Selbstständigkeit – was du wissen solltest, bevor es losgeht

Selbstständigkeit – was du wissen solltest, bevor es losgeht

Selbstständigkeit – was du wissen solltest, bevor es losgeht

Dies, ihr Lieben, ist ein Wunschpost. So viele von euch haben mich gefragt und angeschrieben und darum gibt es heute endlich mein bescheiden-geballtes Wissen rund um die Selbstständigkeit. Wobei ich gleich von Anfang an sagen will: Hier schreibt keine Steuerberaterin oder Juristin, keine perfekte Businessfrau oder 100% Selbstständige. Dies ist also ein eher persönlicher Post, Eigenrecherche weiterhin willkommen. Ich verlinke euch unten auch mal meine Lieblings-Infoseiten – ohne die Gewissheit, dass sie die Wahrheit sagen (aber ich hab mit ihnen gearbeitet). Denn, soviel ist sicher, die Selbstständigkeit ist etwas, was so viele von uns reizt und das nicht ohne Grund.

Wann Selbstständigkeit eine gute Idee sein kann

Du hast eine Leidenschaft, eine Begabung, Wissen, das du in deinem „Hauptjob“ nicht ganz ausleben kannst? Du hast Lust dich ein wenig neu zu erfinden? Dich weiterzuentwickeln? Neue Impulse zu bekommen und zu geben? Etwas Geld zu verdienen? Diese und noch viel mehr Gründe kann es für den Aufbau einer Selbstständigkeit geben. Ob du nun (wie ich) neben deinem Beruf noch etwas machen magst, oder, ob du Lust hast ganz abzuspringen, ein eigenes Unternehmen aufzubauen ist aufregend und macht Spaß. Also, was auch immer dein Antrieb ist – geh los und mach es. Aber beachte ein paar Dinge, bevor du loslegst.

Ein paar grundlegende Fragen zum Start

Klarheit ist bei so vielen Dingen von Vorteil und natürlich auch hier. Sie erspart Zeit und Geld. Ich habe ja hier schon mal berichtet, wie das so mit meiner Webseite lief. Dass es überhaupt so lange gedauert hat, lag vor allem an meiner eigenen Unklarheit bezüglich meines Angebotes und der Ausstrahlung, die die Webseite haben sollte. Das Ergebnis (du findest es hier) finde ich genau richtig, aber der ein oder andere Schritt wäre mir erspart geblieben, wenn ich vorher klar gehabt hätte, was ich wie und wem anbieten will. Es lohnt sich also aus verschiedensten Gründen, ein bisschen Zeit in die Arbeit vor der Arbeit zu investieren. Ich lade dich daher ein, falls du dir noch nicht 100% sicher bist, die folgenden Fragen anzuschauen und in dich hineinzuhorchen, welche Antworten noch schlummern:

Was ist dein Ziel?

Wir alle verfolgen ein Ziel in unserem Leben. Meist sogar mehrere. Je klarer mir wurde, was mich glücklich macht und was ich für andere und für mich erreichen will, umso klarer wurde das, was ich anbieten muss. Also, am Anfang liegt das Ziel. Frag dich: Was ist das Ziel meines Lebens? Worauf will ich einmal zurück schauen? Was will ich erreicht haben? Wie will ich gewesen sein? Was will ich in diese Welt bringen? Und daraus entwickele dann dein Angebot. Hier kannst du die gleichen Fragen nutzen: Was ist das Ziel deiner Dienstleistung/ deines Angebots? Was soll es in die Welt bringen? Wie wird es anderen helfen? Nimm dir Zeit, atme durch. Es tut gut genau hinzuschauen, wohin es dich zieht.

Wer sind deine Kunden?

Dann überleg dir, welche Art von Kunden du ansprechen willst. Ich mag den Begriff der „Zielgruppe“ nicht so gerne. Ich überlege lieber, wie die Menschen wohl sind, die meine Arbeit weiter bringen kann. Was sind das für Menschen? Welche Probleme haben sie? Wie kannst du ihnen das Leben leichter machen? Sie sie wie entfernte Bekannt und Freunde, denen du etwas schenken willst. Was würde ihnen gut tun? Dieser Blickwinkel ist ein wenig partnerschaftlicher und macht es für viele von uns einfacher klar zu kriegen, wem wir was bieten wollen.

