Inneren Frieden finden – wie du lieben lernst, was ist

Inneren Frieden finden – wie du lieben lernst, was ist

Inneren Frieden finden – wie wir lernen, all das zu lieben, was ist

Vielleicht kennst du das auch? Du willst eigentlich total offen sein, entspannt und glücklich. Du willst im Einklang mit der Welt leben, sie genießen und Gutes tun? Und dann macht es dir das Leben irgendwie schwer? Diese Frau, vor dir an der Kasse, nervt echt total? Jeden Morgen im Stau stehen und zu spät kommen vermiest dir den Tag? Das Wetter müsste besser sein? Dein Hintern strammer? Die Welt freundlicher?  – Gelassenheit ist manchmal weit weg, wenn wir so drauf sind- und dabei wollen wir doch alle nur inneren Frieden finden und glücklich sein. Seufz.

Die Aufmerksamkeit steuert unsere Wahrnehmung

Als ich das im Psychologieseminar das erste Mal gehört habe, dachte ich: Nee, ich seh doch alles, was los ist! Und dann gab es dieses lustige Video, in dem man die Bälle zählen muss  – und ich wurde eines besseren belehrt. Wenn du es noch nicht kennst, dann schau mal hier rein. Aber auch im Alltag gibts zig Beispiele, in denen unsere Aufmerksamkeit steuert was wir sehen. Zum Beispiel: Kaufst du dir ein rotes Auto, siehst du plötzlich lauter rote Autos. Bist du schwanger, siehst du plötzlich lauter dicke Bäuche und so weiter und so fort. Das Fatale ist: Leider funktioniert das auch bei den negativeren Gedanken in unserem Kopf so. Das, was wir glauben und ahnen oder uns sorgt, bestimmt zum großen Teil das, was wir sehen und erleben. Ganz schön spooky aber wahr.

Wie dein Hirn so funktioniert

Unser Hirn ist ein Automat. Punkt. Hab ich auch schon mal erwähnt und die Hirnforschung belegt es. Es ist eine Wundermaschine, verändert sich jeden Tag und schafft unglaubliche Leistungen – aber, es ist halt auch ein Automat. Und so können wir auch nur vollautomatische Reaktionen von unserem Hirn verlangen. Es sei denn, wir unterbrechen die Routine/ den Ablauf/ das Programm oder programmieren uns sogar um. Und genau das ist so wichtig und machen wir auch schon, wenn wir meditieren, Yoga üben, beten und und und. Uns selbst auf positive Schwingungen zu programmieren ist so wichtig, denn tun wir das nicht, bleiben wir in unserem Trott und die Dinge, die uns aufregen verfolgen uns weiter.

Mentales Training

Stell dir vor, du könntest den Automat in deinem Kopf von Ärger auf Gelassenheit, von Wut auf Mitgefühl, von Frust auf Glück umprogrammieren? Und nach erfolgreicher Umprogrammierung würde er dann alles von alleine angehen? Du würdest immer automatischer mehr inneren Frieden fühlen, mitfühlend und glücklich sein? Wäre das nicht top? Ich finde sowas von! Die ganze wissenschaftliche Forschung rund um Meditationen belegt bereits, dass wir das können: Uns in Richtung Zufriedenheit, Angstfreiheit und Liebe umzuprogrammieren. Bei mir selber merke ich das auch, je mehr ich versuche bewusst zu steuern, umso besser geht es mir. Ich habe irgendwie viel öfter die Wahl über meine Stimmung – so erholsam ist das!

Mentales Training für mehr Gelassenheit

Damit du eine Idee bekommst, wie das gehen kann, musst du erstmal verstehen, was dich so aufregt. Darum gibt es heute eine kleine Aufgabe. Bevor du weiterliest, mach eine kleine Liste (auf Papier oder zur Not im Kopf) und beantworte die folgenden Fragen:

  • Über was rege ich mich auf?
  • Welche Dinge nerven mich?
  • Was kann mir den Tag versauen?
  • Welche Menschen bringen mich zur Weißglut?
  • Wann komme ich aus dem Gleichgewicht?

