Selbstzweifel und Unsicherheit überwinden und Vertrauen finden

Selbstzweifel und Unsicherheit überwinden und Vertrauen finden

Selbstzweifel und Unsicherheit überwinden ist so wichtig um Vertrauen zu finden – so geht´s:

Wir alle wollen unsere Selbstzweifel und Unsicherheit überwinden und vertrauensvoll und stark durch unser Leben gehen, oder? Und wie läuft es bei euch so dabei? Seid ihr auf einem guten Weg? Geht ihr sicher eure Schritte? Alle Zweifel im Griff? Oder geht es euch wie mir und es holen euch immer wieder nagende Gedanken ein und Fragen wie „Bin ich gut genug?“ oder „Mache ich das richtig?“ stehen plötzlich scheinbar unüberwindbar im Raum?

Meine Geschichte der Selbstzweifel

So lange ich mich erinnern kann, habe ich Selbstzweifel. Als Kind war ich auf dem Schulweg schon unsicher, ob meine Lieblingsfreundinnen heute mit mir spielen würden. Ich hatte Angst, außen vor zu stehen – auf dem Pausenhof und im Leben. Mit fortschreitendem Alter schienen die Zweifel eher mehr als weniger zu werden: Bin ich hübsch genug? Cool genug? Angesagt genug? Mache ich es richtig? Bin ich fleißig genug? Bin ich ein Streber? All das ging mir durch den Kopf. Egal, was ich auch tat -meine Zweifel blieben. Manchmal bewahrheiteten sie sich auch noch und ich stand wirklich da, die Einzige mit der uncoolen Frisur, ohne eine Idee oder die Einzige mit Figurproblemen – dachte ich.

Alle haben die gleichen Sorgen

war eine beruhigende Erkenntnis. Meine Freundinnen machten sich ähnlich viele (unendlich viele, Wahnsinn – wenn ich die Zeit mal anders produktiv genutzt hätte) Gedanken über ihre Haare, Hintern oder Länge der Beine. Ebenso schienen alle, ob in der Schule oder später im Job, nicht recht zu wissen wohin es mit dem Leben gehen sollte (rühmliche Ausnahmen bestätigen hier wie gewohnt die Regel). Es schien fast so als würden alle zwischendurch glauben, sie wären nicht gut genug.

Wir sind, was wir glauben

hörte ich dann noch etwas später und damit war klar, wer schuld an den verschiedenen Miseren meines Lebens war: Ich ganz alleine. Au weia. Die Zweifel, so hatte ich verstanden, hatten sich also als selbsterfüllende Prophezeiung manifestiert! Ich hatte den Mist also selber in mein Leben eingeladen? Eigentlich wäre die Lösung für uns alle jetzt einfach: Wir denken nur noch positiv und bauen uns selbst und die anderen auf….hm… wobei das dann so ist, wie mit dem rosa Elefanten: Denke nicht an einen rosa Elefanten….. und…. hast du ihn schon im Kopf? Eben. Selbstzweifel sind ein Muster, das wir in unsrer Gesellschaft, in der Schule, im Elternhaus lernen.

Eine defizitäre Welt braucht andere Lösungen

als das pure Schöndenken. In einer Welt, die voller perfekter Ideale scheint – in der braucht es eine andere Art der Einsicht oder besser des Denkens und mit der kommt das Vertrauen wieder. Versprochen!

Der Weg ins Vertrauen

ist gar nicht so schwer, wenn man einmal angefangen hat umzudenken. Zuerst schauen wir uns den guten Grund an. Überleg dir mal, warum du so gut sein willst? So perfekt? So cool oder erfolgreich? So reich oder belesen? So schlau oder lustig? Was ist der Gewinn, wenn du das endlich ganz schaffst? Wenn du diesen Job hast oder jenes Haus? Schau dir das Gebilde deiner Gedanken an, die einerseits deine Ziele ausmachen und dein Motor sind und andererseits der Keimherd deiner Zweifel. Jede Medaille hat zwei Seiten und hier sind diese beiden.

