Der Fluss des Lebens – und wie wir ihn finden

Der Fluss des Lebens – und wie wir ihn finden

Der Fluss des Lebens und wie wir ihn finden

Ihr Lieben, momentan sitze ich in Berlin in einem angenehmen Hotelzimmer und warte auf den Tag, der sich vor mir ausbreitet. Wenn ich weg bin, gelingt es mir erstaunlich gut, mich ein wenig treiben zu lassen. Zuhause jedoch mag ich ganz gerne Pläne schmieden und mein Leben kontrolliert in die gewünschten Bahnen lenken. Was häufig anstrengend ist oder zumindest zu einer ordentlichen Portion innerer Anspannung führen kann. Daher treibt mich die Frage, ob wir einfach mit dem Fluss des Lebens fließen sollten oder ob wir gestalten und unser Leben bestmöglich, schönst-möglich, so glücklich-machend wie möglich selbst ausrichten sollten?

Macht Anspannung Sinn?

Ok. Jeder will jetzt „Nein“ schreien, aber halt mal kurz inne. Ein Teil von uns allen glaubt fest daran, dass das Streben nach Kontrolle, Ordnung, Abfolge total Sinn macht. Frag dich nur, was passieren würde, wenn du ganz loslassen würdest? Es ist, als dürften wir uns nicht völlig entspannen, sondern müssten auf eine verrückte Art immer ein wenig aufpassen. Alte Konditionierungen, Regeln, Muster sorgen für Glaubenssätze wie „Wenn ich nicht xxx, passiert yyy “ (setze bei x ein, was du meinst tun zu müssen und bei y, was Schlimmes passieren könnte). Also bemühen wir uns mehr oder weniger stark. Manchmal  werden wir ärgerlich, wenn Dinge absolut nicht so laufen wollen, wie wir es brauchen oder lehnen ab, was uns zu unsicher oder fremd erscheint. Wir hadern damit, wenn Dinge außerhalb unserer Kontrolle sind und das liegt daran, dass dieses Streben nach Überleben (aka Kontrolle) ein unbewusster und massiver Trieb in uns ist. Wir wollen leben und das ist ja auch eigentlich ganz gut so.

Ent-Wickeln

Wenn wir dann irgendwann, sei es durch Yoga oder Meditation oder einfach durch ein gutes Buch, einen Podcast oder einen Moment der inneren Einsicht bemerken, was wir uns (und unserem Umfeld) so alles antun, kommt die Lust auf Ent-Wickeln. Das ist wie ein sich rauswickeln aus den zu eng gewordenen Mustern und Kontrollversuchen. So taucht irgendwann, bei fast jedem, die Lust auf fröhliches, freies, mit Leichtigkeit durchtränktes Leben auf. Weil wir alle auch das kennen: Das freie, pure, schöne Leben. Kinder haben das, wir hatten das somit auch. Und wir fühlen das manchmal immer noch. Irgendwo habe ich gelesen oder gehört, das ist, als hätten wir ein Stück vom Himmel gesehen und nun beginnen wir uns zu recken, wollen mehr sehen. Wollen den Himmel ganz blau! Ein bisschen teilt sich hier auch der Weg, denn ein Teil von uns will im Außen suchen und sucht Bedingungen, unter denen es sich einfacher so frei und fröhlich leben lässt, während ein anderer Teil spürt, dass der Grundstein innen liegt.

Der innere Weg

Schauen wir auf das Innen, spüren wir die Macht der Perspektive. Wir können alles im Leben sehen als etwas, was uns ohnmächtig passiert und zugefügt wird. Wir können um uns kreisen, uns ein ganz eigenes Drama kreieren, festhalten an allem, was nicht gut / passend/ schön ist. Analysieren, problematisieren, besprechen. Unser Geist will das. Er will beschäftigt werden. Das Ent-Wickeln ist also auch ein Lernen der Disziplinierung unserer Gedanken. Unseren Geist lenken zu lernen ist nicht leicht (und ich habe manchmal das Gefühl, das ist eine Meisterschaft, die ein ganzes Leben braucht). In den Momenten aber, wo wir schaffen ihn wegzulocken von all den angsterfüllten Gedanken, wird es plötzlich weiter. Es entsteht eine innere Stille, ein innerer Weg und Frieden. Wir spüren, dass wir alles auf zwei Arten angehen können: Mit unserem Geist und seiner Kontrollfreude, seiner Angst und all seinen Bewertungen oder mit unserem Herzen, ganz im Jetzt.

Das Jetzt

Hier will ich mal kurz auf den Pfad von unzähligen Yogis, Eckart Tolle und all diesen weisen, wunderbaren LehrerInnen wechseln: Wenn sich in den stillen, anfangs kurzen, Momenten die innere Friedlichkeit ausbreitet, merken wir, dass wir fließen können. Einfach nur hier sein können – da, wo wir gerade sind. Dass einen Moment alles innere Reden, aller Lärm, alle Bewertungen und Mechanismen, gestoppt werden können. Ein Atemzug, mal zwei oder drei. Von hier aus scheint alles ein Fluss. Alle Dinge, Vergangenheit und Zukunft, die Orte und Menschen in unserem Leben – alles scheint eine wundersame Verbindung zu haben. Im Jetzt geht das Ego, unser um sich kreisendes Selbst, einen Schritt zurück und macht Platz für mehr.

