Fair Fashion – eine frische Liebe

Fair Fashion – eine frische Liebe

Fair Fashion – eine ziemlich frische Liebe

Transparenz: Dieser Post enthält Links zu Labels, die ich toll finde und von denen ich Pressesamples erhalten habe.

Oh Leute, wie gerne wäre ich schon seit Lichtjahren total durchdacht, ökologisch bewusst und politisch korrekt! Ehrlich! In meiner Phantasie fühlt sich das leicht an und richtig. Ich sehe mich schlendernd durch schöne Fair Fashion Boutiquen, in denen ich ausgesuchte, bezaubernde Einzelstücke für meine sehr kapsulige Garderobe einkaufe. Vor allem aber kaufe ich Second Hand, wenn ich überhaupt kaufe. In echt sieht das anders aus, denn meine Heimatstadt beherbergt nur ein sehr begrenztes Sortiment in fairer Richtung. Auch meine Second Hand Erlebnisse können nicht mit den Trüffelschwein ähnlichen Funden anderer verglichen werden, bei denen Second Hand nie komisch zu riechen scheint und wo  jeder zweite Bügel ein begehrtes, kleidsames Einzelstück hervorbringt.  In Ermanglung solcher Erlebnisse gehe ich viel zu oft normal einkaufen – und das, obwohl ich es besser weiß. Fair Fashion fühlte sich bei mir irgendwie nie leicht an, doch: Achtung und Tusch: Ich mache Fortschritte! Es entwickelt was und ich habe bereits zwei Labels gefunden, die mir das faire Shoppen einfacher machen.

Schuld ist sowieso nicht das passende Konzept

Manches braucht Zeit und Schuldgefühle sind keine guten Ratgeber. Genauso, wie ich 40 Jahre alles gegessen habe, bevor mein Weg in die pflanzliche Ernährung gestartet ist, scheint es mir mit der Mode zu gehen. Ich habe mir viel zu lange einfach viel zu wenig einen Kopf gemacht – weder über ökologische Folgen meines Klamottenkonsums, noch über die menschlichen Leiden, die dahinter stecken können. Selbst, als vor Jahren dieses furchtbare Unglück in Bangladesch geschah, war ich nur kurz achtsamer. Das Umdenken begann und beginnt langsam und mir helfen sehr die schönen Blogs und Podcasts von DariaDaria , Justines veganen Blog und Marie mit ihren vielen guten Tipps und Wegweisern.

Zeiten ändern sich

WAs einfach toll ist. Fair Fashion wird chic, ist chic. War vielleicht schon immer so, aber so langsam kommt es auch bei mir an. Ok, es gibt immer auch immer noch Blogger oder Youtuber, die ihre „Fashion Haul“ preisen und Zuschauer mit der irren Auswahl ihrer Sale-Shoppingtour begeistern wollen. Daneben jedoch gibt es eine Gegenbewegung. Immer mehr Bücher, Dokumentationen, Artikel, Podcasts befassen sich mit dem Thema Ökologie und damit natürlich auch mit der Modewelt. Zwei Lieblingslabels habe ich schon gefunden und stell sie euch heute vor:

Magadi – viel mehr als schöne Yogaleggings

Als ich Barbara und Volker von Magadi das erste Mal getroffen habe, war ich so begeistert. Da sind zwei, die wollen die Welt ein wenig besser machen. Barbara liebt Yoga und war lange in der Bekleidungsindustrie als Designerin und Produktmanagerin tätig. Mit ihrem eigenen Label macht sie bewusst einen Unterschied. Produziert wird in Deutschland und Portugal, mehrmals jährlich werden die Partner vor Ort besucht. Materialien und Textiltechniken sind wassersparend, ressoourcenschonend und umweltfreundlich gewählt. Die bunten Hosen von Magadi haben mir schon so viele Yogastunden versüßt (siehe Bilder). Fern von der Yogamatte trage ich mit Vorliebe die Jogginghose, Shirts und Sweater aus Baumwolle und Tencel®, einfach weil sie so weich sind und total edel aussehen. Ein Besuch auf der Webseite von Magadi ist daher auch für Nicht- Yogis wärmstens zu empfehlen.

Jan n´ June – wenn fair so cool aussieht

Anna und Jula hatten 2013 die wunderbare Idee, ein cooles, modernes Fair Fashion Label zu gründen und zum Glück war das so! Mehr Wein für Hamburg sag ich nur, denn die Idee ist beim Leeren einer Flasche entstanden. Das relativ junge Label hat eine besondere Mischung: Ich mag an Jan n´ June , dass ihre coolen Sachen erschwinglich sind und einfach ein wenig anders aussehen. Hier ist nichts mit langweiligen Schnitten, öden Stoffen oder komischen Farben. Jede Menge toller Stücke, die jedes für sich ein wenig besonders sind, modern, klar, mit einer angenehmen Prise Ausgefallenheit.  Es macht daher auf jeden Fall Sinn ihre Homepage anzuschauen. Ich besitze ein wunderbares Rollkragen-Shirt (siehe Bild) und liebe es sehr. Es sitzt perfekt, hat eine tolle Farbe und schmiegt sich angenehm an – ich finde, man siehts auf dem Bild, oder? Schaut also vorbei und vergesst alle Vorurteile zum Thema Ökomode, wenn ihr an Fair Fashion denkt.