Bist du das, was du glaubst zu sein?

Ist ein erster Gedanke gegen deine Selbstzweifel. Welche Rollen hast du in deinem Leben? Nimm dir mal Zeit und schreib sie alle auf! Ich habe mal versucht alle meine Rollen klar zu bekommen und doch ist die Aufzeichnung unvollständig. Es sind bei uns allen soviele! Ich gehe in den einen Raum und bin die versierte Trainerin, von der erwartet wird (vor allem von mir selbst), dass sie geistreich alle Fragen beantworten kann. Ich gehe einen Raum weiter und bin die Tochter, die sieht, wie ihr Vater langsam älter wird. Dann wieder bin ich die Mutter, die versucht ihren Kindern Begleiterin und Freundin zu sein, liebevolle Grenzen aufzuzeigen und zu motivieren. Ehefrau bin ich, Freundin auch, Yogaschülerin, Yogalehrerin, Yogaübende, Lesende und Schreibende, ich bin ..ich bin.. ich bin… so viele und dem allen  will ich ernsthaft entsprechen?

Was ist dein Kern?

Was ist der Kern von all dem? Von all den Ansprüchen in diesen Rollen? All den Ideen für das „perfekte“ Verhalten oder Aussehen oder Sein – was ist dahinter der Kern, der uns ausmacht? Ich glaube: Unsere Selbstzweifel und Ängste sind immer da, wo wir uns mit unseren Rollen identifizieren. Wo wir die Rolle sind statt das, was wir wirklich sind,  denn:

Du bist mehr.

Wir sind alle mehr. Wir sind nicht nur die Tochter oder die Mutter, der Sohn und der Vater. Wir sind ein Teil eines großen Ganzen. In dem Buch „Das Herz des Yoga“ zitiert der Kundalini Yogi Sat Hari Singh den Satz: „Wir sind keine menschlichen Wesen, die eine spirituelle Erfahrung machen. Wir sind spirituelle Wesen, die eine menschliche Erfahrung machen.“ und das bedeutet:  Wie viele auch immer wir sind, im Kern sind wir mehr als das. Wir sind unsere Essenz, unsere Seele-  wie auch immer du es nennen willst. Rein und klar, strahlend und hell, allwissend, verbunden und fortwährend. Wie die Sonne hinter Wolken immer scheinend, göttlich und vollkommen – so wird es beschrieben. Der Gedanke hilft schon mal finde ich, auch wenn man ihn im Moment des Zweifels nicht recht glauben mag.

Die Angst ist immer woanders – und nicht unbedingt schlecht

und damit kommen wir zum nächsten heilsamen Blickwinkel weg von den blöden Zweifeln und nagenden Gedanken: Alle unsere Zweifel bringen wir aus unserer Vergangenheit mit und projizieren sie in unsere Zukunft. Meistens sorgen sie so dafür, dass wir nicht nur schlechtere Laune bekommen, sondern uns auch mehr anstrengen, auf Rückschläge vorbereitet sind und Alternativen überlegen. Sie sind also nervig, aber nicht grundlegend schlecht. Du musst also überlegen, ob sie verschwinden sollen. Falls ja:

Tauch in diesen Moment ein.

Atme. Streck dich. Schau dich um oder schließ die Augen. Nimm dir einen Moment Zeit zu fühlen, was gerade da ist. Leg dir die Hände auf dein Herz, in die Mitte deines Brustkorbs, werd sanft und weich. Dann versuch dieses Gefühl zu beobachten – bei mir geht das super, wenn ich es für mich beschreibe. Den Tipp habe ich übrigens vom tollen Jack Kornfield, dessen Podcasts „Heart wisdom with Jack Kornfield“ ich allen, die gut Englisch verstehen, wärmstens ans Herz legen kann.  Mein Hauptzweifel war heute: Bin ich eine gute Mutter? Dieser Zweifel ereilt mich immer mal wieder und hier im Urlaub hat mich eine ordentliche Auseinandersetzung einen Moment lang aus der Bahn gebracht. „Mache ich das richtig?“ habe ich mich gefragt. „Bin ich gut genug ein Kind gut aufzuziehen? Wie wird es weitergehen?“ Dann habe ich mich an Jacks Tipp erinnert -und innegehalten und gedacht: „Ah, das ist jetzt die Angst. Sie fühlt sich an, wie ein Ring um meine Brust“- und mit dem Eintauchen in den Moment, da wurde es besser. Und ich hab wieder gemerkt: All das sind nur Gedanken

