Free yourself – Zeit, freier zu leben?

Free yourself – Zeit, freier zu leben?

Ist es an der Zeit freier zu leben? Nach deinen eigenen Regeln?

Ist bei dir auch, irgendwann auf dem Weg zum Erwachsenen, der Sternenstaub verloren gegangen? Haben Hektik und To Do Listen, Ansprüche und Bügelwäsche dich eingeholt? Vielleicht ist dein Leben wunderbar voll und schön, allerdings auch ein wenig routiniert? Fühlst du dich manchmal eingeengt? Ich kenne so viele Menschen, mich schön mit eingeschlossen, die „eigentlich“ sehr glücklich sind, aber auf der anderen Seite etwas vermissen. Wir funktionieren und erledigen, wir schaffen und besprechen – und doch fehlt etwas. Ein untrügliches Zeichen, dass es Zeit wird wieder etwas freier zu leben! Zeit, ein paar Fesseln durchzuschneiden und wieder zu fliegen.

Die Leichtigkeit der Kindheit

Hast du schon mal mit richtiger Neugier Kinder beobachtet? Wenn sie noch klein sind und die Welt ganz in Ordnung ist? Kinder sind so herrlich im Moment, sind klar und bei sich und machen oft, wonach ihnen der Sinn steht. Als Kinder glauben wir eine wunderbare Zeit lang daran, dass die Welt uns gehört. Wir träumen von unserer Zukunft in den leuchtendsten Farben, sind Prinzessinnen und Prinzen, Heldinnen und Helden. Vor allem sind wir uns sicher: So wie wir sind, so sind wir genau richtig!

Flügel stutzen

Dann erleben wir mehr und mehr und nicht alle Erfahrungen sind schön und erhebend. Wir erleben Angst und Trauer, Wut und Scham. Und wir lernen viel in dieser Zeit. Nicht nur, durch das ständige Warum- Fragen, wir lernen vor allem durch den Reim, den wir uns auf die Welt machen. Einiges lernen wir auch über uns. Wir erkennen, dass wir keine Prinzessinnen und Prinzen sind und dass wir sehr wahrscheinlich zu klein / schwach/ dumm/ nicht liebenswert genug sind, um eine echte Heldin oder ein echter Held zu sein. Es nisten sich, neben den schönen Erinnerungen, die unschönen mit ein und schaffen ein unbewusstes Klima von Vermeidung und Angst. DAS wollen wir nicht noch mal erleben. Dabei sind wir die ganze Zeit weder klein noch dumm noch nicht liebenswert genug. Wir sind wir und damit einzigartig, aber nicht jede unserer Erfahrungen hilft uns, das weiter glauben zu können.

Zeit, wieder zu wachsen

Wenn wir freier leben wollen, dann wird es Zeit, unsere Flügel wieder wachsen zu lassen und durch unser Leben zu fliegen. Wieder eine Heldin oder ein Held zu werden und die Welt einen besseren Ort werden zu lassen. Was also hängt dir aus deiner Kindheit nach? Schau es dir an und sieh wohin es dich heute geführt hat. Halte dir deine Stärken und Erfolge vor Augen. Wie weit du schon gekommen bist! Zeit, dass diese alten Ideen aus deiner Kindheit neuen, inspirierenden Ideen weichen. Jeder ist ein Held und eine Heldin, jeder auf seine Weise, in seinem Tempo, auf seine Art.

In der Glückspost gab es in dieser Woche zwei kleine Aufgaben, um dich wieder etwas freier zu machen. Sie drehen sich um das Erkennen der Regeln nach denen du lebst. Mach sie dir bewusst und entlarve die, die dir nicht mehr dienen. Hierzu kannst du einmal alle Regeln, die dir einfallen aufschreiben. (Warum tust du was wie? Was darf man? Was darf man nicht?) und du kannst dich dann fragen: Wofür sind meine Regeln eigentlich gut? Denn alles, was wir tun, dient irgendeinem Sinn. Wenn du den Sinn und Unsinn erkannt hast und erkannt hast, dass nicht alle deine Regeln auch von dir selbst kommen, dann gilt es aufzuräumen.

Manche Regeln einfach umwerfen

Es ist toll, wenn wir Regeln haben, die uns gut tun und uns kaum oder gar nicht einengen. Manche Regeln sind auch wichtig für unser soziales und schönes Miteinander. Beispielsweise ist ein „Behandele alle so, wie du selbst behandelt werden willst“ wunderbar für dich selbst und alle, die dir begegnen. Regeln wie „Ohne Fleiß kein Preis“ kann man mal hinterfragen oder sogar über Bord werfen. Besonders, wenn man sich ausgepowert und leer fühlt. Anscheinend ist dann ja genug Fleiß da, aber der Preis lässt warten, oder?

