Glauben können und den eigenen Weg entdecken

Glauben können und den eigenen Weg entdecken

Glauben können und den eigenen Weg entdecken

Das Thema Glaube und spirituelle Praxis verfolgt mich gerade ein wenig. In den letzten Wochen gab es einzelne Mails zu dem Thema, Gespräche mit Freunden, Kommentare und Anfragen in Coachings und ich dachte mir irgendwann: Ok, irgendwie scheint das gerade ein Thema zu sein, womit ich mich beschäftigen soll. Eigentlich auch gut so, denn glauben können macht glücklich und unsere Welt braucht Glauben.

Wieso die Welt Menschen braucht, die glauben können

Wir leben in einer Welt, in der es die verschiedensten Glaubensrichtungen gibt. Kriege und Verfolgung entstehen im Namen des Glaubens genauso wie Gemeinschaft und Unterstützung. Wenn wir glauben können, dann ist dies meist ein Zeichen für Liebe, die in unserem Herzen ist und für eine gewisse Demut im Sinne von: Wir sind nicht alles was zählt und doch ist jeder von uns wichtig. Unsere Welt mit all ihrer Angst, der Ungerechtigkeit und dem Kampf braucht Glauben, Liebe und Hoffnung.

Wieso ich eine eigene spirituelle Praxis habe

Ich habe mittlerweile eine kleine Anzahl von Angewohnheiten, die ich als meine spirituelle Praxis zusammen fassen würde. Vom morgendlichen Mantra singen über ein Gebet bis zur Meditation oder kleinen Alltagsgedanken ist alles dabei. Ich merke, wie mich das beflügeln kann und mir gleichzeitig hilft am Boden zu bleiben. Die Praxis sorgt dafür, dass ich das Leben mit seinen Höhen und Tiefen verdauen kann, Entscheidungen sicherer treffe und mit meinem Zielen und Visionen im Einklang bin. Eine eigene sprituelle Praxis zu haben ist also eine Sache, die gut tut. Sehr gut sogar und darum teile ich heute hier meine sehr persönliche Glaubensgeschichte und heutige Praxis. Falls du andere Sachen glaubst, dann ist das ebenso gut so. Mich interessiert dein Standpunkt sehr, denn hier gibt es aus meiner Sicht kein richtig und falsch. Wir finden irgendwann unseren eigenen Weg, was spannend ist und gut. Meiner soll dich ermutigen in dich hinein zu hören und zu fühlen, was du glauben kannst und was dir gut tut.

Die eigene Glaubensgeschichte anschauen

Die meisten Menschen, die ich kenne, sind irgendwann in ihrem Leben verwirrt über all die verschiedenen Möglichkeiten zu glauben. Was ist das richtige Konzept? Das richtige Buch? Was sind die richtigen Gebete und Rituale? Bleiben wir bei dem, womit wir groß geworden sind? Wechseln wir? Glauben wir am besten gar nicht mehr?  Wenn es dir so geht, dann schau mal hin auf deinen Weg. Mir hat das geholfen, um die Essenz zu finden und den roten Faden.

Der Glaube der Kindheit

Ich bin katholisch groß geworden, was Männer in festlichen Roben, Weihrauch, Messdiener und Orgelmusik bedeutete. Ich erinnere mich an Beichten in engen, dunklen Beichtstühlen und die Aufforderung das „Vater Unser“ zu rezitieren, um meine Sünden zu büßen. Ich fand das als Kind normal, kannte es nicht anders. Gott war ein großer, in meiner Fantasie alter Mann, der liebevoll -streng auf mich hinab sah. Wunschzettel, Nöte und Freuden wurden im Gebet mit ihm geteilt. Mein lieber Vater nahm mich Sonntags an der Hand mit zur Messe. Wir hatten beide meist Hunger und ich freute mich auf die Hostie, die verdächtige Ähnlichkeit mit dem Esspapier meiner Lieblingsbude hatte. Bis dahin war alles gut. Der Glaube war da, ich hinterfragte nichts und die Geborgenheit tat gut. Als jedoch meine Mutter starb, war ich ziemlich verzweifelt und es half mir irgendwie einen Schuldigen zu finden. Ich war neun, fühlte mich ungerecht bestraft und nahm meinen Schicksalsschlag der Kirche, oder vielmehr Gott, ganz schön übel.

Überlegen was wichtig ist

Von da an war ich nicht mehr mit ganzem Herzen dabei, nur die Weihnachtsmessen machten noch wirklich Spaß. Erst viel später, als es um meine eigenen Kinder und die Frage der Taufe ging, kam die Kirche wieder ins Spiel. Ein paar verstörende Aussagen der katholischen Kirche sorgten für einen Wechsel. Ganz austreten wollte ich nicht, denn irgendwie gehört der christliche Glaube zu meiner Geschichte. Also konvertierte ich, nach einem Gespräch mit dem evangelischen Pfarrer, der ein beruhigendes Verständnis für meine etwas kirchenfernen Glaubensauslegungen hatte. Meine Kinder sind also getauft und noch heute finde ich die Jugendarbeit und das Engagement vor Ort wichtig- auch wenn ich nicht selbst aktiv dabei bin.