Jetzt hast du eine Idee, wann du aus deiner Gelassenheit kommst. Such dir jetzt deinen Hauptaufreger aus, mit dem kannst du weiter machen (und den Rest später nachholen).

Wie Emotionen zustande kommen

Dadurch, dass wir wissen, was uns nervt, können wir jetzt viel aufmerksamer und achtsamer in diesen Prozess einsteigen. Und hier beginnt bereits die Veränderung in Richtung inneren Frieden. Alles, was automatisch ist, ist für uns unbewusst und wir sind das Opfer unserer inneren Vorgänge- aber mit etwas Fokus und Aufmerksamkeit ist die Veränderung möglich. Dazu vielleicht kurz, wie deine Emotionen (für dich unbewusst) entstehen und dein Hirn funktioniert:

  1. Etwas passiert (innen oder außen) – und du nimmst es wahr.
  2. Dein Gehirn versucht eine Ähnlichkeit mit etwas bereits erlebten zu finden und aktiviert das „passende“ Netzwerk an Nervenzellen und Synapsen
  3. Die dort gespeicherten (alten)  Emotionen werden so nun auch aktiviert
  4. Wir fühlen diese Emotionen erneut, ordnen sie dem aktuellen Geschehen zu und bewerten dann das, was gerade ist
  5. Durch die Bewertung verstärken wir unsere Emotionen weiter.

Hierzu gibt es ein paar tolle Studien. Wenn wir beispielsweise einen Film sehen, der aufgrund seiner Spannung Herzklopfen und Aufregung verursacht (= Emotionen), so finden wir den Partner, mit dem wir im Kino waren gleich viel attraktiver. Erklärung: Unser Gehirn ordnet die Aufregung (vom Film) zumindest teilweise dem Partner zu und schon…glauben wir einen ganz aufregenden Typen an unserer Seite zu haben. Ich sag daher: Ja, wir sind ein Automat und außerdem: Wir sollten unbedingt ins Kino gehen, wenn wir jemanden toll finden. Muss nur ein richtig schön spannender Film sein …

Ändere die Bewertung – ändere die Emotion

Womit wir bei dem entscheidenden Schritt zur Gelassenheit und zum inneren Frieden wären: Der Bewertung. Wenn du nun weißt, dass die Bewertung einer Sache / Wahrnehmung/ eines Ereignisses automatisch abläuft, auf alten Erfahrungen basiert und ein wenig wahllos ist  – dann könntest du sie ja eigentlich ändern, oder? Also positiver drauf schauen, oder? Und dann….. wärst du ja gleich viel gelassener. Dein Glas wäre sozusagen eher halbvoll.

Um deinen Automaten im Moment der Emotion auszuschalten brauchst du drei simple Schritte: 

  1. Wenn etwas passiert was dich aufregt – atme drei Mal tief ein und aus. Das sorgt dafür, dass dein Gehirn sich von der Emotionsausschüttung erholt und sondein Verstand wieder besser arbeiten kann = du kannst wieder klar denken.
  2. Frage dich: Was denke ich gerade über diese Situation, was diese Gefühle auslöst?
  3. Was könnte ich stattdessen denken, um mich besser zu fühlen?

