über das Leben und Sterben nachdenken. Wenn Menschen sterben, die gefühlt immer da waren, ist das erstmal so unwirklich. Fast wie eine Geschichte, die man irgendwo liest oder hört. Da ich weit weg bin und natürlich gerade nicht fliegen kann, konnte ich nur nachdenken, alte Fotos schauen und trauern. Alles ist gleich und doch nichts. Hier liegt noch eine Karte, die ich ihr schicken wollte. Komisch ist das und mir wird immer noch manchmal mulmig.

Die Angst, zu verlieren

Wenn jemand verstirbt, trauern wir um den Menschen. Manchmal auch um verpasste Chancen, nicht gesagte Worte – all das, was unverarbeitet bleiben musste. Zum Glück ist in diesem Fall hier nichts. Alles wurde ausgetauscht, ich konnte mich verabschieden. Gleichzeitig, sorgt so ein Moment dafür, dass ich Angst um alle bekomme, die mir lieb sind. Was wenn noch jemand krank würde? Bei meiner Gastfamilie ist das bereits der Fall. Was wenn jemanden von meinen Liebsten etwas passieren würde? Sobald die Endlichkeit klarer wird, steigt Verlustangst auf.

Die Angst im Schach halten

Mich macht diese Sorge nicht selten zu einer ganz schön übervorsichtigen Freundin, Mutter, Ehefrau, Tochter. Ich würd sie gerne alle beschützen können und weiß doch, dass das nicht geht. In meiner Yogalehrerausbildung hat eine der weisen Teilnehmerinnen neulich gesagt, dass sie versucht, die Angst um ihren Sohn in den Griff zu bekommen. Schließlich wäre das ja auch stehlen – Asteya – wenn sie ihm Erfahrungen klauen würde, nur weil sie so vorsichtig sei. Darüber habe ich lange nachgedacht und beherzt Nr. 3 mit dem Rad zum Sport fahren lassen. Ist mir nicht leicht gefallen, verrückt oder?  Aber das Leben ist zu leben und zuviel Angst mag die Liste der „hätte ich mal“  lang werden lassen, also besser wir stellen uns ihr.

Spuren

Über Spuren habe ich auch nachgedacht, denn wir hinterlassen immer eine. Meine amerikanische Gastmama beispielsweise war so wunderbar zuverlässig und immer guter Dinge. Mit erstaunlicher Sicherheit konnte sie sich alle Namen von Freunden und Verwandten merken und hat mich, immerhin seit meinem 16. Lebensjahr, zu jedem Geburtstag und jedem Weihnachtsfest angerufen. Je älter sie wurde, desto lauter tönte sie in den Hörer „Ja, Silja, mein liebes Kind“ und ich schwöre, genau das (was mich zuweilen genervt hat) wird mir so fehlen. Ich habe von ihr gelernt, dass es wichtig ist Kontakt zu halten. Vor einigen Jahren waren wir in Seattle und haben alle besucht und ich war so froh und dankbar, dass sie dran geblieben ist. Sie hat dafür gesorgt, dass diese amerikanische Sippe auch nach meiner Austauschzeit meine zweite Familie bleiben konnte.

Wählen, was wir hinterlassen

Und auch wenn es morbide ist, ist es gut über Spuren nachzudenken, die wir selbst hinterlassen. Was bleibt von uns? Wofür stehen wir? Jeder von uns macht irgendeinen Eindruck und sorgt dafür, dass jemand im Umfeld etwas lernt. Wir prägen die „wenn- dann“s und zwar nicht nur von unseren Kindern. Sind wir hilfsbereit? Stehen wir für das Gute im Menschen? Feiern wir das Leben oder rennen wir herum? Sind wir emphatisch oder hektisch? Wir wählen, was wir in der Welt hinterlassen. Wir wählen, wofür wir stehen und was wir betonen und zwar dadurch, wie wir diese Leben leben. Wir brauchen darum unbedingt Momente der Stille, in denen wir nachdenken, ob wir unser kurzes Leben so nutzen, wie es unser Herz sich wünscht. Die kleinen Pausen und das reflektieren macht es erst möglich, unseren Kurs im Zweifel zu korrigieren. Also Pause, am besten jetzt gleich. Was sagst du?

Alles Liebe,

Silja

PS: Werbung: Wer mit mir gemeinsam eine Pause machen will, kommt am 12.12. zum Coachingtag nach Duisburg. Kleine Gruppe, großer Raum. Coaching, Meditation und lernen, der inneren Stimme zu lauschen. Und Anita kocht für uns. Mehr Infos findest du hier.

 

Hallo, ich bin Silja. Gründerin von Glücksplanet und Trainerin, Coach, Yogalehrerin, fröhliche Mama von drei Söhnen, glückliche Ehefrau, begeisterte Pflanzenesserin, beseelte Yogaübende. Mein Herz schlägt für Psychologie und Coaching, Yoga und gutes, gesundes Essen. Ich schreibe mit Leidenschaft über alles, was helfen kann ein glückliches, entspanntes und begeistertes Leben zu leben. Mehr findest du auf meiner "Über mich" Seite. Für tägliche Inspiration folge mir auf Facebook oder Instagram.

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