Der äußere Weg

Nun habe ich lange gehadert zwischen dem Außen und dem Innen, so als wären das zwei Pole, von dem der eine gut und der andere weniger gut wäre. Was nur natürlich ist, denn meine Gedanken macht mein Geist und der wiederum liebt die Polarität, die Vorlieben, den Kontrast. Der äußere Weg allerdings kann auch befreiend sein, ein Ent-Wickeln. Es hängt davon ab, wie wir ihn angehen.

Das Wenn- dann

Wir können, so ganz simpel. alles im Außen bewerten, verurteilen oder hochjubeln, anstreben oder verdammen. Wir können uns sehnsuchtsvoll aus dem Jetzt heraus-träumen, in ein wundersames „Wenn-dann“. Das Gute ist: Dies treibt uns an. Hätte ich nicht vermutet, dass ich glücklicher sein würde, wäre ich einige Schritte in meinem Leben, die mit Angst besetzt waren, nie gemacht. Ich hätte mich damals (vor vielen vielen Jahren) nicht getrennt, hätte dieses hübsche Haus nicht verkauft, den Supermann nicht geheiratet, nicht zauberhafte, aufregende drei Kinder bekommen, weder studiert, noch mich selbstständig gemacht. Vieles wäre nicht passiert, wäre da nicht ein verheißungsvolles „Wenn-dann“ in meinem Kopf gewesen. Doch das Wenn-dann jagt uns. Es lässt uns nicht anhalten, hier sein. Es bleibt verheißungsvoll hängen, wie eine Möhre über unserem Kopf, der wir folgen und folgen.

Der Unterschied zwischen Dharma und Wenn-dann

Schaut man auf die logischen Texte (ich bin ja gerade sehr verliebt in das Buch des Monats, s.u.), so haben wir alle ein Dharma, was man hier großzügig als so etwas wie eine Lebensaufgabe deuten kann. Jeder von uns. Glaubt man an Reinkarnation, so haben sich unsere Seelen überlegt etwas zu erfahren und zu lernen in diesem Leben (manchmal sogar über mehrere Leben). Egal wie die Umstände sind, sie sind genauso gebaut, dass wir genau das lernen können. Ein innerer Dran führt uns dazu. Treibt uns an. Es ist weniger ein Wenn-dann, mehr ein Hin-zu. Es gibt Gedanken, Tätigkeiten, Orte, die fühlen sich auf einer satten, guten Ebene wie Zuhause an. Wie ein „das bin ich“. Die möglichen Szenarien mögen im Außen sein, doch die Resonanz vom Außen ist ganz tief in uns. Das ist der Unterschied. Jagen wir die Möhre unseres Egos, um endlich zu vergessen, was uns mal verletzt hat? Oder sind wir unbeirrt auf dem Pfad des Lernens? Der Unterschied ist fein, aber fühlbar.

Im Fluss sein

Im Fluss sein, heißt nicht nichts mehr zu wollen. Es ist die Frage: Warum willst du? Warum will ich? Und dient das, was wir wollen unserer Entwicklung und damit dem höchsten Wohl für alle? Und Achtung! Auch das kann zum Ego-Thema werden. Ich hab schon einige Gespräche geführt, in denen es darum ging, wer denn nun der beste Yogi ist. Auch das ist das Ego, halt das Erleuchtung-Ego – aber Ego. Etwas tun, ohne ein Ergebnis zu wollen. Einfach, weil wir ganz tief innen wissen, dass genau das genau jetzt total richtig ist. Ich will ganz ehrlich sein: Von diesem Fluss bin ich wohl noch ein ganzes Stück entfernt. Sonst würde ich nicht auf Likes von Posts schielen oder auf die Anzahl von Anmeldungen in Online Trainings oder Workshops. Im Fluss zu sein heißt auch: Uns zu nehmen, wie wir sind. Das Ego gleich mit .Es beobachten lernen mit all seinen kühnen Versuchen des sich-selbst-beweisens, der Verteidigung oder der Selbstdarstellung. All das Umarmen und versuchen zu wachsen.

Ich wünsch uns viel Spaß dabei. Ach ja, Werbung: neue Yoga und Coaching Workshops findest du hier und das Dezember Coachingseminar hier (da lernst du deiner inneren Stimme zu vertrauen).

Namasté und bis bald,

Silja

PS: Das Buch was mich gerade so denken lässt, ist auch Buch des Monats:

Das hier ist der Klassiker von Eckart Tolle und auch so gut:

Und natürlich eines meiner Favoriten:

Wie immer gilt: Im Lieblingsladen ordern, dann bleibt er erhalten. Wer über den Link bestellt muss wissen, dass ich hier ein wenig profitiere. (Affiliate Links)

PPS: Das Foto hat der wunderbare Martin gemacht.

 

 

Hallo, ich bin Silja. Gründerin von Glücksplanet und Trainerin, Coach, Yogalehrerin, fröhliche Mama von drei Söhnen, glückliche Ehefrau, begeisterte Pflanzenesserin, beseelte Yogaübende. Mein Herz schlägt für Psychologie und Coaching, Yoga und gutes, gesundes Essen. Ich schreibe mit Leidenschaft über alles, was helfen kann ein glückliches, entspanntes und begeistertes Leben zu leben. Mehr findest du auf meiner "Über mich" Seite. Für tägliche Inspiration folge mir auf Facebook oder Instagram.

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