Von der Matte in dein Leben – wie du Yoga in deinen Alltag holst

Von der Matte in dein Leben – wie du Yoga in deinen Alltag holst

Von der Matte in dein Leben – wie du Yoga in deinen Alltag holst

Yoga hat mein Leben verändert. Nicht mehr, nicht weniger. Es begann sachte mit einem anderen Körpergefühl und der Lust tiefer zu atmen und wurde mehr und mehr. Mittlerweile ist Yoga eine meiner großen Leidenschaften und unzählige Bücher, Ganeshas, Yogamatten und anderes Gedöns belegen das bestens. Allerdings sind das nur die oberflächlichen Beweise. Viel toller finde ich, wie sehr Yoga fest in meinen Alltag gehört und wie viele kleine Veränderungen dadurch möglich wurden. Von der Matte kam mit den Jahren ein ganz schön großer Teil Yoga mitten in mein Leben. Darum heute: Wie das ging und wie du Yoga in deinen Alltag holen kannst.

Was wir brauchen

Ich weiß ja nicht, wie es dir geht, aber in mir hausen ein paar permante Sehnsüchte. Ich wünsche mir immer wieder mehr Zeit zu haben, noch intensiver leben zu können, gelassener zu sein und mein Herz noch mehr zu öffnen. Menschen, die ich treffe und mit denen ich arbeite, geht es ähnlich. Da ist so eine Sehnsucht in unserer schnellen, aufregenden Welt nach einem Moment des Innehaltens, des einfachen Genusses, der Langsamkeit und gleichzeitig der positiven Energie. Unser Akku braucht immer wieder einen Moment des Aufladens und wir spüren deutlich, wenn es wieder so weit ist.

Aufladen und duchatmen

Wenn ich mich dann morgens zum ersten Mal auf der Matte strecke, die Energie von meinen Händen in die Arme bis zu den Füßen fühle, wenn ich merke, wo mein Atem etwas dehnt und wo Raum entsteht- dann lade ich zum ersten Mal am Tag richtig auf. Es ist, als würde mein Körper dann erst richtig wach werden. Ich spüre vielleicht die Steifheit der Nacht oder die Anspannung aus irgendwelchen Sorgen, ich fühle aber auch die Energie und das Herzklopfen, wenn ich beginne mich zu bewegen. Später irgendwann fühle ich die Schwere und all den Platz, der mitten in mir wundersam entstanden ist. Aufladen und durchatmen – wir brauchen ein Ritual, was das schafft. Bei mir ist das Yoga, bei einer Freundin das Joggen, bei einem Bekannten die Fußballstunden. Sich bewegen, spüren und kopfmäßig aussteigen aus all den Anforderungen – das braucht unser Akku.

Wie du Yoga in deinen Alltag holst

Um nun dieses Aufladen in deinen Alltag zu holen, also von der Matte aus kleine Momente wie diese in deinen Tag hinein zu verlegen, braucht es gar nicht viel. Ein Teil geht automatisch sobald du regelmäßig übst.

Eine gesunde Routine etablieren

Der große Vorteil einer noch so kleinen, regelmäßigen Praxis ist, dass sich unser Gehirn relativ schnell umbaut. Ständig bilden sich in unserem Kopf neue Nervenzellen und neue synaptische Verbindungen. Wir haben jederzeit die Möglichkeit alte, eingefahrene Muster zu verändern und so umzubauen, dass sie uns weniger Stress und dafür mehr Glücksgefühle bescheren. Um Yoga in deinen Alltag zu holen brauchst du also als erstes eine richtig schön regelmäßige Routine. Und ja, ich weiß, wir haben alle keine Zeit und wie soll das gehen? Aber eigentlich geht es ganz gut. Nimm dir einfach mindestens zehn Minuten jeden Tag, atme tief und beweg dich ein wenig. Ein paar Sonnengrüße, ein paar Lieblingsasanas und du veränderst die Bahnen deines Gehirns schon ein ganzes Stück.

Welche Routinen mir am meisten gebracht haben

Es gibt ein paar tägliche Übungen, die haben mir einen richtigen Wohlfühlboost beschert und in meinem Alltag die größten Veränderungen bewirkt. Sie helfen mir jeden Tag aufs Neue und halt nicht nur auf der Matte. Ich dachte darum, ich teil sie mal mit euch, damit ihr auch Lust bekommt täglich zu turnen und hierauf zu achten:

Tief und richtig atmen

Achtest du darauf, wie du atmest? Meine Atmung war anfangs in meiner Praxis ein kleines Stiefkind, um das sich keiner gekümmert hat. Es lief irgendwie mit. Irgendwie war ich so mit dem Strecken von Beinen und später dem sanften Fließen ins nächste Asana beschäftigt, dass die erste Yogastunde mit dem Fokus auf den Raum, der in mir entsteht, wenn ich atme, eine total Offenbarung war. Seit dem ist DAS mein Fokus morgens. Ich liebe es und es hat meine Welt verändert. Echt.