Entwirf ein Bild

Dann werde konkreter. Dieser Schritt tut so gut! Überleg dir, was du genau alles tun willst. Welche Produkte oder Dienstleistungen wirst du kreieren? Was brauchst du noch dafür? Dann stell dir vor, wie dein Tag aussehen wird, wenn du dem nachgehst. Ob das nun zusätzlich nach Feierabend ist oder ob du ganz raus aus dem Angestelltenverhältnis hüpfen wirst- mal es dir aus! Entwirf ein Visionboard und pack darauf alle Bilder, Sprüche, Ideen, die dich inspirieren. Häng es irgendwohin, wo es dich jeden Tag daran erinnert, was du aufbauen wirst. Ein sehr motivierender Schritt, der nicht fehlen darf.

Dein Hauptjob und dein Nebenjob?

Solltest du neben deiner hauptberuflichen Tätigkeit einen Nebenjob beginnen wollen, dann sprich mit deinem Arbeitgeber. Wenn du magst, schau dir dazu noch mal das Facebook-Live Video vom 10. Juni an. Da geht es um das „richtig“ verhandeln, also darum, wie du klar und mit viel guten Argumenten deine Themen nach vorne bringen kannst. Das ist insbesondere dann wichtig, wenn du z.B. deinen Arbeitszeitanteil ein wenig verringern möchtest, um mehr Raum für deine zweite Leidenschaft zu haben.

Its all about the money, honey

Nun, da klarer ist, was du mit wem tun wirst und wie es sich anfühlen und aussehen wird, kannst du dich um den Lohn kümmern. Du brauchst erstmal eine Übersicht über deine Kosten und das kann ein wenig weh tun. Am besten führst du einen Monat lang (mindestens) ein Haushaltsbuch. Oder du durchforstest deine Kontoauszüge und schaust mal, wohin dein Geld geht. Gerade, wenn du ganz raushüpfen willst, brauchst du eine Übersicht darüber, was du im Monat an Geld verdienen willst.

Steuer

Immer dann, wenn Geld verdient wird, brauchst du zudem eine Anmeldung beim Finanzamt. Es gibt tolle Steuertipps-Seiten wie diese und diese, auf denen du dich schlau machen kannst. Ich coache nebenberuflich Menschen und mache das nur ein paar wenige Stunden pro Woche (wenn überhaupt). Mein Hauptjob und meine Familie spannen mich so sehr ein, dass mehr einfach nicht geht. Ich habe mein Coaching und Yoga Angebot als selbstständige Tätigkeit angemeldet. Man bekommt dann eine Steuernummer und muss schon einmal die möglichen Einnahmen hochrechnen. So ganz grob. Dies dient besonders dazu, zu schauen ob auch Umsatzsteuer gezahlt werden muss. Neben der Versteuerung der Einnahmen, ist dies der Fall, wenn du über 17.500 Euro Gesamtumsatz im Jahr machst. Dann wird es Zeit Umsatzsteuer abzuführen und das möglichst von Anfang an, um höhere Nachzahlungen zu vermeiden.

Gewerbe

Ein Blog wie dieser, auf dem in unregelmäßigen Abständen auch mal ein sogenannter „sponsored post “ erscheint, ist ein Gewerbe. Was bedeutet: Selbst, wenn ich nur selten solche Posts mache, muss ich ein Gewerbe anmelden. Dazu geht man nicht zum Finanzamt, sondern zur Stadt. Dort kann man ein Gewerbe anmelden, um es gleich danach auch dem Finanzamt mitzuteilen. So ist sichergestellt, dass selbst kleinste Einnahmen auch vernünftig besteuert werden. Und: Man wird als Gewerbetreibender automatisch Mitglied bei der IHK. Bis zu einer gewissen Gewinngrenze ist diese Mitgliedschaft kostenfrei.