Mach dir deine eigenen Regeln!

„Make your own rules“ habe ich zum ersten Mal bei Tara Stiles gelesen und war gleich Feuer und Flamme. Die Idee, sich neue, eigene Regeln zu machen ist sehr befreiend finde ich. Dazu gehört eine schöne Absicht, denn die neuen Regeln sollen für etwas gut sein und uns gut tun. Also: Was will ich mehr haben in meinem Leben? Wonach sehne ich mich? sind tolle Fragen, aus deren Antworten wir Regeln bauen können, die uns gut tun. Ein Beispiel: In einer Zeit, in der ich mich ständig angestrengt habe und mit den Nerven am Ende war, habe ich die Regel „Ohne Fleiß kein Preis“ ersetzt gegen „Ich bin dann am besten, wenn ich Spaß habe.“. Der Impuls kam von der schlauen Frau Bernstein, die rät, dass wir uns auf das konzentrieren sollen, was uns Spaß macht. Mehr sogar noch, denn sie rät uns, dass wir unseren Erfolg daran messen sollten, wie viel Spaß wir haben. Tolle Idee finde ich. Also, überprüf dein Leben und überarbeite deine Regeln. Tut so gut wie ausmisten und hilft sich wieder freier zu fühlen.

Hör auf allen gefallen zu wollen

Eine Schwierigkeit bei der Umstellung auf ein freieres Leben ist unsere Lust gefallen zu wollen. Wir haben den Wunsch nach Bindung und nach einem intakten Selbstwert. Darum ist das Feedback, das Lob unserer Umgebung für uns überlebenswichtig. Gar nicht schlimm und sozial sogar wertvoll, allerdings ist auch hier der entscheidende Hebel das richtige Maß. Überlegst du morgens schon, wie deine Kollegen/ dein Partner/ deine Freunde wohl dein Outfit finden? Oder grübelst du nach einem schönen Abend, ob du auch nicht ins Fettnäpfchen getreten bist? Wenn wir frei sein wollen, dann ist es unerlässlich ein Stück des Gefallen-wollens hinter uns zu lassen. Unser Kompass sollten nicht nur die anderen sein, sondern auch immer wir selbst. Das klappt dann, wenn wir darauf vertrauen können, dass wir alle unser Bestes geben. Wenn wir so sehr vertrauen, dann können wir getrost aufhören uns ständig zu beobachten und uns zu verbessern.

Ein paar kleine Übungen für ein wenig mehr Freiraum

Manchmal tut es gut, etwas ganz anderes zu tun und sich völlig von dem Gedanken „Was könnten die anderen jetzt denken“ zu lösen. Ich war mal bei einem Seminar, wo eine spannende Übung hierzu empfohlen wurde: Mache etwas total Peinliches. Ganz bewusst. Zur Befreiung. Geh raus aus deiner Komfortzone und stelle erstaunt fest wie viel Spaß es macht, wie mutig du bist und, dass alle anderen gar nicht so schlimm reagieren. Du kannst zum Beispiel:

  • Im Pyjama einkaufen gehen
  • Im Bus die Haltestellen laut aufsagen
  • An einem öffentlichen Platz ein Lied singen (besonders, wenn du meinst, dass du nicht gut singen kannst)
  • Die ersten drei Bissen im Restaurant mit Händen auf dem Rücken direkt vom Teller essen
  • Einen Tag lang immer verkehrt herum aus dem Glas trinken
  • Dich absurd schminken
  • Ein großes Kugelschreiber-gemaltes Tattoo mit Stolz tragen

Oder was dir noch einfällt. Raus aus der Komfortzone und raus aus dem Gefallen-Wollen kann wunderbar sein. Scham ist ein großes Gefühl und jedes Kind hat einen Moment des Schämens erlebt. Als Erwachsene sind wir jedoch mittlerweile so viel größer und stärker als damals.  Zeit, dass wir uns wieder mehr trauen und was wagen.