Wieso 10 Minuten morgens den Unterschied machen

Was logisch ist: Wer jeden Morgen in seiner Yogapraxis tief atmet, den Atem frei fließen lässt (statt ihn einzusaugen) und sich darauf konzentriert, wie die Energie hinein- und hinausfließt, bekommt ein anderes Gefühl für den Atem. Es ist, als würde man feinfühliger. Und plötzlich bemerkt man mitten im stressigsten Alltag, dass man flach atmet. Diese Aufmerksamkeit ist ein echtes Geschenk, denn genau in dem Moment haben wir die Chance neu zu wählen und tief zu atmen. Und schon entspannt sich der Körper wieder mehr und der Stress wird gemildert. Richtig atmen ist eine Offenbarung.

Denkmuster erkennen und aktiv verändern

Das war ein weiteres Geschenk und ist es noch. Es beginnt mit meiner Intention am Morgen: Was will ich in den paar Minuten meiner morgendlichen Praxis erreichen? Was ist mein Ziel? Will ich Energie oder Entspannung? Den Kopf frei bekommen oder endlich dieses Rad hinkriegen? Spüre ich, was mein Geist und was mein Körper braucht? Wie immer läuft auch beim Yoga unserer innere Gedankenmaschinerie. Eine Stimme kommentiert mindestens die Hälfte unserer Asanas und bestimmt, ob wir es genießen und uns ganz darin verlieren können oder ob wir bis zum letzten Moment versuchen es zu optimieren. Unser eigener Anspruch, unsere Muster der Selbstkritik, der Ungeduld aber auch der Selbstfürsorge, der Selbstliebe sind in unserer Praxis genauso aktiv, wie in unserem Alltag.

Unser Gehirn ist jederzeit veränderbar

Und wir können sie verändern! Nachhaltig! Wer sich bei Anstrengung immer verspannt und hart wird, kann im Yoga lernen weich zu bleiben und weiter zu atmen und so erleben, wie viel mehr dann möglich wird. Wer Angst hat und vor Sorgen zum Gram neigt, kann mit Yoga üben mutiger zu werden und die Grenzen auszuloten. Wer selbstkritisch ist kann anfangen sich zu loben statt zu kritisieren und und und. Wir haben unzählige Möglichkeiten und der Moment auf unserer Matte ist der perfekte Mikrokosmos um das, was wir brauchen, zu etablieren. Wonach also sehnst du dich? Krieg das raus und dann beginn dir genau das selbst zu geben. Jeden Tag, erst auf deiner Matte und dann bald (ganz automatisch) in deinem Leben.

Wohlbefinden fokussieren

Eine weitere grundlegende Veränderung entsahnt durch meine Zielrichtung. Die meisten Menschen sind gut gedrillt, bringen tolle Leistungen und strengen sich mächtig an. Ich war das auf jeden Fall. Die wenigsten von uns können natürlich gut entspannen und für jede Menge Momente des glückseligen Wohlbefindens sorgen. Oft kursiert weiter eine To Do Liste im Kopf, die selbst kleine Pausen zu Denkeinheiten werden lässt. Oder aber die Selbstkritik bleibt weiterhin aktiv und meckert im Hintergrund rum, weil man gerade „nichts schafft“ und sich entspannt. Dabei ist unser Akku so wichtig.

Bewusst lernen aufzuladen

Wir brauchen sorgenfreie Momente des absoluten Wohlbefindens, Momente, in denen wir uns Gutes tun und mit allen Sinnen genießen. Diese Momente, in denen die Zeit kurz langsamer wird und wir uns erholen lassen Glück und Kreativität entstehen. Für mich sind das viel mehr geworden, seit ich mit einem anderen Fokus auf die Matte gehe. Kein zu großer Ehrgeiz mehr – ich fokussiere lieber das Wohlbefinden. Wann fühlt sich ein Asana an, als würde ich nach Hause kommen? Wie kann ich die Momente, in denen ich mich ganz im Einklang fühle, ausdehnen? Glücksyoga nenne ich das. Seit ich das Wohlbefinden beobachte, fallen mir auch im Alltag viel mehr Glückmomente auf. Ob beim atmen oder strecken oder beim ersten Tee oder der Sonne im Gesicht – eine andere Art von Aufmerksamkeit ist da und die Glückseligkeit dehnt sich magisch aus.

Die Ruhe im Kopf kennen lernen

das größte Geschenk meiner Yogapraxis war und ist jedoch, dass ich mitten im Chaos für einen Moment lang völlige Stille schaffen kann. Ich atme und konzentriere mich auf meine Mitte und plötzlich ist da Frieden. Meditation hat das geschafft und seit dem kommt nichts zwischen mich und die 10 – 20 Minuten stillen sitzens jeden Morgen. Wahrzunehmen, wie viele Gedanken mir so durch den Kopf geistern, ist machmal etwas erschreckend, aber mit der Zeit wird es besser – und manchmal ist da dieser Moment der absoluten Ruhe. Ein, zwei Sekunden sind das, in denen die Zeit still steht.