Sozialabgaben

In unserer Solidargemeinschaft zahlen wir alle Sozialabgaben, wie Kranken- und Rentenversicherung. Wenn du, wie ich, hauptamtlich einen Beruf ausübst, so muss sichergestellt sein, dass dies dein HAUPT beruf ist. Dies ist meist dann der Fall, wenn du mehr als 20 h pro Woche investierst und für deine nebenberufliche Tätigkeit weniger als 15 h. Klappt bei mir also. Du kannst deine Krankenkasse informieren und auch die Rentenkasse, wenn du nicht ganz sicher bist, bietet sich das auf jeden Fall an. Vorsicht ist geboten, wenn du selbstständig bist. Oft von den Sozialabgaben befreit, muss man sich dann selbst (freiwillig) versichern. Erkundige dich auf jeden Fall genau, wie das in deinem Bereich aussieht! Achte auch darauf, dass du nicht in den Verdacht einer Schein-Selbstständigkeit kommst. Hierzu gibt es klare Kriterien, denn als Scheinselbständiger musst du die Abgaben zahlen. Du findest mehr Informationen dazu hier.

Steuererklärung

Ich habe einen Steuerberater. Punkt. Leute, ich war noch nie topfit in dem Steuerkram und Einnahmen- Überschuss-Rechnungen für Selbstständigkeit und Gewerbe – das war mir zu heikel. Fragen also an den Steuerberater eurer Wahl 🙂

Giving back

Ok, dies ist nicht klassisch etwas zum Thema Selbstständigkeit, aber wenn wir schon vom Geld reden, frag dich: Was kannst du zurück geben? Ich habe mir vorgenommen einen Teil meiner Einnahmen an wohltätige Dienste zu geben. Gar nicht viel, aber halt ein wenig. Mir tut das gut und es gibt dem Ganzen noch ein wenig mehr Sinn. Also, wenn du überlegst etwas aufzubauen, frag dich direkt: Willst du auch was abgeben und an wen? Und dann leg damit auch von Anfang an los! Fühlt sich gut an und das wiederum strahlt in dein Business.

Über Selbstzweifel hinweg kommen

Und dann gibt es neben dem Geld noch das Thema Mut. Den Mut aufzubringen und an sich zu glauben – ich denke, das ist eine Lebensaufgabe für die meisten von uns. Lies gerne nochmal meinen Post über die Selbstzweifel. Sie gehören dazu. Dazu gehört aber auch, sich zu trauen. Also, geh einen Schritt nach dem anderen. Ich träume davon, Menschen mit meinem Blog und meiner Arbeit zu inspirieren ihren Weg gesund und glücklich durchs Leben zu gehen. Als ich dachte: dazu gehören auch Videos, war mein erster Gedanke „Kann ich nicht“ – und ich hab mich eingeigelt. Der Sprung raus aus der Komfortzone jedoch ist so wichtig. Also hab ich angefangen mit Snapchat und später den Instagramstories. Die Wahrscheinlichkeit, dass ich irgendwas Bescheuertes sage und mache und es Riesenwellen schlagen könnte, schien mir hier geringer. Außerdem konnte ich mich an mich und meine Art gewöhnen. Furchtbar war das anfangs, heute machte es mir Spaß (auch wenn ich eigene Videos noch immer nicht so gut sehen kann). Also, schau deinen Traum an und robb dich ran! Zweifel gehören dazu. Mut ebenfalls.

Marketing und Social Media

Hierzu, ihr Lieben, gibt es noch mal einen etwas ausführlicheren Post. Eins sei jedoch gesagt: Es kostet Zeit, macht Spaß und ich mach diese ganze Sache eher aus der Intuition heraus. Ich mag zum Beispiel nicht alles in Rechnung stellen. Ehrlich gesagt ist das meiste, was ich tue, kostenfrei und das ist auch gut so. Ich will einfach das teilen, was mir hilft. Andererseits ist es wichtig auch zu verstehen, dass nur Menschen in Trainings (wie mein Glückstag am 8.7.) oder Coachings kommen, wenn sie dich finden und verstehen, was du tust. Nutzt du jedoch die Plattformen nur für Werbung, fühlt sich das irgendwie hohl an. Also, gib dir Format und nutz deine Social Media Kanäle als Fläche deine Botschaften und Arbeit in die Welt zu schicken. Teil, was hilft und vertrau darauf, dass es Menschen gibt, für die du noch mehr tun kannst.

Preise

Über das verhandeln von Preisen wollte ich noch ein Video machen. Bis das fertig ist, folgende Punkte, damit du die richtigen Preise findest:

Wie viel Wert hat deine Zeit?

