Drei einfache Tricks für eine wunderbare Yogapraxis

Drei einfache Tricks für eine wunderbare Yogapraxis

Drei einfache Tricks für eine wunderbare Yogapraxis plus Yogasutra 1×1

Es gab einen Moment im Alter von sechs oder sieben, der besonders war: Es war an Weihnachten und ich trug ein neues Nachthemd, was viel zu lang war. Der Rüschenrand war jedoch toll, der blau-weiße Stoff war einfach, glatt, leicht – und es schwang. Ich erinnere mich, dass ich es anziehen sollte, um zu sehen, ob es wirklich zu groß war – und der Moment passierte: Meine Zehen konnte ich gerade noch sehen, während der Stoff hin und her sprang. Und dann habe ich mich gedreht und gedreht. Erinnert sich noch jemand an so einen fabelhaften Moment der Leichtigkeit und  Glückseligkeit? Ich war einfach Zuhause in mir. In diesem Körper und diesem Moment. Kein Gedanke an jemand anderen, kein Gedanke an Urteile, an richtig und falsch, an Zukunft oder Vergangenheit. Magisch war das – und Yoga kann genau das. Manchmal macht die Praxis wenig mit mir, ich atme und dehne mich, fühle mich einfach „nur“ wohl. Und dann gibt es Momente voll Magie und meine Praxis wird eine ganz wunderbare Yogapraxis. Besonders, nicht wegen des Asanas oder der Playlist, sondern wegen des Gefühls in mir.

Zuhause sein in dir

Sich in seinem Körper nicht wohlfühlen ist furchtbar. Ich weiß nicht, wieviele Momente ich schon gesammelt habe, in denen ich mich in mir nicht ganz Zuhause gefühlt habe. In denen Hosen kniffen, mein Spiegelbild mir nicht gefiel und ich gehadert habe mit Verletzungen oder Schmerzen. Yoga hat hier viel geändert. Es ist eines der Tools, die ich  aktiv täglich nutze, um mich wohlfühlen. Weil wohlfühlen soviel ändert! Es macht uns geschmeidiger, klarer, mutiger, weniger kritisch – und das wiederum ist unsere Aufgabe. Jeden Moment können wir etwas wählen, um uns das Leben ein wenig schöner zu machen, unsere Energie zu schützen und unser Licht strahlen zu lassen. Aus all diesen kleinen Momenten entstehen die großen Veränderungen  -und nicht umgekehrt. Darum gehts heute endlich mal wieder um Yoga. Reines, feines Yoga.

Meine drei einfachen Tricks für eine wunderbare Yogapraxis

Finde das JA

Es gibt Asanas und es gibt dich im Asana. Ich habe ewig versucht, alle Haltungen in meiner Praxis richtig zu machen. Was toll ist. Ich habe mich konzentriert auf Bandhas, auf Fußstellungen, auf das Gewicht in Teilen meines Fußes und den Zug der Energie im Körper. Bis ich einen Satz in einem Yogajournal las, den ich leider nicht mehr wörtlich wiedergeben kann (und nicht mehr weiß, von wem er war). Aber er ging um das JA im Körper. Das JA zu suchen, wie sich eine Stellung, ein Asana, ein Moment, richtig anfühlt. Dieses richtig jedoch definieren wir selbst. Es ist der Moment, in dem wir vielleicht Anstrengung spüren, aber auch Weite. Wenn wir im Krieger II stehen und unsere Mitte fühlen können, aus der sich alles ausbreitet beispielsweise. Das JA bewusst zu suchen in all meinen Yogaposen hat meine Praxis so bereichert. Schließ die Augen, such dein JA, es ist der beste Kompass, den du haben kannst.

In sich selbst entspannen

Eine weitere magische Zutat ist für mich die Entspannung in mir selbst. Wenn du aufrecht stehst, deine Kopfeskrone nach oben ausdehnst, Nacken und Kiefer entspannst und dich dann einen winzigen Millimeter in dir selbst anlehnst – aaah! Das ist so ein perfektes Gefühl. Von Außen sieht man es kaum, Innen jedoch macht es einen Unterschied. Es ist wie ein Sinken in die eigene Haut, ein Nachgeben anstelle von nach vorne preschen. Lehn dich in dir an, in deiner Praxis. Immer wieder. In den Asanas und irgendwann auch im Leben. Hingabe fühlt sich genauso an, denke ich und es beginnt mit einem ersten Anlehnen irgendwo in Tadasana.