Wieso jeder meditieren kann

Meditation ist wie ein mentales Training, was uns hilft die Gedanken einen Moment stehen zu lassen und nicht jeden zu verfolgen. Die Erholung, die das bringt, ist phänomenal. Und keine Sorge: Jeder kann meditieren. Sollte es nicht direkt „klappen“ kann ich sagen: Auch nach zig Jahren gibt es bei mir unzählige Morgen, an denen ich mich dabei ertappe die Einkaufsliste durchzugehen statt meinen Atem zu beobachten. Aber darum geht es nicht. Es geht darum, genau das zu erkennen, um dann weiter tief einzuatmen und sich wieder zu konzentrieren. Dieses Zurückkehren zum Atem bringt auf lange Sicht den Frieden und ich sag euch: Der Effekt lohnt sich sehr.

Yoga in deinen Alltag holen

So also hat Yoga sich über Atmung, über Denkmuster, über den Fokus auf das, was mir gut tut und über die Stille im Kopf in meinen Alltag geschlichen. Die Folge ist, dass ich viel zuversichtlicher, ruhiger, energiegeladener und gelassener bin. Ich will es nicht mehr missen. Was übrigens auch die Erkenntnis ist, die mir hilft jeden Morgen aus dem Bett zu kommen. Na klar, eine Stunde Schlaf weniger – aber der Effekt? Unbezahlbar. Probier es also mal aus, ich bin gespannt. Oder vielleicht bist du schon täglich auf der Matte? Hat sich bereits ordentlich Yoga in deinen Alltag geschlichen? Mich interessiert, was dir deine Yogapraxis im Alltag so bringt und wie du dabei bleibst. Lass mal hören, ob du die Effekte auch spüren kannst und was bei dir so los ist.  Ich bin gespannt und sage

Namasté und viel Spaß auf der Matte und auch sonst,

Silja

PS: Foto made by Martin Giebel

Hallo, ich bin Silja. Gründerin von Glücksplanet und Trainerin, Coach, Yogalehrerin, fröhliche Mama von drei Söhnen, glückliche Ehefrau, begeisterte Pflanzenesserin, beseelte Yogaübende. Mein Herz schlägt für Psychologie und Coaching, Yoga und gutes, gesundes Essen. Ich schreibe mit Leidenschaft über alles, was helfen kann ein glückliches, entspanntes und begeistertes Leben zu leben. Mehr findest du auf meiner "Über mich" Seite. Für tägliche Inspiration folge mir auf Facebook oder Instagram.

4 Kommentare

  1. Mel Lavender 1 Jahr vor

    Liebe Silja.

    Ich interessiere mich seit noch nicht allzu langer Zeit für Yoga. Theoretisch, also über Fachliteratur schon ein bisschen länger, praktisch noch nicht lange. Ich habe inzwischen einen Yogamatte und wann immer ich Lust habe übe ich ein paar Asanas, bisher nur sehr einfache und über Tutorials 🙂
    Nächsten Samstag habe ich meinen ersten Yogakurs. Ich denke, es ist ganz gut wenn man sich das erstmal LIVE zeigen lässt.
    Ich freue mich wahnsinnig und hoffe sehr Yoga in Zukunft mehr in meinen Alltag zu integrieren.

    Wünsche dir ein schönes Wochenende 🙂

    • Autor
      Silja 1 Jahr vor

      Liebe Mel,
      Yoga ist super und ein Kurs wird toll werden. Ich finde, man lernt da nochmal besser worauf man achten sollte. Es gibt zig verschiedene Stilrichtungen und das ist so ein richtiges kleines Universum. Ich mag das sehr, das alles zu entdecken. Wünsch dir also einen guten Start in deinem Kurs und viel Spaß und natürlich ein schönes Wochenende
      Liebe Grüße
      Silja

  2. katja Sandner 1 Jahr vor

    Danke für diesen schönen Artikel!
    Ich bau Yoga jeden früh in meinen Altag ein
    z.B Zähneputzen im Baum(Komentar meines großen Sohnes „Machst Du wieder die Krüppeleiche“ Ach ja….)
    aber ich denke ich steh in Zukunft auch lieber etwas früher auf und nehme mir diese Zeit nur für mich,Yoga und meine Atmung
    Habe in letzter Zeit gemerkt wie Wichtig die Atmung für mich ist
    Also Danke für den Denkanstoß
    ein schönes Wochenende

    • Autor
      Silja 1 Jahr vor

      Hallo Katja,
      danke dir 🙂 freut mich sehr dein Feedback und ja! Atmung ist irre, ich finde das auch Wahnsinn, was das ausmacht, wenn man mal drauf achtet.
      Freu mich, wenn ich dich ein bisschen motivieren konnte – viel Spaß also morgens und bis bald,
      Liebe Grüße
      Silja

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