Free Mummy – wie wir unsere Intuition stärken können

Free Mummy – wie wir unsere Intuition stärken können

Free Mummy- die Intuition stärken und Ratschläge in den Wind schicken

Na, bist du stolze Mami oder kurz davor eine zu werden? Dann herzlich Willkommen in einer wunderbaren Zeit deines Lebens! Kinder machen Spaß, krempeln alles auf links und vor allem bringen sie einen ganzen Berg voller Liebe in dein Leben.  Alles, was du für dein Glück brauchst, ist eine offenes Herz, ein gutes Selbstmanagement und eine Portion selbstbewusste Intuition. Letzteres ist gar nicht so einfach, denn ich fand bei allen drei Kindern, dass plötzlich jeder (ja, jeder) mir zur Seite stehen wollte und lauter gute Tipps, Ratschläge, Anregungen, Ermahnungen, Pflichten und Verordnungen für mich hatte. Wenn ich dann andere Mütter erlebe, sehe ich das Gleiche. Besonders beim ersten Kind ist das Umfeld plötzlich Experte und teilt bereitwillig (nein, nicht mutwillig) all sein Wissen. Wichtig also, das neue Expertenwissen gut zu prüfen und mehr Intuition in dein Leben einzuladen. Mach dein eigenes Ding und das ist gar nicht so schwer. Der Schlachtruf des Tages lautet daher, frei nach diesen Walfilmen (und nein, das ist keine Anspielung): Free Mummy – und  los gehts:

Von Experten umzingelt

ist man ja schon in der Schwangerschaft. Da gibt es Menschen, die wissen genau wie die Geburten laufen und ob PDAs nun gut oder schlecht sind. Andere trinken ihren Nespresso-Espresso und dozieren über die Umweltbelastung durch Wegwerfwindeln. Ich wurde schon gebeten meinem Babybauch nur Mozart vorzuspielen („Gut für die Entwicklung des Gehirns“) und bin bis heute erleichtert, dass meine Kinder trotz meines etwas verwerflichen Sekretärinnenrock-Geschmacks ganz gut mitdenken können. Es gibt Yogaliebhaber und die Gegner jeglicher Bewegung ab der 6. Woche. Kurz gesagt: Es gibt alles! Und, damit das klar ist: Jeder meint es gut, liebe Mami. Auch später, wenn es um die Wahl des Kindergartens (Waldorf oder normal?), die Frage der Rückkehr in den Beruf (Rabenmutter vs. 50Jahre-Hausfrau) oder die Ernährung deines Kindes geht, ich kann dir versichern: Du wirst einige Tipps bekommen und alle meinen es gut mit dir. Vor allem aber kannst du es niemandem mehr recht machen. Darum gibt es heute den Plan, mit dem du dich frei machen kannst von all den Regeln und Konventionen anderer! Mit dem du deine Intuition stärken und freier werden kannst und der schaut so aus:

Schritt 1: Sind Ratschläge Ratschläge?

Als erstes hörst du ab jetzt auf die Ratschläge ohne irgendeine Prüfung als Ratschlag zu hören. Ein Ratschlag, der uns hilft, kommt aus dem Herzen, ist fundiert und berücksichtigt unsere individuelle Situation. Wenn all das zutrifft, können wir in Erwägung ziehen ihn ernst zu nehmen um uns einen Weg zeigen zu lassen. Erst dann kommt er ab jetzt überhaupt in Betracht! Unqualifizierte Bemerkungen aus dritter Hand, weil die Cousine eines Kollegen mal… zählen nun nicht mehr. Sie verunsichern nur und müllen das Mutti-Hirn mit Mist zu. Trotzdem fällt es uns auch bei so einem Bullshit-Ratschlag schwer selbigen auszuschlagen – wenn wir ihn nicht entzaubert haben. Darum entzaubern wir ab jetzt! Fang an Fragen zu stellen und kläre für dich, ob der Ratschlag Bullshit ist oder ein echter Ratschlag. Hinterfrag alles, zum Beispiel:

  • Woher weißt du das? Welche Quellen hast du?
  • Bist du dir 100% sicher, dass es so ist?
  • Bist du sicher, dass das auch für mich in meiner Situation gilt?
  • Welche anderen Standpunkte kennst du zu dem Thema?