Wermutstropfen

Ein Wermutstropfen bleibt mir: Beide Labels erreichen mich nur via Onlinehandel, was so schade ist. Auch, wenn beide auf wenig Verpackung acht geben- ich mag es zu schlendern und zu schauen und denke: Wir müssen mehr werden. Je mehr Menschen Fair Fashion einkaufen wollen, umso eher entstehen Läden in unserem Umkreis. Daher, wenn ihr Lust habt, fragt in euren Liebingsboutiquen nach, animiert Besitzer dazu, sich Labels aus dem Bereich Fair Fashion anzuschauen. Es gibt so viele tolle Marken, was mich zum letzten Punkt für heute bringt: Ich werde weiter testen. Wer Tipps für mich hat – bitte lass einen Kommentar da! Ich freu mich sehr darüber und bin neugierig: Wie schaut es aus bei euch? Wie kauft ihr ein? Öko oder normale Ketten? Schlechtes Gewissen oder sch*** egal? Gesunde Mischung oder strikt? Ich bin gespannt!

Alles Liebe,

Silja

PS: Dieser Post nicht nicht gesponsort. Wie oben beschrieben, möchte ich auch hier nochmal darauf hinweisen, dass beide Labels mir Presse Samples zum Testen zur Verfügung gestellt haben.

PPS: Alle professionellen Fotos sind von meinen Lieblingsfotografen Martin (das Bild mit der hellblauen Leggings) und Miriam (die Bilder mit den roten Yogasachen)

Hallo, ich bin Silja. Gründerin von Glücksplanet und Trainerin, Coach, Yogalehrerin, fröhliche Mama von drei Söhnen, glückliche Ehefrau, begeisterte Pflanzenesserin, beseelte Yogaübende. Mein Herz schlägt für Psychologie und Coaching, Yoga und gutes, gesundes Essen. Ich schreibe mit Leidenschaft über alles, was helfen kann ein glückliches, entspanntes und begeistertes Leben zu leben. Mehr findest du auf meiner "Über mich" Seite. Für tägliche Inspiration folge mir auf Facebook oder Instagram.

8 Kommentare

  1. Ursula 3 Monaten vor

    Liebe Silja,

    Du hast so schön Deine Gradwanderung zwischen fairefashion und Ketten-Mode beschrieben und uns gebeten, Dir eine Nachricht zu hinterlassen, wie wir es so handhaben. Bestimmt würde ich auch gerne hauptsächlich Dinge erwerben, die unter menschlichen korrekten Umständen entstanden sind. Mit einem kleinen Gehalt muss man sich da einfach entscheiden, wofür man sein Geld ausgibt, und daran scheitert mein Versuch bis jetzt meist noch. Ebenso mit Bio Produkten, ich könnte mir einfach allgemein weniger gönnen. So wähle ich den Mittelweg kaufe Bio Produkte, wo es mir wichtig scheint und keine Bioware bei weniger ins gewichtfallenden Dinge . Bei der Mode versuche ich nicht mehr bei den ganz günstigen Läden zu shoppen, sondern entweder einzelne lokale Geschäfte zu unterstützen, die eh meist die spezielleren Produkte abieten und so auch Gegensteuer zum online Handel bieten, der sicher in vielen sein Gutes hat, aber leider auch zum städtischen Ladensterbdn beiträgt.
    Danke Dir für Dein Teilen der Websides, da gibt es wirklich schöne Sachen und nicht, wie auch in meinem Kopf verankert, verstaubte Mode! 🙂
    Hier bei uns haben wir diese Kette, die sich auch für Nachhaltigkeit einsetzt und zu jedem Gegenstand, den sie verkauft, ein Kärtchen mit der beschriebenen Geschichte zur Entstehung des Erworbenen, sehr süss!
    https://www.changemaker.ch/suppliers-information/

    • Autor
      Silja 3 Monaten vor

      Liebe Ursula,
      danke dir für deine Meinung. Wir sehen das ja echt ähnlich.
      Schicke dir ganz liebe Grüße