Kennst du deine Geschichte?

Kennst du die Wurzeln deines Glaubens? Hast du für dich klar, was Gewohnheit, was Routine, was echter Glaube ist? Glaube kann uns Halt geben. Es tut dennoch gut zu prüfen, welche Gedanken dich bereichern und welche eher Abwehr oder Trotz hervorrufen. So musste ich zum Beispiel all diese Ideen eines strengen Gottes ablegen. Auch der Gedanke der Dualität – dieses Himmel und Hölle Dings – das kann ich nicht glauben. Was auch immer deine Stolpersteine sind, schau sie dir an und finde deinen eigenen Weg. Hab den Mut deinen Glauben zu deinem ganz eigenen, individuellen Glauben zu machen.

Spirituelles Erwachen

Mit dem Yoga, mit den Mantren, den Büchern, all diesen vielen alten Schriften wurde etwas anderes in mir wach. Ich weiß gar nicht, ob ich es Glauben nennen mag, es ist eher, als würde ich etwas wissen. Irgendwann in einer der Meditationen konnte ich plötzlich fühlen, wie verbunden ich bin. Nicht wie eine Eingebung, mehr wie eine feine, zarte Verbindung. Wir alle sind verbunden mit einer Macht, die größer ist als wir selbst. Mit einer Kraft, die weiter und reicher und heller ist. Sie hat weder Form noch kann ich ausmachen, woher sie kommt und tue mich darum schwer, sie zu benennen. Also nutze ich alle möglichen Begriffe. Das Wort Universum zum Beispiel immer dann, wenn ich das Gefühl habe, die Kraft ist gerade allumfassend und umhüllt mich. Manchmal nenne ich sie Mutter Erde, dann fühle ich meine Wurzeln stark und den Puls, der unter mir bebt. Oder ich sage Gott, dann fühle ich eine väterliche, leitende Energie. Das Etikett ist mir egal, das was ich fühle ist das, was heute zählt.

Was ist Erleuchtung?

Eine ganze Zeit lang dachte ich, ich würde etwas nicht richtig machen, denn klar, da war dieses wunderbare Gefühl von Verbundenheit und dieses Wissen, aber eine echte „Erleuchtung“ hatte ich nicht. In meiner Fantasie war das ein Durchbruch an Wissen, wie ein Wasserfall würde ich plötzlich die großen Zusammenhänge verstehen, alles würde gleißend hell werden und ich ab jetzt immer klar sehen……nun, was soll ich sagen? Ich habe mich von dieser Vorstellung gelöst. Geholfen hat mir der schlaue Herr Tolle, der in einem Buch „Leben im Jetzt“ beschreibt, was für ihn Erleuchtung ist: „Sich des Seins wieder bewusst zu werden und in diesem Zustand „fühlenden Erkennens“ zu verharren, ist Erleuchtung“ (Leben im Jetzt, s.S. 16). So klar kann man das auch sehen. Mir hat der Satz also geholfen.

Was gut tut

Atme durch, wenn du manchmal verwirrt bist oder durcheinander und prüf deine Vorstellung von dem, wie du glaubst, wie es sein soll. Sie ist nur eine weitere Hypothese, die dein Kopf sich zusammen gereimt habe. Mich beruhigt das ungemein. Und, für alle, die es interessiert und dich mich gefragt haben, habe ich die Essenz von dem aufgeschrieben, was ich ganz persönlich glaube. Los gehts:

Was ich glaube

Ich glaube, wir sind alle miteinander verbunden. Wir sind im Kern heilig und Gott/ das Universum/ die allumfassende Energie ist die reine, klare, liebende, friedliche, leuchtende Essenz in jedem von uns. Immer dann, wenn wir in Kontakt mit uns selbst kommen und im Moment sind, spüren wir diese Verbindung zu unserem Kern und damit zu allem, was ist. Unser Ego versucht uns immer wieder einzureden, dass wir Dinge tun müssen, dass es Regeln gibt. Ich glaube, der Weg ist das Ego nicht mehr so sehr zu hören, sondern unser Herz. Es ist unsere Aufgabe uns zu öffnen für die Schönheit und auch aufzuhören zu urteilen, denn das schafft Distanz statt Verbindung. Wenn wir uns öffnen für die Fülle und den Mangel nicht mehr zu spüren, brauchen wir nicht mehr kompensieren, können nicht mehr zu kurz kommen, neidisch sein. Ich glaube, wir sollen daran arbeiten unsere Ängste zu überwinden und die Zweifel abzulegen. Ich glaube an Nächstenliebe, Mitgefühl, Frieden. Daran, dass wir alle etwas tun können, um diese Welt einen besseren Ort zu machen. Ich glaube, immer da, wo wir gerade sind, ist unsere momentane Aufgabe. Wir müssen lernen das Heilige in uns zu sehen, um es ganz nach außen strahlen lassen zu können. Wir können dann lernen das Heilige und Gute in jedem zu sehen. So entsteht Frieden, Akzeptanz, Respekt und vieles mehr.