Schritt 2: Sag, was du nicht mehr willst.

Da es alle gut meinen ist es schwer Tante Erna zu erklären, dass ihr Ratschlag bezüglich des pürierten Rindfleischs im Babybrei ab der 6. Woche nicht dein Ding ist. Ich hab bei sehr absurden Ideen eine zeitlang interessiert gelächelt und mein Ding geheim weiter gemacht. Das war einigermaßen entspannt und ist sozusagen die Angsthasenvariante, um eine eigenverantwortliche Elternschaft sicherzustellen. Wer es etwas RocknRolliger mag kann anfangen die Grenze zu ziehen. Da niemand gern gesagt bekommt, dass man keine Lust auf diese Art Expertentalk hat, sind ein paar einfache Dinge aus der Kommunikationsecke hilfreich. Ich mach das so:

  • Bedank dich von Herzen für die Anteilnahme, das Interesse, die Leidenschaft für ein Thema
  • Zeig Verständnis dafür, dass der andere dies teilen möchte
  • Bitte um Verständnis, dass du deinen eigenen Weg gehst und darum selbst entscheiden wirst
  • Wechsel das Thema am besten mit einer Frage

Der letzte Schritt ist vielleicht ein wenig ausbüxend, aber er wirkt echt gut. Themenwechsel mit einer interessierten Frage klappen toll und sind darum eine gute Idee, wenn die Stimmung nicht leiden soll. Generell gilt für die Abgrenzung: Auf die Haltung kommt es an. Keine negative Energie oder defensive Grundhaltung sondern freudig, klar, ruhig. Ab jetzt ist es selbstverständlich, dass DU und nur DU weißt, was und wie ihr das machen werdet.

Schritt 3: Stärke deine Intuition!

Damit du diese gute, selbstbewusste Ausstrahlung hast, brauchst du eine Verbindung zu dir und dem Wesen, was da in dir und später mit dir aufwächst. Egal wie alt meine Kinder sind (und der Älteste ist immerhin schon 21), ich nutze ein paar einfache Techniken, um meine Intuition zu stärken und unsere Verbindung zu fühlen. Schritt 1 und 2 helfen natürlich schon mal sehr, denn wenn du nur noch auf die wirklich fundierten und von Herzen kommenden Tipps hörst, dann gibt es schon mal ein paar Stimmen weniger in deinem Kopf. Um noch mehr innere Sicherheit zu fühlen, achte ich auf diese drei Dinge:

Die Antwort in dir finden

Wenn es eine Frage gibt, geh bevor du mit jemandem darüber sprichst, in die Stille. Du weißt nicht, welche Schule die richtige ist? Du fragst dich, ob die Zeit für Beikost gekommen ist? Wieso das mit dem Stillen nicht so klappt? Ob dein Teenager wirklich zu dieser Fete dürfen soll? Ich fahre am besten damit kurz innezuhalten. Atmen. Fühlen. Konzentrier dich nur auf dich und deinen Atem und dann denk an dein Kind, nicht an dein Problem. Wenn du eure Verbindung spürst, bitte um Führung und horch in dich hinein. Die Kunst ist, die Stimmen zur schweigen zu bekommen, diese innere Diskussion abzuschalten. Das geht aber ganz gut, wenn du Meditation ein wenig übst und vor allem nicht über das Problem/ die Frage einsteigst sondern über eure Liebe und eure Verbindung.