Den Atem finden, andauernd

Die größte Aufgabe für mich stellt, auch nach fast 15 Jahren Yoga, die Synchronisierung von Atem und Bewegung dar. Den Atem leiten lassen, anstelle von ihn an meine Bewegungen anpassen zu wollen, bleibt echt eine Herausforderung. Mein Körper hat einen Rhythmus und der ist manchmal anders, als der Rhythmus meines Atems. Es wird leichter, wenn ich beim Üben immer wieder still stehe. Einige Atemzüge nehme – tief, ohne sie künstlich zu verlängern, und danach erst wieder Bewegung dazu addiere. Zwischendurch entsteht dann dieser Fluß aus Atmung und Arm -heben, aus Bewegung ganz tief aus dem Herzen. Also atme, immer wieder ein paar Atemzüge, ohne etwas zu bewegen und fühle, wie dein Atem fließt. Es ist wie ein Tanz mit einem besonderen Tanzpartner. Lass ihn führen, er weiß, wohin es gehen muss.

Yogasutra 1×1: Das Selbststudium – Svadhyaya

Die kleinen Tricks führen mich zum nächsten der Niyamas in unserer Yogasutra Reihe: Das Selbststudium. Im Sutra heißt es (Übersetzung aus dem Lieblingsbuch, s.u.):

„Wer sich selbst und das Leben reflektiert, kommt in Verbindung mit der inneren Göttlichkeit“ 

Unsere ganzen Muster, auch auf der Matte, bestimmen unsere Wahrnehmung und unser Erleben. In der Yogaphilosophie gibt es, hinter diesen Mustern unseren Kern, unsere Essenz, unsere Glückseligkeit „Purusha“, unser wahres Selbst. Je mehr wir Yoga als eine Verbindung jenseits unserer eigenen Regeln und Konventionen erleben und je mehr wir uns in unserem Leben betrachten können – umso mehr erkennen wir die Illusion diese Hülle zu sein, diese Gedanken zu sein, diese Erlebnisse zu sein. Sich selbst beobachten ist daher eins der Niyamas, der Regeln im Umgang mit uns selbst.

Freude als Erkenntnis

Gerade darum tut es so gut, mehr zu fühlen als zu denken. Es weder korrekt noch angestrengt tun zu wollen, sondern einfach zu fließen. Je mehr wir fühlen, intuitiv werden, uns wohlfühlen -umso mehr können wir entspannt zuschauen, welche Gedanken oder Handlungen uns aus diesem Stadium herauslocken wollen. Wir können beginnen unseren Geist zu beobachten und so die kleinen und großen Irrtümer nach und nach zu beseitigen. Hach, das tut so gut. Ich sag daher: Viel Spaß – und übrigens, wer das mit mir demnächst üben will, schaut hier vorbei (Werbung eigene Veranstaltung). Ich liebe genau deshalb meine Yoga & Coaching Arbeit so sehr. Freu mich außerdem auf eure Kommentare: Was macht eure Praxis besonders?

Alles Liebe und bis bald,

Silja

PS: Die Fotos sind natürlich von Miriam

PPS: Das Lieblingsbuch zur Yogaphilosophie ist dieses hier:

Wie immer gilt: Gerne im Lieblingsladen bestellen, dann bleibt er erhalten. Wer über den Link bestellt muss wissen, dass ich ein wenig profitiere.

 

Hallo, ich bin Silja. Gründerin von Glücksplanet und Trainerin, Coach, Yogalehrerin, fröhliche Mama von drei Söhnen, glückliche Ehefrau, begeisterte Pflanzenesserin, beseelte Yogaübende. Mein Herz schlägt für Psychologie und Coaching, Yoga und gutes, gesundes Essen. Ich schreibe mit Leidenschaft über alles, was helfen kann ein glückliches, entspanntes und begeistertes Leben zu leben. Mehr findest du auf meiner "Über mich" Seite. Für tägliche Inspiration folge mir auf Facebook oder Instagram.

6 Kommentare

  1. Anja 4 Monaten vor

    So schön geschrieben von Dir, das in sich anlehnen ist genau richtig beschrieben, es fühlt sich herrlich an so ganz bei sich zu sein, die Welt dreht sich langsamer, die Gedanken verstummen und ich bin nur bei der Übung und im Hier und Jetzt:) LG

    • Autor
      Silja 4 Monaten vor

      Liebe Anja,

      das finde ich auch! Ich schick dir einen lieben Gruß,
      bis bald,
      Silja

  2. Gordana 4 Monaten vor

    Bin richtig berührt. Jetzt weiß ich was mir fehlt: mich in mir selber anlehnen, vertrauen, spüren. Genau, das beschreibt das Gefühl wo meine Sehnsucht ist. Und ich weiß es jetzt🙏ich soll es nur zulassen und lauschen. Spüren und vertrauen. Mir selbst🙏Danke fürs Teilen.❤️

    • Autor
      Silja 4 Monaten vor

      So gern liebe Gordana ❤️

  3. Julia Schäfer 4 Monaten vor

    Danke liebe Silja für den wiedermal inspirierenden Beitrag!!
    Das Buch habe ich innerhalb von 2 Tagen gelesen und ich finde es fantastisch!!!

    • Autor
      Silja 4 Monaten vor

      Ich auch 🙂 das freut mich

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