Meist lieben wir das, was wir freiberuflich tun von Herzen. Wir können nicht genug davon bekommen und fühlen uns dann manchmal schlecht, wenn wir hierfür auch noch Geld nehmen. Der Ansatz ist jedoch verrückt. Frag dich, sollte es dir auch so gehen, einfach: Wie viel Wert hat meine Zeit? Was ist eine Stunde wert, die du in etwas oder jemanden investierst? Dann ermittle daraus deine Preise. Du solltest noch mal gegen rechnen, ob so die Gewinnspanne ausreichend ist – insbesondere, wenn du davon leben möchtest. Ein Businessplan mit einer glasklaren Kalkulation macht dann durchaus Sinn.

Eine Frage des Geschmacks – über Preispolitik und Newsletter

Es gibt viele Seiten, da liest man halbe Romane, bevor man mitgeteilt bekommt, was der Spaß kosten soll. Mich regt das als Kunde auf. Genauso wie Pop-up-Newsletterfenster. Aber all das ist Geschmackssache. Zu den Preisen sei gesagt: Wer schon viel auf deiner Seite gelesen hat und dran bleibt, wird wahrscheinlich auch kaufen, denn er oder sie weiß, warum der Invest eine gute Idee ist. Allerdings nervt es manche auch, wie mich zum Beispiel. Da ich nicht unbegrenzt Zeit und Geld habe, mag ich wissen, ob ich mir etwas überhaupt leisten kann. Und zwar relativ zu Beginn. Daher steht auf meiner Seite auch, was meine Angebote kosten. Cleverer wäre vielleicht die andere Optio. Wichtig ist: Du entscheidest! Zum Pop-up: Newsletterleser sind toll. Ich freu mich immer wie Bolle über jeden neuen Glückspost- Abonnenten. Irgendwie bilde ich mir ein, dass das der harte Kern meiner Leser ist. Und außerdem kann man im Newsletter auch über Seminare oder andere schöne Dinge berichten. Ein Pop up sorgt tendenziell für mehr Abonnenten, da mich das jedoch selbst auf anderen Seiten nervt…ihr seht: Es gibt einiges zu überlegen.

Fazit

So eine Selbstständigkeit ist eine wilde Reise mit vielen Stationen. Lass dich jedoch davon nicht abschrecken. Eins ergibt das andere und der Weg lohnt sich. Teil das, was du zu teilen hast und mach die Welt ein wenig heller. Damit das gut geht, hab ich meine Lieblings – Top 5 – Tipps zu dem Thema zum Schluss für dich:

  • Fang langsam an und entwickle Schritt für Schritt deinen Plan und Weg
  • Such dir professionelle Hilfe, wie Steuerberater, Webdesigner und so weiter
  • Fang an zu probieren und spiel herum, geh dahin wo der Spaß und die Freude ist
  • Wenn du damit haderst zu kündigen, dann warte noch und lass es erstmal parallel laufen
  • Je genauer du kalkulierst und nachdenkst, umso weniger wirst du Angst haben

Ich bin jetzt natürlich gespannt: Wer von euch ist denn schon unterwegs und macht was nebenbei oder gar ganz? Wer plant etwas? Wie weit seid ihr? Hab ich etwas vergessen? Ergänzungen und Fragen sind herzlichst willkommen. Ansonsten hoffe ich, dass dieser Post all die Fragen da draußen gut beantworten konnte. Ich schick euch die liebsten Grüße,

viel Spaß, Erfüllung & Erfolg bei allem was ihr tut,

Silja

PS: 

In meiner Bücherliste hier findest du meine Lieblingsbücher zu dem Thema.

PPS: Zum Beruf Coach gibt es hier noch einen Post und für Yogalehrer diesen hier. Viel Spaß!

 

 

 

 

Hallo, ich bin Silja. Gründerin von Glücksplanet und Trainerin, Coach, Yogalehrerin, fröhliche Mama von drei Söhnen, glückliche Ehefrau, begeisterte Pflanzenesserin, beseelte Yogaübende. Mein Herz schlägt für Psychologie und Coaching, Yoga und gutes, gesundes Essen. Ich schreibe mit Leidenschaft über alles, was helfen kann ein glückliches, entspanntes und begeistertes Leben zu leben. Mehr findest du auf meiner "Über mich" Seite. Für tägliche Inspiration folge mir auf Facebook oder Instagram.

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