Mindestens einen Moment der Nähe täglich

Je nach Alter des Kindes dürfen es auch 3.285 Momente sein. Als Mutter von zwei großen und einem kleineren Sohn ist meine Möglichkeit zur täglichen Nähe begrenzt. Sohn 1 beispielsweise bereist gerade Australien, während Sohn 3 gerne Nachts noch kuscheln kommt. Nähe ist also verschieden und hängt vom Alter und den Bedürfnissen des Schatzes ab. Manchmal ist es ein kurzer Moment im Gespräch, bei dem du ganz dabei bist und dich einlässt.  Manchmal kann es eine Umarmung sein oder, wenn das Kind in der Ferne weilt, ein Gebet, ein Wunsch, einen Moment des Dran-Denkens. Nähe stärkt die Beziehung und die Beziehung zwischen Mutter und Kind  ist besonders. Sich dieses unsichtbare Band täglich vor Augen zu halten und in Erinnerung zu rufen, stärkt die Verbindung immer weiter und schafft eine neue Form von Vertrauen in die eigene innere Stimme. Wer könnte mehr Experte sein als du?

Neugierig und achtsam sein

hört sich einfach an, ist es aber gar nicht so. Eine neugierige, entdeckende Haltung zum eigenen Kind setzt voraus, dass wir Lust haben der Entwicklung ein Stück freien Raum zu lassen. Es setzt das Verständnis voraus, dass hier eine eigene Persönlichkeit groß wird, die von klein auf einen eigenen Kopf, eigene Bedürfnisse, Eigenarten und Vorlieben hat. Es setzt Respekt vor dieser Andersartigkeit voraus und ein inneres Staunen, über all die Wunder, die sich entfalten. Es setzt voraus, dass wir nicht werten. Das ist gar nicht so einfach, denn wir haben ja auch einen Erziehungsauftrag. Ich finde es immer wieder schwer den Freiraum zu entscheiden, der gut tut und meinen Kindern Selbstverwirklichung ermöglicht und die Grenze zu ziehen, die auch manchmal notwendig ist. Wenn du es schaffst neugierig zu bleiben und dabei immer wieder eine Haltung der Achtsamkeit, der nicht wertenden Aufmerksamkeit, einzunehmen, dann lernst du dein Kind ganz anders kennen. Genau diese Kenntnis ist die letzte Zutat, die du brauchst, um deine Intuition zu stärken.

Free Mummy ist vielleicht ein lebenslanges Programm, was wir selber gestalten. Wir sind die, die bestimmen wie viel uns reingeredet wird. Wir sind auch die, die das Band zu unserem Kind gestalten und die gemeinsamen Wege aussuchen. Je mehr wir auf uns vertrauen, auf diese uralte Weisheit, die aus der Liebe entsteht – umso einfacher wird es.

Ich sag also: Good luck und habt eine wunderbare Zeit,

Silja

Hallo, ich bin Silja. Gründerin von Glücksplanet und Trainerin, Coach, Yogalehrerin, fröhliche Mama von drei Söhnen, glückliche Ehefrau, begeisterte Pflanzenesserin, beseelte Yogaübende. Mein Herz schlägt für Psychologie und Coaching, Yoga und gutes, gesundes Essen. Ich schreibe mit Leidenschaft über alles, was helfen kann ein glückliches, entspanntes und begeistertes Leben zu leben. Mehr findest du auf meiner "Über mich" Seite. Für tägliche Inspiration folge mir auf Facebook oder Instagram.

2 Kommentare

  1. Jessica 2 Jahren vor

    Ein sehr schöner Beitrag.
    Ein Thema was mich brennend interessieren würde ist „Die Antwort in dir finden“ der Absatz hat mich sofort angesprochen. Ich finde, dies ist wichtig in jeder Lebenslage und doch so schwierig zu praktizieren.

    Vielleicht fällt Dir dazu mal ein Beitrag ein.

    Ganz liebe Grüße, Jessica

    • Autor
      Silja 2 Jahren vor

      Liebe Jessica,
      danke dir! Zum Thema „Antwort in dir“ super gerne mehr. Danke dir für die Anregung!
      Liebe Grüße
      und bis bald
      Silja

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