Es ist doch so: Egal, ob es um die Rolle geht, die wir meinen einnehmen zu müssen, egal, ob es um die Ansprüche geht, denen wir meinen gerecht werden zu müssen und ganz egal, ob es um die Zweifel und Ängste geht, die wir haben: All das sind Gedanken. Nicht mehr und nicht weniger. Also:

Beobachte deine Gedanken

Wenn wir uns einen Moment Zeit nehmen und unsere Gedanken mal beobachten (ohne in sie einzusteigen, das braucht vielleicht ein wenig Übung) – dann merken wir, wie wahnsinnig unsere Gedanken sind. Bei mir ging das heut ungefähr so:

„….bin ich eine gute Mutter? ….Hätte ich das nicht doch anders lösen sollen?…. Ich glaube, ich habe Hunger…Aber was hätte ich anders machen können?….Hat die Frau da einen schönen Bikini an!….Wo ist eigentlich meine Sonnenbrille? ….. und wie geht es jetzt weiter? Was, wenn ich es verbockt habe? …. Ich glaub, einen Keks kann ich noch essen….“

Merkt ihr es? Meine Gedanken rasen herum. Sie bleiben bei dem Zweifel und der Angst und dann – schwups – sind sie schon wieder woanders. Was also wäre, wenn wir bewusst andere Gedanken einflechten würden? Heilsame?

Glauben und Vertrauen einladen

funktioniert darum erstaunlich gut. Jedenfalls bei mir. Gabrielle Bernstein hat einmal gesagt, dass jede Form von Selbstzweifel ein Zeichen ist, dass wir uns nur auf uns selbst verlassen. Ein Zeichen, dass wir meinen, wir hätten die Kontrolle – wir hätten es in der Hand. Immer, wenn ich mir das vorstelle, muss ich ein wenig grinsen. Na klar, wir können unsere Sachen angehen und einen Schritt nach dem anderen tun und das ist wichtig und richtig – aber die gesamte Kontrolle? Nicht im Ernst, oder?

Wege mehr Vertrauen einzuladen:

Wenn wir also nicht die Kontrolle haben, unsere Gedanken sowieso rasen und wir mehr sind als all diese Rollen und Ansprüche, dann könnten wir doch einfach Vertrauen einladen, oder?

In Krisenzeiten fahre ich damit ganz gut und nutze dabei drei Wege – meist alle nacheinander.  Du kannst dir aber natürlich auch nur das rauspicken, was dir gefällt. Mir helfen:

Wie ich bin, bin ich genau richtig.

Wir sind alle perfekt so wie wir sind. Wer gläubig ist, braucht sich nur vor Augen zu führen, dass Gott uns ja genau so gemacht hat. Wie also könnte er uns nicht lieben? Wer nicht gläubig ist, geht einen kleinen Umweg und schaut sich im Spiegel einmal an. Diese Übung von Louise Hay ist wunderbar und wer sich lange anschaut und dabei freundliche Gedanken denkt oder laut zu sich sagt spürt sofort die Wirkung.  Die Zweifel fallen – einer nach dem anderen. Eine andere Wahrheit gewinnt wieder Überhand: Ich bin genau richtig, so wie ich bin. Ich bin so (setze was ein) und so…. und so…. und so…. – und so ist es. Schluss mit der Optimierung – umarm dich selbst, wenn die Angst kommt. Es hilft.