Ein Beispiel: Mal angenommen, du regst dich andauernd auf, weil dein Partner / deine Freundin / dein bester Kumpel immer zu spät kommt, dann laufen die Schritte so:

  1. Dein Partner/ Freundin / Kumpel ist zu spät. Du wartest und beginnst dich zu ärgern. Atme tief durch, das Gefühl von Ärger wird so etwas erträglicher.
  2. Frage dich: Was denke ich gerade, dass ich mich so ärgern muss? Deine Antworten könnten sowas sein wie: Was denkt der bloß wer ich bin? Das ist so unhöflich! Bin ich nicht wichtig genug? Er liebt mich nicht! Sowas macht man nicht! Meine kostbare Zeit!……
  3. Frag dich dann: Was könnte ich stattdessen denken (und mich dadurch besser fühlen)? Vielleicht sowas wie: Ich habe noch einen Moment zum durchatmen. Gut, dass wir so entspannt miteinander sind. Ich freu mich, wenn wir uns gleich endlich sehen. Ich nutze die Zeit für mich.. …

Gelassenheit macht glücklich

Na klar ist es nicht so toll, wenn manche Dinge passieren und wir warten müssen oder blöd im Stau rumstehen. Und es ist gut was dagegen zu unternehmen – vielleicht Feedback geben oder Bahn fahren, aber all die Emotionen und der Ärger? Das muss nicht sein! In der Glückspost gab es ja heute schon die Anleitung, wie du eine für dich gute Unterscheidung triffst zwischen den Dingen, die du akzeptieren solltest (weil du sie nicht ändern kannst) und denen, die du angehen solltest (weil der Aufwand sich lohnt und du was tun kannst). Diese Unterscheidung tut gut und hilft uns, unsere Energie dahin zu bringen, wo wir wirklich was tun können!

Für inneren Frieden: Segne doch mal

Lass dich also nicht ärgern, von den Dingen, die so sind, wie sie sind. Lern zu lieben, was ist. Vielleicht ist das etwas viel verlangt, aber ich habe mal den Tipp bekommen, die Menschen oder Situationen, die mich so richtig ärgern und ans Limit bringen innerlich zu segnen. Ich finde das ganz hervorragend, denn es entspricht meiner Haltung, dass jeder in einer (aus seiner Sicht) guten Absicht unterwegs ist und das alles, was passiert, für etwas gut ist.  Was meinst du?

Einen gelassenen Start in die Woche wünsch ich dir,

Silja

PS: Wer mehr lesen will zu dem Aufbau unseres Gehirns und wie das alles so funktioniert, für den habe ich heute mal so ein richtiges Sachbuch, mit allem Schnick und Schnack und neurobiologischen Hintergründen und und und von Klaus Grawe. (Wenn über den Link bestellt wird, profitiere ich ein wenig davon):

 

Hallo, ich bin Silja. Gründerin von Glücksplanet und Trainerin, Coach, Yogalehrerin, fröhliche Mama von drei Söhnen, glückliche Ehefrau, begeisterte Pflanzenesserin, beseelte Yogaübende. Mein Herz schlägt für Psychologie und Coaching, Yoga und gutes, gesundes Essen. Ich schreibe mit Leidenschaft über alles, was helfen kann ein glückliches, entspanntes und begeistertes Leben zu leben. Mehr findest du auf meiner "Über mich" Seite. Für tägliche Inspiration folge mir auf Facebook oder Instagram.

2 Kommentare

  1. Asli 1 Jahr vor

    Liebe Silja!

    Vielen Dank für den tollen Artikel! Lässt sich super lesen und ich kann’s total gut nachvollziehen.
    Wenn ich gerade in einer Situation bin, die mir gar nicht gefällt (jemand lässt auf sich warten; man verschläft und muss alles schneller machen, als sonst; Verkehrschaos…), denke ich mir mittlerweile „für irgendwas wird es schon gut sein!“. Und fast immer kann ich im Nachhinein etwas Positives an diesem Umstand entdecken! 🙂 Ich lasse los und vertraue darauf, dass es so ist wie es sein soll…

    Es lohnt sich, das mal für sich auszuprobieren!
    Ich freue mich, eine Gleichgesinnte in Dir gefunden zu haben! :-)))

    Liebe Grüße aus München
    Asli

    • Autor
      Silja 1 Jahr vor

      Hallo Asli!

      Das ist ja ein toller Tipp. Danke dir. Und danke fürs Feedback ! Freu mich sehr
      Bis bald
      Silja

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