Raum für den Glauben schaffen

Wenn du also auch suchen solltest, wenn du unsicher bist, woran du glauben willst und darfst, dann setz dich hin. Meditier und konzentrier dich auf deine Mitte. Wenn du Anleitung brauchst, ich habe ein wenig über das, was ich so tue und was meine Praxis ist, im folgenden Video erzählt und starte mit einer kleinen Meditation, die mir jeden Morgen hilft, meinen Glauben zu fühlen und mich neu zu verbinden. Vielleicht magst du sie auch mal ausrobieren. Ein paar kleine Tipps für den Alltag und Bücher sind auch dabei.

Ich wünsch dir einen tollen Tag, ich wünsch dir Glaube, Liebe und Hoffnung in deinem Leben und den Mut, deinen eigenen Weg zu finden – und natürlich freu ich mich wieder auf Kommentare, Anregungen und Mails. Vielleicht magst du sogar mit uns teilen, was du so glaubst und dir hilft? Das wäre wunderbar.

Hab eine gute Zeit, alles Liebe

Silja

PS: Ein paar Bücher, die mir auf meinem Weg geholfen haben:

Nicht einfach, aber wirkungsvoll. Die Sprache ist gewöhnungsbedürftig. Wenn du neugierig bist: Im Video zitiere ich einen Absatz:

Dieser 40 Tage Plan basiert auf dem Kurs in Wundern und ist ein toller Einstieg von Frau Bernstein:

Im Moment sein? Wie es geht und warum hier die Erleuchtung wartet erklärt Herr Tolle:

Wie immer gilt: Beim Lieblingsbuchhändler einkaufen oder über den Link bestellen, dann profitiere ich ein wenig.

Hallo, ich bin Silja. Gründerin von Glücksplanet und Trainerin, Coach, Yogalehrerin, fröhliche Mama von drei Söhnen, glückliche Ehefrau, begeisterte Pflanzenesserin, beseelte Yogaübende. Mein Herz schlägt für Psychologie und Coaching, Yoga und gutes, gesundes Essen. Ich schreibe mit Leidenschaft über alles, was helfen kann ein glückliches, entspanntes und begeistertes Leben zu leben. Mehr findest du auf meiner "Über mich" Seite. Für tägliche Inspiration folge mir auf Facebook oder Instagram.

2 Kommentare

  1. Christina 2 Jahren vor

    Liebe Silja,
    mir geht es sehr ähnlich wie Dir. Ich komme aus dem katholischen Glauben mit einer lieben Oma, die damals mein Vorbild war. Ich bin gerne in die Kirche gegangen, da ich in diesen Raum das „göttliche“ spüren konnte. Ich war ein sehr stilles Kind und in der Musik und in der Stille in mir, war ich dem göttlichen ganz nah. Als mein Vater starb, war ich dreizehn. Ich durfte in dieser Nacht eine sehr wertvolle Erfahrung machen. Mein Vater verabschiedete sich im Traum von mir. Diese Erfahrung trage ich bis heute im Herzen. Ich habe dann nach meiner Firmung viel Jugendarbeit gemacht und kam auch mit den negativen Seiten einer Institution in Kontakt. Menschen, die nicht so wie in der heiligen Messe vergeben konnten oder die ihren eigenen Standpunkt und ihre Macht ausspielen wollten. Ich distanzierte mich ein davon. An was ich heute glaube: nicht an einen großen Gott, der hier der Spielführer ist, und ich die kleine Person, die nur, wenn ich alle Regeln befolge, gut bin und in den Genuss seiner Liebe komme, sondern an das göttliche in jedem von uns, dass sich in der Liebe äußert. In jedem von uns ist dieser Funke, der sich entzünden kann und uns zum leuchten bringen kann, der unsere innere Quelle ist und uns nährt und heilt, der uns zusammen bringen kann und alle Grenzen, allen Neid und alle Bewertung überwinden kann. An das glaube ich. Dein Post ist wundervoll. Für mich gehört Liebe, Glaube, Hoffnung genauso wie du es schreibst zusammen. Es bedingt einander. Ich stimme Dir von Herzen liebe Silja 100 ig zu.
    Namaste Christina

    • Autor
      Silja 2 Jahren vor

      Liebe Christina,
      danke dir, dass du deine Geschichte hier mit mir teilst. Das ist toll zu lesen. Ich verstehe was du meinst und ja, das glaube ich auch. Hab einen tollen Tag und ich drück dich,
      Silja

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