      Silja

  2. Andrea 3 Monaten vor

    Hallo Silja,
    ich lese Deinen Blog schon sehr lange. Immer wieder haben mich deine Beiträge inspiriert. Auch bei Deinem Beitrag zu Fair Fashion war ich neugierig auf Deine Sicht der Dinge.
    Bei mir ist’s so: als es bei mir eine Zeit lang nicht so richtig rund lief habe ich mich sehr viel mit existenziellen Fragen beschäftigt. Dadurch habe ich mich auch immer intensiver mit veganer/vegetarischer Ernährung, Bio, Nachhaltigkeit, Minimalismus etc. beschäftigt. Meine Tochter hab ich von Anfang an entsprechend gekleidet. Möglichst Bio, Fair Trade, Produktion in Dtld. oder Europa. Bei mir selbst fällt es mir schwerer. Die Auswahl an Läden ist (wie du selbst beschreibst) hier auf dem Land gering bis nicht vorhanden. Was mich aber immer wieder überrascht ist, dass nachhaltige Mode oft kaum teurer sind als „konventionelle Marken“.
    Klar, ich kann nicht K*k-Kleidung mit Armed Angel vergleichen. Aber das Thema ist ja oft auch, dass hier Äpfel mit Birnen verglichen werden. Das reine „Plastik“-Kleidung weniger kostet als Schurwolle erklärt sich ja bereits aus den verwendeten Materialien.
    Mein persönlicher Vorteil ist eigentlich, dass mich mein „schlechtes Gewissen“ oft dazu bringt überhaupt nichts zu kaufen und dann stelle ich fest, dass mir auch nichts fehlt.
    Von daher ist mein Fokus derzeit auf Kleidung reduzieren, Upcycling und „Auftragen“.
    Bei der Gelegenheit eine Frage an Dich? Wie passt eigentlich dein sehr bewusster und nachhaltiger Lebensstil zur Kooperation mit dem Online-Riesen mit den singenden Päckchen?
    Nicht das ich diesen in der Vergangenheit nicht auch und teilweise sogar sehr intensiv genutzt habe, aber je mehr ich mich mit den Auswirkungen von (meinem) Konsum beschäftige umso untragbarer erscheint mir dies. Wie siehst Du das? Wenn Du darüber nicht im Blog schreiben kannst/magst, gerne auch per Mail!
    Liebe Grüße noch schöne Restweihnachtstage!
    Andrea

    • Autor
      Silja 3 Monaten vor

      Liebe Andrea,
      danke dir erstmal für deine tolle und ausführliche Antwort zum Post.
      Ich glaube, je mehr wir uns Gedanken machen, umso besser.
      Und ja, ich habe hier auch schon drüber nachgedacht aber bin noch zu keiner richtigen Lösung gekommen. Du bist nicht die Erste, die mir hierzu schreibt. Hast du andere Ideen, wie ich Bücher so verlinke, dass man sie gleich bestellen kann? Freu mich über Tipps (die gibts bestimmt, aber wie gesagt- noch nicht so richtig in die Pötte gekommen. Momentan liegt mein Fokus woanders.
      Ich glaube, jeder von uns gibt sein Bestes und niemand ist perfekt. Ich auch nicht.
      Freu mich aber, wenn du Tipps hast – ansonsten hoffe ich, dass alle die die Tipps mögen noch lieber zu ihrem Lieblingsladen laufen. Darum steht das auch immer dabei.
      Ich liebe Buchläden und es wäre toll, wenn sie erhalten blieben.

      Alles Liebe,
      Silja

  3. Silke 3 Monaten vor

    Liebe Silja, mal wieder schreibst du mir aus der Seele. Hier in Aachen gibt es auch quasi keine Läden für faire Mode, die auch noch öko ist. Oder sie sieht leider so aus… daher kaufe ich auch online und ganz bewusst auch viel weniger. Ein toller Tipp ist neyo fashion, hier gibt es tille Teile. Teuer, aber langlebig. Und hier habe ich tatsächlich den Vorteil, dass es in aachen einmal im Jahr einen Pop Up Store zum anfassen, anprobieren, quatsche und kaufen gibt. 😊 Und übrigens finde ich es auch völlig ok, auch in diesem Punkt nicht total dogmatisch zu sein… glG, S.

    • Autor
      Silja 3 Monaten vor

      Liebe Silke,

      ich danke dir! Ja mir geht es genauso. Hab es weiter fein und ein tolles Neues Jahr!
      Bis bald,
      Silja

  4. Ralf Ihm 2 Monaten vor

    Die Schwierigkeit 100%-ige bezahlbare Ökomode zu finden kenne ich selbst nur zu gut. Ich habe vor 4 Monaten meinen onlineshop „www.yogaloha.market“ für yogakleidung geöffnet. Hier produziere ich selbst (als Einzelkämpfer) meine Designs auf überwiegend biologischer Kleidung. Bei den Teilen, die nicht 100% Bio sind, habe ich dennoch darauf geachtet, das diese von Herstellern kommen, die soziale, nachhaltige und fair produzierte Waren vertreiben. Die Intention war für mich ist bei diesem, meinem Herzenswunsch, unbedenkliche Kleidung – zu einem bezahlbaren Preis – auch in Übergrößen, zu produzieren. Als ausgebildeter Yogalehrer kenne ich die Anforderungen an die Kleidungsstücke ganz gut, wobei sie aber auch (aufgrund der dezenteren Muster) als normale „streetware“ getragen werden können. Dieser Kommentar soll jetzt aber keine Eigenwerbung sein, sondern auf die Gradwanderung hinweisen, wie schwer es ist die richtigen Schnitte in humanökologisch-unbedenklicher Qualität zu finden.

    • Autor
      Silja 2 Monaten vor

      Lieber Ralf,

      cool, dass du es selbst in die Hand nimmst. Schaue ich mir auf jeden Fall an.
      Liebe Grüße und viel Erfolg,
      Silja

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