Sich auf das Wichtigste konzentrieren

Nichts ist bleibend. Alles ist im Fluss. Wenn die Angst groß ist, dann hilft mir dieser ansonsten so verunsichernde Gedanke. Alles geht und fließt und nichts ist darum sicher.

Das Wichtigste ist doch, dass wir da sind und all das hier bewusst sehen und beobachten – dass wir dabei sind. Womit wir wieder beim Moment wären. Sich zu überlegen, was das Wichtigste ist, ist wunderbar, um den Fokus zu verändern:

Letztlich geht es doch nie darum, dass wir besonders perfekt sind oder gut oder richtig! Es geht eigentlich doch nur darum, wie viel Liebe wir in die Welt gebracht haben – wie viel Licht und wie viel Freundlichkeit und Hilfsbereitschaft. Also: Wenn nichts mehr geht: Konzentrier dich ganz darauf jetzt in diesem Moment voller Liebe, Licht, Freundlichkeit und Sanftheit zu sein. Sei, was das angeht vielleicht, perfekt – der  Rest wird damit unwichtiger und das ist auch gut so

Beten

Ok, ich weiß, das ist nicht für jedermann etwas. Aber mir hilft es und meine spirituelle Ader wird sowieso immer ausgeprägter. Was daran liegt, dass ich an den heiligen Kern in uns allen glaube. Ich glaube, dass wir alle verbunden sind und dass es eine höhere Instanz gibt, Gott / das Universum, die sich um uns kümmert und deren Kern auch in uns ist. Darum kann ich mittlerweile sehr gut beten. Beten hilft mir immer und von Frau Bernstein habe ich den Tipp meine Sorgen weiterzugeben. Das mache ich ungefähr so (wieder am Beispiel von heute):

„Lieber Gott, ich mache mir gerade so viele Sorgen, dass ich keine gute Mutter bin. Bitte hilf mir, diese Gedanken zu überwinden. Ich  lasse diese Zweifel los und übergebe sie an dich. Möge ich meine innere Stimme hören und mich leiten lassen und alle Dinge so zu tun, dass sie dem besten Zweck aller dienen.“

Zum Schluss

Ihr Lieben, ich hoffe ihr habt eine Idee bekommen, was mir hilft, wenn die Selbstzweifel hochkommen und Überhand nehmen. Lasst uns den Kampf mit uns selbst an jetzt aufgeben und weich werden, sanft zu uns sein. Lasst uns sehen, was ist und dem Fluss des Lebens vertrauen. Alles kommt, wie es kommen soll. Ich meine: Unsere Aufgabe ist es zu lieben, zu glauben, freundlich zu sein und unser Leben zu genießen. – Jeden Tag einen kleinen Schritt gehen, hab ich hier schon mal geschrieben und nun kommt dazu, dass wir dabei nicht glauben, dass wir alleine die Kontrolle und damit die Verantwortung haben. Es gibt mehr als das und: Es kommt, wie es kommt und das ist meist auch gut so.

Ich drück euch heute mal,

Liebste Grüße

Silja

PS: Ein schönes Buch zum Thema Yoga und Glauben mit vielen tollen Kundaliniübungen und Mantren:

PPS: Und ein paar tolle Meditationen vom lieben Jack:

Info: Wenn ihr – aus irgendwelchen Gründen – nicht zum Lieblingsbuchladen um die Ecke kommt und zur Bestellung den Link nutzt profitiere ich ein wenig.

Hallo, ich bin Silja. Gründerin von Glücksplanet und Trainerin, Coach, Yogalehrerin, fröhliche Mama von drei Söhnen, glückliche Ehefrau, begeisterte Pflanzenesserin, beseelte Yogaübende. Mein Herz schlägt für Psychologie und Coaching, Yoga und gutes, gesundes Essen. Ich schreibe mit Leidenschaft über alles, was helfen kann ein glückliches, entspanntes und begeistertes Leben zu leben. Mehr findest du auf meiner "Über mich" Seite. Für tägliche Inspiration folge mir auf Facebook oder Instagram.

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