Übungen für mehr Leichtigkeit

Die leichten Momente sind für die meisten von uns mit unserer Kindheit verbunden. Jeden Tag können wir uns ein Stück von dieser Energie zurück holen. Wie das geht? In dem du ein paar Wochen lang jeden Tag etwas tust, was du als Kind heiß geliebt hast. Das kann sein:

  • Seifenblasen machen und ihnen nachschauen
  • eine Wasserbombenschlacht (vielleicht eher was für den Frühsommer)
  • Trampolin springen
  • Seilchen hüpfen
  • Kakao zum Frühstück trinken
  • Malen
  • Eine eigene Radioshow aufzeichnen
  • Fallrückzieher auf dem Teppich üben
  • Verkleiden
  • Mit Kreide die Straße bemalen
  • Eine Collage kleben
  • Den Weg zur Arbeit hüpfen
  • Blätter und Stöcke sammeln, was daraus basteln
  • Einen Staudamm in einer Pfütze bauen

Auch hier gilt: Mach das, was dir Spaß macht oder früher Spaß gemacht hat. Genieß es. Freu dich daran und erleb wieder ein bisschen von deiner kindlichen Energie. „Man wird nur außen alt“ hat meine Oma immer gesagt. Stimmt. Merken wir, wenn wir so alberne Kindheitsdinge machen, und schwupp die wupp ist die Heldin und der Held von früher wieder präsenter. Wird Zeit, oder?

Ein Wort zum Schluss

Viel Spaß ihr Lieben beim ausprobieren und befreien. Ich glaube wirklich, dass es Zeit ist, dass wir alle ein wenig mehr in uns horchen und uns selber zu einem wunderbaren und freien Leben inspirieren. Es ist unsere Aufgabe alles, was uns nicht wirklich entspricht und uns nur angepasster werden lässt, uns in ungesunde Routinen presst und unsere Flügel stutzt, loszulassen. Also, lasst uns alle strahlen, hell und wunderbar. Lasst uns andere inspirieren und ermutigen ihre Einzigartigkeit zu leben. Raus aus der Komfortzone und rein ins leidenschaftliche Leben! Ich bin gespannt, welche neuen Regeln bei euch einziehen und welche ihr über Bord werft. Lasst mal hören, wenn ihr was habt! Bei mir schaut es so aus:

Ich hab ausgemistet:

  • Bescheidenheit ist eine Zier
  • Ohne Fleiß kein Preis
  • Teilweise: Was du heute kannst besorgen, verschiebe nicht auf morgen
  • Ich bin nur gut, wenn ich mich anstrenge
  • Wer sich nicht anstrengt, erreicht nichts

Neue Regeln sind:

  • Tue Gutes und sprich darüber.
  • Ich bin dann am besten, wenn ich Spaß habe.
  • Lebe jeden Tag so, dass er dir gut tut.
  • Leichtigkeit und Freude sind die besten Begleiter.
  • Es ist meine Aufgabe zu lernen, zu genießen und Spaß zu haben.

Habt eine wunderbare, freie Woche!

Liebe Grüße und bis bald

Silja

PS: Hier ein kleiner Buchtipp, für alle, die Lust haben auf eigene Regeln rund um Yoga, Meditation und Ernährung. Süß illustriert und schön geschrieben. I like!

Hallo, ich bin Silja. Gründerin von Glücksplanet und Trainerin, Coach, Yogalehrerin, fröhliche Mama von drei Söhnen, glückliche Ehefrau, begeisterte Pflanzenesserin, beseelte Yogaübende. Mein Herz schlägt für Psychologie und Coaching, Yoga und gutes, gesundes Essen. Ich schreibe mit Leidenschaft über alles, was helfen kann ein glückliches, entspanntes und begeistertes Leben zu leben. Mehr findest du auf meiner "Über mich" Seite. Für tägliche Inspiration folge mir auf Facebook oder Instagram.

4 Kommentare

  1. Jessica 3 Jahren vor

    Guten Morgen, meine Liebe! Ich habe heute ganz bewusst eine Regel gebrochen. In meiner Pufferzeit (= Kinder zur Schule fahren und bis ich dann selber zur Arbeit muss) putze ich IMMER. Heute nicht. Heute habe ich den Haushalt sein lassen und Yoga gemacht.

    • Autor
      Silja 3 Jahren vor

      Jipiieh! sehr gut! Yoga ist toll und ich bin sicher, es hat dir gut getan oder? Liebe Grüße und weiter so!

  2. Jessica 3 Jahren vor

    Guten Morgen, total gut getan. Das werde ich BEWUSST freitags beibehalten. 🙂

    • Autor
      Silja 3 Jahren vor

      Das finde ich super! Gönn dir ein paar Pausen und tank auf. Ist so wichtig! Liebe Grüße!

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